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24.02.2015

11:24 Uhr

Cannabis in den USA

Alaska darf kiffen

Mehr Gras für die USA. Nachdem der Besitz von Marihuana bereits in Colorado und Washington legal ist, darf auch Alaska jetzt kiffen. Die sonst so prüden Amerikaner setzen mehr und mehr ein Zeichen.

Jetzt auch in Alaska frei verkäuflich. dpa

Cannabis

Jetzt auch in Alaska frei verkäuflich.

JuneauAls dritter US-Staat hat Alaska Marihuana legalisiert. Seit Dienstag dürfen Erwachsene ab 21 Jahren bis zu einer Unze (knapp 30 Gramm) Gras und bis zu sechs der Pflanzen besitzen. In der Öffentlichkeit bleibt das Rauchen von Marihuana aber tabu. Regeln für den Verkauf müssen noch ausgearbeitet werden. Colorado war 2012 der erste US-Staat, in dem Marihuana legalisiert wurde, für den Handel können spezielle Hanf-Unternehmen seitdem Lizenzen erwerben. Später folgte der Staat Washington.

Die Polizei in der größten Stadt von Alaska, Anchorage, plant, das Kiffverbot in der Öffentlichkeit streng zu überwachen. Eine Feier aus Anlass der Legalisierung im Zentrum der Stadt wurde bereits abgesagt, weil die Organisatoren befürchten, mit Strafen in Höhe von 100 Dollar (88 Euro) belegt zu werden, wenn sie öffentlich an einem Joint ziehen.

Wissenswertes zu Cannabis

Was ist Cannabis eigentlich?

Cannabis ist ein Sammelbegriff für alle Rauschgiftdrogen der Sorte Hanf. Die Hauptwirkstoffe, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden, heißen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabinoid (CBD). Die Bestandteile haben eine berauschende sowie eine schmerzlindernde Wirkung.

Unterschied zwischen Marihuana und Haschisch

Nicht jedes Gras ist auch grün. Marihuana, auch bekannt als Gras wird aus den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabispflanze gewonnen. Hingegen entsteht Haschisch aus dem Harz der weiblichen Hanfpflanze. Haschisch hat einen höheren Wirkstoffgehalt als Marihuana.

Veraltetes Gesetz

Cannabis fällt in Deutschland genauso wie andere Rauschgiftdrogen unter das Betäubungsmittelgesetz. Im Jahr 1925 wurden die ersten Regeln zu Cannabis gesetzlich festgehalten, wobei diese 1994 zum letzten Mal überarbeitet wurden. Vor 20 Jahren also. Allerdings hat das Verfassungsgericht Köln erst im Juli den „Heimanbau“ von Marihuana zu medizinischen Zwecken erlaubt. Das gilt in der Hanf-Szene als ein Paukenschlag in der Legalisierungsdebatte.

Ausnahmen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 300 Leuten in Deutschland die Genehmigung erteilt, getrocknete Cannabisblüten über Apotheken zu beziehen. Natürlich nur, wenn der Konsum schmerzlindernde Gründe hat. Die Krankenkassen beteiligen sich jedoch bisher nicht an solchen Ausnahmen.

Wer stellt legales Cannabis her?

Nicht viele Firmen dürfen in Deutschland legales Cannabis produzieren. In Frankfurt gibt es beispielsweise das Pharmaunternehmen THC Pharm.

Cannabis vs. Alkohol

In Europa geben sich laut dem Europäischen Drogenbericht 2013 mittlerweile mehr als 100.000 Menschen in eine Therapie, die Cannabis als Leitdroge angeben. Hingegen gelten circa 1,3 Millionen Deutsche als alkoholabhängig. Mehr als neun Millionen Menschen konsumieren hierzulande Alkohol in schädlicher Form.

Tabak

Tabak ist der am meisten verbreitete Suchtstoff in Deutschland. Das steht im Drogenbericht der Bundesregierung. Von Tabak sind rund 5,6 Millionen Deutsche süchtig.

