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09.01.2015

14:17 Uhr

Charlie Hebdo

Wie ein Journalist den Anschlag überlebte

Der Journalist Laurent Léger ist einer der wenigen Überlebenden des Anschlags auf „Charlie Hebdo“. In einem Interview schildert er, wie er den Attentätern entkam.

Der Journalist Laurent Léger (links), hier mit dem französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls, überlebte den Anschlag auf "Charlie Hebdo". AFP

Der Journalist Laurent Léger (links), hier mit dem französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls, überlebte den Anschlag auf "Charlie Hebdo".

ParisDer Journalist Laurent Léger verdankt sein Leben einem Reflex: Als er am Mittwochvormittag einen vermummten, schwarz gekleideten Mann mit einem Maschinengewehr in den Redaktionssaal des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ stürmen sah, warf er sich hinter einen Ecktisch. Von da aus musste er hilflos mit ansehen, wie einer seiner Kollegen nach dem anderen kaltblütig erschossen wurde.

Léger ist einer der wenigen Überlebenden des Anschlags, in dessen Verlauf die Attentäter zwölf Menschen töteten. Im Sender France Info schilderte er, was er am Ort der Bluttat sah.

„Die Redaktionskonferenz war gerade zu Ende. Plötzlich hörte man etwas krachen, dann ging die Tür auf und ein Typ stürzte herein und schrie 'Allahu Akbar'“ (Gott ist groß), sagte Léger. „Er sah aus wie einer von (den Eliteeinheiten) GIGN oder Raid, er war vermummt, komplett schwarz, er hielt eine Waffe in beiden Händen, und dann ging das Schießen los, Pulvergeruch. Ich konnte mich hinter einen Tisch in einer Ecke werfen“, sagte Leger.

Der Eindringling habe „Charb“ gerufen, den Künstlernamen von Zeitungschef Stéphane Charbonnier, berichtete Léger weiter. „In einigen Sekunden waren alle am Boden (...) Dann war da plötzlich Stille. Eine lange Stille." Anschließend habe er Schritte gehört, der Schütze habe mit einem zweiten Mann gesprochen. Erst da habe er verstanden, dass es zwei Angreifer gab.

Kommentare (8)

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Frau Ich Kritisch

09.01.2015, 15:17 Uhr

Mein Mitleid gilt in diesem Fall vor allem der Frau die die Mörder einlassen musste.
Wie wird man damit fertig? Himmel - ich möchte nicht in ihrer Haut stecken!
Madame, vous avez fait la bonne chose! Vous devez être là pour votre fille - et - vous vous souviendrez avec des caricatures futures de leurs collègues.

Account gelöscht!

09.01.2015, 15:59 Uhr

Welch eine sinnlose brutale Tat. Niemand sollte sich vorstellen müssen, daß die Täter damit auch nur irgendetwas anderes erreichen als Abscheu.

Leider läßt sich am Zensurverhalten etlicher Medien - auch öffentlicher - ablesen, daß sie offenbar doch erreichten, was sie teilweise auch wollten, nämlich Einschüchterung.

Das ist ein ganz fataler Fehler bei Medien, Menschen und der öffentlichen Meinung.

Herr Erik Wikinger

09.01.2015, 16:01 Uhr

Schon interessant, wie die Menschen auf diesen False Flag Terror reagieren. (...)
Da kommt jetzt noch viel mehr Terror - die Geheimdienste lassen grüßen....

 
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