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29.08.2011

23:14 Uhr

Chamis Gaddafi

Rebellen melden Tod von Gaddafi-Sohn

Schon mehrfach wurde der Tod des jüngsten Sohns vom Machthaber Muammar el Gaddafi vermeldet. Nun teilt der Übergangsrat den wahrscheinlichen Tod Chamis Gaddafis mit.

Einwohner von Tripolis halten ein Familienfoto von Muammar Gaddafi in die Kamera das sie in seiner Residenz gefunden haben. dpa

Einwohner von Tripolis halten ein Familienfoto von Muammar Gaddafi in die Kamera das sie in seiner Residenz gefunden haben.

TripolisDie libyschen Rebellen haben den Tod des jüngsten Sohnes des langjährigen Machthabers Muammar el Gaddafi vermeldet. Chamis Gaddafi sei «wahrscheinlich während einer Schlacht» nahe Tarhuna rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Tripolis getötet worden, sagte der Justizminister des Nationalen Übergangsrats, Mohamed Allegi, am Montag unter Berufung auf einen Anführer der Aufständischen. Nach Angaben des Anführers sei Chamis seinen Verletzungen in einem Krankenhaus erlegen und in der Region beerdigt worden. Zum Zeitpunkt des Todes äußerte sich der Anführer der Aufständischen nicht. Eine unabhängige Bestätigung lag nicht vor.

Zuvor hatte die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, Chamis Gaddafi sei «mit ziemlicher Sicherheit» auf dem Weg von Tripolis ins einhundert Kilometer südlich gelegene Bani Walid getötet worden. Dort habe er sich seinem untergetauchten Vater und zwei seiner Brüder anschließen wollen.

Chamis Gaddafi kommandierte eine berüchtigte Elite-Einheit der libyschen Truppen, die mit Massenmorden in Verbindung gebracht wird, und galt als Hardliner. Sein Tod war seit Beginn der Revolte gegen Gaddafi bereits mehrfach vermeldet worden, hatte sich bisher aber nicht bestätigt.

Die Rebellen haben Tripolis vor einer Woche eingenommen, Gaddafi selbst aber bislang nicht finden können. Am Montag zogen die Aufständischen ihren Ring um dessen Geburtsstadt Sirte enger. Gleichzeitig versuchten die Rebellen, die Anhänger Gaddafis zur friedlichen Übergabe der Küstenstadt zu bewegen. Nach wie vor leisten Gaddafi-Getreue erbitterten Widerstand. Gaddafis Frau und drei Kinder setzten sich inzwischen nach Algerien ab, wie das Außenministerium in Algier erklärte.

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