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22.01.2013

00:19 Uhr

Chef der Eurogruppe

Niederländer Dijsselbloem ist der neue Juncker

Europa muss einen neuen Namen lernen: Jeroen Dijsselbloem führt die mächtige Eurogruppe. Er soll dafür sorgen, dass der Euro eine harte Währung bleibt. Spanien unterstützte den Sozialdemokraten bei der Wahl nicht.

Jean-Claude Juncker (links) und sein Nachfolger Jeroen Dijsselbloem (rechts). Reuters

Jean-Claude Juncker (links) und sein Nachfolger Jeroen Dijsselbloem (rechts).

BrüsselDer Niederländer Jeroen Dijsselbloem ist neuer Chef der Eurogruppe - doch seine Ernennung war umstritten. Spanien habe im Kreise der Euro-Finanzminister nicht zugestimmt, sagte Amtsvorgänger Jean-Claude Juncker am späten Montagabend in Brüssel. „Ich habe aber nicht geglaubt, dass dies daramtische Konsequenzen nach sich ziehen wird.“ Für die Wahl des Vorsitzenden reicht eine einfache Mehrheit.

Der 46-Jährige war einziger Kandidat für den Spitzenposten; das Mandat läuft zweieinhalb Jahre. Er ist der zweite ständige Präsident der Eurogruppe überhaupt. Der Sozialdemokrat wird seinen Finanzminister-Posten in Den Haag behalten, hieß es in einer Erklärung.

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Dijsselbloem stammt aus einem Land mit der Einsernote „AAA“ bei den Ratingagenturen. Der Sozialdemokrat soll den Einfluss der reichen Mitgliedstaaten sichern und hat die ausdrückliche Unterstützung Deutschlands. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte: „Ich finde diese Entscheidung sehr gut.“ Insgesamt sei die Ernennung „reibungslos über die Bühne gegangen.“ Auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy gratulierte: „Ich bin zuversichtlich, dass er die richtige Wahl ist.“

Die österreichische Ressortchefin Maria Fekter forderte, der Niederländer müsse die klassische „Hartwährungspolitik“ seines Heimatlandes in dem Ministerclub fortführen. Dijsselbloem präsentierte bereits sein Arbeitsprogramm. Seiner Ansicht nach sind Budgetsanierung und Wachstum keine Widersprüche. „Solidarität ist eine Top-Priorität“, sagte er. „Ausgeglichene Haushalte sind nicht unvereinbar mit Solidarität.“

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Der Luxemburger Juncker (58) räumte nach acht Jahren auf eigenen Wunsch hin den Posten. Er war seit 2005 der erste ständige Vorsitzende des exklusiven Währungsclubs und in Europa als „Mister Euro“ bekannt. Im vergangenen Sommer wurde Schäuble als Nachfolgefavorit gehandelt. Er hatte jedoch nicht die Unterstützung Frankreichs.

In der Eurogruppe kommen monatlich die Finanzminister der 17 Eurostaaten zusammen. Es ist in der Finanz- und Schuldenkrise zu einem der weltweit wichtigsten Entscheidungsgremien geworden. So entscheiden die Minister etwa über milliardenschwere Hilfsprogramme für pleitebedrohte Euroländer.

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Entscheidungen zu Krisenländern wurden am Montag nicht getroffen. Juncker sagte, das Hilfsprogramm für Zypern werde voraussichtlich im März verabschiedet werden können. Er lobte Griechenland, Portugal und Irland, die bei ihrem Hilfsprogrammen in der Spur seien. Spanien soll zusätzliche knapp zwei Milliarden Euro für seine maroden Banken aus dem Rettungsschirm ESM bekommen - damit summiert sich die Hilfe für Madrid auf rund 41 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Igor

21.01.2013, 22:57 Uhr

Dijsselbloem ist ein Spezialist für Landwirtschaft, soll zuhause ein Pferd und Schweine halten.
Nun ja, auch wenn ihm jedwede fachliche Qualifikation fehlt, den Umgang mit der Klientel scheint er gelernt zu haben.

Rainer_J

21.01.2013, 23:48 Uhr

Das wird sicher nicht einfach. Pferde und Schweine lügen normalerweise nicht und das muss ja, laut Juncker, ein Eurogruppenchef am besten können. Dijsselbloem hat also keine Erfahrung, wie der Froschkönig Pierre Moscovici bemerkt.

beobachter

22.01.2013, 00:16 Uhr

Das sieht fast wie Reichsverweser aus.

Mal sehn ob mehr dabei herauskommen wird als geschleimter Mist.

@dig@central.banktunnel.eu
Dass Sie schreiben wie eine benachteiligte Amöbe ist inzwischen Weltbekannt.

Gefällt Ihnen sowas?
Finden Sie sich wichtig dabei?
oder sollte es Ihnen zureichen einfach Ihren Dreck auf die Weltgemeinschaft abzusondern?

Ich habe keinen Zweifel daran: auch Sie könnten intelligent schreiben.
Nur Mut: niemand wird Ihrer Amöbenbefindlichkeit irgendetwas nehmen wollen: nichteinmal Ihre eine Gehirnzelle auf die Sie auch noch stolz zu sein scheinen.

Indes: solange Sie Ihrer privaten Befindlichkeit wenig mehr entgegenzusetzen haben als Ihren traurigen Geisteszustand wirds einfach fad Junger Mann.

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