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05.12.2013

19:51 Uhr

Chaos und Gewalt

UN-Sicherheitsrat billigt Militäreinsatz in Zentralafrika

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht seit Monaten die Gewalt: Jetzt haben französische und AU-Soldaten ein UN-Mandat erhalten. Hollande kündigt in einer Fernsehansprache „unverzügliche“ Militäraktion an.

Ein Flüchtlingscamp in Bossangoa, Zentralafrika: Inzwischen brauchten laut der Welternährungsorganisation 1,3 Millionen Menschen „dringend Nahrungsmittelhilfe". dpa

Ein Flüchtlingscamp in Bossangoa, Zentralafrika: Inzwischen brauchten laut der Welternährungsorganisation 1,3 Millionen Menschen „dringend Nahrungsmittelhilfe".

New York/ Bangui/ ParisAngesichts der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik hat der UN-Sicherheitsrat einen ausgeweiteten Militäreinsatz in dem Krisenland beschlossen. Die 15 Mitglieder des Gremiums sprachen sich am Donnerstag in New York einstimmig dafür aus, dass französische Truppen Einsatzkräfte der Afrikanischen Union (AU) unterstützen sollen. Die Hauptstadt Bangui wurde derweil von heftigen Gefechten erschüttert, AFP-Korrespondenten und Ärzte ohne Grenzen berichteten von bis zu hundert Toten.

Nach der Billigung eines ausgeweiteten Militäreinsatzes in der Zentralafrikanischen Republik hat Frankreichs Staatschef François Hollande eine „unverzügliche" Militäraktion seines Landes angekündigt. Die Zahl der derzeit vor Ort stationierten französischen Soldaten solle „in den nächsten Tagen, wenn nicht in den nächsten Stunden" verdoppelt werden, sagte Hollande wie erwartet am Donnerstagabend in einer kurzen Fernsehansprache. Er äußerte sich nach einer Sitzung seines Verteidigungskabinetts in Paris.

Zuvor hatten sich die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats in New York einstimmig dafür ausgesprochen, dass französische Truppen Einsatzkräfte der Afrikanischen Union (AU) unterstützen sollen. Das beschlossene UN-Mandat umfasst 1200 französische und 3600 AU-Soldaten. Die französischen Soldaten erhalten dabei ausdrücklich das Recht, „alle notwendigen Maßnahmen" zur Unterstützung der AU-geführten Mission MISCA zu ergreifen. Zudem wird ein Waffenembargo verhängt.

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Frankreichs Staatschef François Hollande beraumte für den Abend eine Sitzung des Verteidigungskabinetts an. Die frühere Kolonialmacht hatte bereits in den vergangenen Tagen Truppen und Material nach Zentralafrika verlegt, derzeit befinden sich rund 600 französische Soldaten in dem Land, die AU-geführte Mission MISCA zählt rund 2500 Streitkräfte.

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