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30.01.2011

15:50 Uhr

Chaos in Ägypten

Viele Deutsche flüchten aus Kairo

Bei den Unruhen in Ägypten starben bis Sonntag mindestens 150 Menschen. Regimegegner wurden von Räubern und Plünderern abgelöst. Die Angst bei Ausländern in der Hauptstadt Kairo wächst. Der Westen fordert demokratische Reformen und Meinungsfreiheit vom langjährigen Verbündeten Mubarak.

Ein Protestierender: Die Gewalt reißt nicht ab. DAPD

Ein Protestierender: Die Gewalt reißt nicht ab.

HB KAIRO. Nach der politischen Revolte droht Ägypten in Anarchie zu versinken: Plünderer, Brandstifter und Räuber terrorisieren die Bevölkerung in vielen Landesteilen. Bis Sonntag starben 150 Menschen bei den Unruhen. Aus Gefängnissen brachen - mit Hilfe von außen - tausende Insassen aus, darunter Schwerverbrecher und islamistische Extremisten.

Dem seit 30 Jahren regierenden Präsidenten Husni Mubarak gelang es auch mit Medienzensur, einer Fernsehansprache und einer neuen Führungsriege nicht, die Massenproteste gegen ihn zu stoppen. Am Samstag gingen wieder Zehntausende Regimegegner in mehreren Städten auf die Straßen, um die Ablösung Mubaraks zu fordern, der auch international immer stärker unter Druck gerät. Am Sonntag, dem sechsten Tag der Proteste, versammelten sich ebenfalls wieder Menschen im Zentrum Kairos.

Der greise Präsident hält an seinem Amt fest und versprach in seiner Ansprache „neue Schritte hin zu mehr Demokratie“ und eine Verbesserung des Lebensstandards. Am Samstag ernannte er Geheimdienstchef Omar Suleiman zu seinem Stellvertreter. Der auch in den USA und Israel geschätzte General wird schon länger als möglicher Nachfolger des 82-jährigen Staatschefs gehandelt. Das neue Kabinett wird von Geheimdienst und Militär dominiert. Der frühere Luftwaffenstabschef Ahmad Schafik ist neuer Ministerpräsident.

Das Militär löste vielerorts die Polizei ab, die mit den Massenprotesten überfordert und brutal gegen Demonstranten vorgegangen war. Soldaten sicherten Regierungs- und Behördengebäude in großen Städten mit Panzern, am Sonntag rückte die Armee auch in Teile der Touristenregion Scharm el Scheich am Roten Meer ein.

Kommentare (1)

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klaus

30.01.2011, 22:23 Uhr

soso, es waren also wachpersonal und polizisten beteiligt. welch überraschung. hat es sich noch nicht bis zum handelsblatt herumgesprochen, daß es mubaraks leute sind, die plündern und rauben, um noch massiveren polizei-einsatz zu rechtfertigen? mann, mann, mann. ihr seid so lausige journalisten, oder lügner, oder beides.

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