Der Görlitzer Park in Berlin

Einer der größten Brennpunkte in Deutschland ist der Görlitzer Park in Berlin. Dort sind Gewalt und polizeiliche Einsätze an der Tagesordnung und die Medien überschlagen sich vor Neuigkeiten über den Schauplatz des illegalen Drogenhandels. Erst im September wurde er von der Berliner Morgenpost als „Kriminalitätsschwerpunkt“ bezeichnet. Als Reaktion auf zunehmende Kriminalität hat die Berliner Polizei härter durchgegriffen und die Präsenzkontrollen im Park verstärkt, weshalb laut des Tagesspiegels erste Verbesserungen zu bemerken seien.

Legal Highs

In den vergangenen Jahren kamen die sogenannten „Legal Highs“ in Mode. Das sind Kräutermischungen, in denen legale Inhaltsstoffe sind, die genauso rauschend wirken sollen, wie die der Cannabis-Pflanze. Diese Stoffe heißen „Research Chemicals“ und fallen unter das Arzneimittelgesetz. Im Internet sind diese Kräutermischungen auf zahlreichen Online-Seiten erhältlich.

Für knapp 60 Euro für neun Gramm erhält man dann Produkte mit Namen, wie „Alians“ oder „Vulkan“. Diese werden von den Betreibern dieser Webseiten als „100% legal“ angepriesen. Fragwürdig sind die Legal Highs in jedem Fall; nicht zuletzt, weil man fast immer mit der Bestellung seine Volljährigkeit bestätigt. Kontrolliert wird das nicht.

Wie gefährlich diese synthetisch hergestellten Stoffe in Wirklichkeit sind und ab welcher Menge der Besitz und Handel künstlicher Cannaboide strafbar sein soll, will der Bundesgerichtshof laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa am 14. Januar 2015 entscheiden.

Die Unterstützer der Legalisierung planen auch eine Kampagne, in dem sie sicheren Konsum empfehlen. Es soll unter anderem Anzeigen auf öffentlichen Bussen dazu geben. Im November hatte es bei einer Abstimmung ein Ergebnis von 53 zu 47 Prozent für die Legalisierung gegeben. Ende 2014 hatte ein Studie der National Survey on Drug Use and Health gezeigt, dass in den USA der Konsum von Marihuana zunimmt. Demnach sagten 7,4 Prozent der befragten Personen über zwölf Jahren, dass sie monatlich Marihuana nähmen. Das war ein Anstieg von vier Prozent.

Colorado stieg zum US-Staat mit den zweit meisten regelmäßigen Marihuana-Nutzern gemessen am Anteil der Bevölkerung auf, nämlich 12,7 Prozent. Das würde bedeuten, dass 530 000 Einwohner Colorados mindestens einmal im Monat Marihuana konsumierten. Im Staat Washington stieg der Marihuana-Konsum unter den über Zwölfjährigen um etwa 20 Prozent.

Von

ap

Kommentare (8)

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Herr Günther Schemutat

24.02.2015, 12:18 Uhr

In den Städten Colorados laufen Seriffe mit einem Gerät vor der Nase, das die Dichte von Cannabisgeruch misst. Der Gestank nimmt schon schlimme Züge an .

Mal sehen wenn der erste Autofahrer oder Mörder sich auf den Cannabis Gestank beruft wodurch er straffällig oder einen Unfall gebaut hat .

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Johann Mannsen

24.02.2015, 13:30 Uhr

"Mal sehen wenn der erste Autofahrer oder Mörder sich auf den Cannabis Gestank beruft wodurch er straffällig oder einen Unfall gebaut hat ."

Herr Johann Mannsen

24.02.2015, 13:31 Uhr

"Mal sehen wenn der erste Autofahrer oder Mörder sich auf den Cannabis Gestank beruft wodurch er straffällig oder einen Unfall gebaut hat ."

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