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18.11.2011

10:05 Uhr

Camerons fiktiver Appell

„Frau Merkel, holen Sie die Big Bazooka raus“

VonAndrew Gowers

Der britische Premier spricht Großbritanniens Sorgen um den Euro beim Besuch der Kanzlerin heute an. Was Cameron mit Blick auf die EZB tatsächlich wünscht, schreibt unser Gastautor in einer fiktiven Rede auf.

Der britische Premier David Cameron. Reuters

Der britische Premier David Cameron.

LondonEs ist eine wirkliche Freude, wieder in Berlin zu sein. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Englisch rede - ich weiß, dass man in Europa jetzt Deutsch spricht, aber diese neue Sitte hat die britischen Küsten noch nicht erreicht. Bei unserem ersten Treffen haben wir uns versprochen, immer Klartext zu reden. Es ist Zeit für ein paar sehr offene Worte darüber, wie Sie mit der Euro-Krise umgehen. Dabei habe ich großen Respekt für die deutsche Wirtschaft und für Ihre Art, mit komplexen politischen Aufgaben umzugehen wie der, Ihre Landsleute für das Herauspauken anderer Euro-Länder zu gewinnen.

Sie denken, dass eine Politische Union die Antwort auf das Euro-Chaos ist. Auf Ihrem Parteitag haben Sie das "mehr Europa, nicht weniger" genannt. Das können wir natürlich niemals akzeptieren - Sie wissen ja, wie diese verdammten Hinterbänkler mir im Nacken sitzen. Aber ich muss zugeben: Ihre Position ist schlüssig. Weder George Osborne noch ich sehen, wie der Euro überleben soll, wenn es nicht sehr viel mehr fiskalische Integration gibt.

Sie werden das zweifellos vorantreiben, und ich wäre nicht einmal überrascht, wenn Sie meine Sorgen darüber - ich habe immerhin ein Vetorecht! - als amüsante Bedeutungslosigkeit ansähen. Das ist aber heute nicht die Frage. Die Politische Union vorzubereiten wird Jahre zäher Verhandlungen erfordern, und niemand weiß, ob ein neuer Vertrag angenommen wird. Meine Sorge, über die ich offen mit Ihnen reden will, ist viel unmittelbarer. Nein, es geht nicht um eine "Tobin-Tax" auf Finanztransaktionen. Ich muss dagegen sein, sonst würde ich in der City gehängt. Aber ganz unter uns: Ich stimme mit dem Erzbischof von Canterbury überein, dass es keine blöde Idee ist.

Meine Sorge, Frau Bundeskanzlerin, dreht sich um Folgendes: Sie haben das Ziel, den Euro zu retten, aber Sie sind nicht für die nötigen Mittel. Sie meinen es sicher ernst, wenn Sie sagen "Scheitert der Euro, scheitert Europa" und dass es um eine historische Aufgabe geht.

Kommentare (28)

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Jawohl

18.11.2011, 10:33 Uhr

...wird Sie machen und auf das eigene volk anlegen!!!

Account gelöscht!

18.11.2011, 10:33 Uhr

Heute kann man das HB getrost in die Tonne treten. Zuerst werden Enten bzgl. der Deutschen Bank in Umlauf gesetzt und jetzt dieser "Muell" - das aehnelt doch mehr den Boulevardblaettern die man nicht nur zum Lesen verwenden kann.

Account gelöscht!

18.11.2011, 10:36 Uhr

"Aber sehen Sie doch mal, was Sie schon alles erreicht haben. Neue Regierungen in Athen, Lissabon, Dublin und Rom und wohl auch in Madrid nach der Wahl am Sonntag. Die übernehmen Ihre Agenda der Haushaltskürzung. Um Ihren Fraktionschef zu zitieren: Sie sprechen Deutsch. Das Risiko aber ist, dass alles scheitert, weil es kurzfristig an finanzieller Unterstützung fehlt."

Das Wimmern der Schuldenjunkies wird mmer bizarrer. Jetzt loben sie schon den Konsolidierungs- und Erdungskurs, den es gar nicht gäbe, wenn Deutschland unbegrent die Schulden der Konsumjunkies übernähme. Sollte die EZB unbegrenzt Geld drucken um fehlende realwirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Wachstumsmodelle, die sich nur unter Druck entwicklen werden, durch das betrügerische Wachtumsmodell "Geldwachstum" ersetzen, wird es weder Reformen noch echtes Wachstum geben. Deshalb: Mutti muss hart bleiben und sich qalles offen halten aber nichts zusagen, auch wenn der Kleine noch so quengelt.

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