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05.07.2016

12:21 Uhr

Cameron-Nachfolge

Großbritanniens langer Weg zum neuen Premier

VonKatharina Slodczyk

Fünf Politiker wollen den britischen Premierminister Cameron beerben, obwohl ein schwieriger Job auf sie zukommt. Am Dienstag beginnt ein aufwendiges monatelanges Ausleseverfahren. Als Favoriten gelten zwei Frauen.

Nach dem Brexit

Theresa May gewinnt erste Runde im Kampf um Cameron-Nachfolge

Nach dem Brexit: Theresa May gewinnt erste Runde im Kampf um Cameron-Nachfolge

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LondonDer Vorschlag war ganz schnell vom Tisch. Einige konservative Parlamentarier haben vor wenigen Tagen ein Schnellverfahren in die Diskussion gebracht, um Innenministerin Theresa May innerhalb von wenigen Wochen zur neuen Premierministerin Großbritanniens zu küren und Großbritannien nach dem Brexit-Schock wieder handlungsfähig zu machen.

Man könne May ganz ohne die langwierige Abstimmung unter den Parteimitgliedern zur Nachfolgerin von Noch-Premier David Cameron machen, wenn ihre Konkurrenten um diesen Posten damit einverstanden wären, darunter auch Justizminister Michael Gove, hieß es.

Doch daraus ist nichts geworden. Gove war einer derjenigen, die sich gegen diesen Vorschlag sperrten. May habe nicht die „moralische Autorität“ und auch nicht das Mandat, um Großbritannien aus der EU zu führen, wie es die Wähler wollten, denn sie habe offiziell den Status quo unterstützt, so Gove.

Daher geht an diesem Dienstag das aufwendigere Verfahren um die Cameron-Nachfolge los, das wohl erst Anfang September enden wird. In einer ersten Runde verkleinern die konservativen Abgeordneten die Zahl der Kandidaten. Aus fünf sollen zwei werden. Derzeit ist noch unklar, wie viele Wahlgänge dafür notwendig sind.

Neben May und Gove haben die Tory-Abgeordnete und Brexit-Befürworterin Andrea Leadsom, Arbeitsminister Stephen Crabb und der ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox ihren Hut in den Ring geworfen. Wenn die Tory-Parlamentarier die Kandidatenliste auf zwei reduziert haben, entscheiden die 150.000 Parteimitglieder in einer Art Urabstimmung über den neuen Parteichef und Premier, der am 9. September feststehen soll.

Medienberichten zufolge haben derzeit May und Leadsom die besten Chancen, in die finale Runde zu kommen. Erstmals seit Margaret Thatcher könnte damit eine Premierministerin in No. 10 Downing Street einziehen. Dazu soll auch der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson beigetragen haben, der die Kandidatur von Leadsom unterstützt.

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