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02.01.2013

12:34 Uhr

„Charlie Hebdo“

Satire-Magazin provoziert mit neuen Mohammed-Karikaturen

„Charlie Hebdo“ kann es nicht lassen: Das französische Satire-Magazin hat das Leben des Propheten Mohammed in einen Comic verpackt. Proteste in der muslimischen Welt scheinen damit programmiert.

Satire-Magazin „Charlie Hebdo“: Das bunte Leben des Propheten. dpa

Satire-Magazin „Charlie Hebdo“: Das bunte Leben des Propheten.

ParisDas französische Satire-Blatt „Charlie Hebdo“ hat am Mittwoch einen Comic zum Leben des islamischen Propheten Mohammed veröffentlicht. Mit dem Sonderheft steht möglicherweise neuer Ärger bevor. Bereits im September hatte eine „Charlie Hebdo“-Ausgabe mit derben Mohammed-Karikaturen zu weltweiten Protesten geführt. Strenggläubige Muslime empfinden es bereits als anstößig, Mohammed als Person zu zeigen.

Der Herausgeber und Zeichner von „Charlie Hebdo“, Stéphane Charbonnier, hatte die Veröffentlichung zuvor als „völlig halal“ und damit auch für Muslime zulässig bezeichnet. Gleichzeitig räumte der unter dem Namen Charb arbeitende Satiriker ein: „Wenn die Leute schockiert sein wollen, werden sie schockiert sein.“ Es sei aber nichts Schockierendes dabei.

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Das Heft schildert mit den für Charb charakteristischen gelben Männchen das Leben von Mohammed: Die Situation seiner Eltern Abdullah und Amina, seinen Geburtsort Mekka, Mohammed als Neugeborenes, Kind, Heranwachsender, Reisen, heilige Kriege. Das als „erste Ausgabe“ mit Fortsetzungshinweis erschienene Heft endet mit der Begegnung Mohammeds mit dem Erzengel Gabriel. Am Mittwoch gab es vom Verlag noch keine Informationen darüber, ob es tatsächlich Fortsetzungen geben soll.

Das 64 Seiten umfassende Sonderheft liegt für sechs Euro an französischen Kiosken aus. Der Verlag hat nach Angaben vom Mittwoch etwa 80 000 Exemplare drucken lassen. Damit liegt die Auflage rund 10 000 Stück oberhalb der regulären Auflage des Wochenblattes.

In einer ersten Reaktion auf das Sonderheft verwies die Sprecherin der französischen Regierung, Najat Vallaud-Belkacem, auf die Meinungsfreiheit im Land. Dem Sender France 2 sagte sie gleichzeitig: „Es ist nicht notwendig, Öl ins Feuer zu gießen.“ Frankreich brauche ein Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und dem Respekt für öffentliche Ordnung.

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Nach der Veröffentlichung im September mussten französische Einrichtungen in einigen Ländern aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Noch vor den Karikaturen hatte im Sommer ein Schmäh-Video über Mohammed zu Protesten von Muslimen gegen die westliche Welt geführt. Bei den wochenlang anhaltenden Unruhen starben etliche Menschen. Bei Protesten nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung 2006 kamen mehr als 150 Menschen ums Leben.

Von

dpa

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