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24.03.2012

08:41 Uhr

Chefposten

Weltbank wählt drei Kandidaten aus

Neben US-Mediziner Jim Yong Kim ringen nun eine Nigerianerin und ein Kolumbianer um den Posten des Weltbank-Präsidenten. Bleibt der Chefsessel weiter in amerikanischer Hand? Eine Antwort soll es Ende April geben.

Ngozi Okonjo-Iweala hört während einer Debatte zu. dpa

Ngozi Okonjo-Iweala hört während einer Debatte zu.

WashingtonFür die Nachfolge von Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat die UN-Sonderorganisation drei Kandidaten ausgewählt. Wie die Weltbank am Freitagabend in Washington mitteilte, werden die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala, der ehemalige kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo sowie der US-Mediziner Jim Yong Kim in die engere Wahl gezogen. Mit ihnen werde der Exekutivrat Vorstellungsgespräche führen. Bis Ende April soll die Entscheidung fallen. Ocampo war zuvor von Brasilien nominiert worden, während Nigeria, Angola und Südafrika Okonjo-Iweala vorgeschlagen hatten.

Bisherige Weltbankpräsidenten seit 1946

1940er/50er/60er Jahre

George David Woods (Januar 1963 - März 1968)
Eugene Robert Black (Juli 1949 - Dezember 1962)
John Jay McCloy (März 1947 - Juni 1949)
Eugene Meyer (Juni 1946 - Dezember 1946)

1970er/80er Jahre

Barber Conable (Juli 1986 - August 1991)
Alden Winship Clausen (Juli 1981 - Juni 1986)
Robert Strange McNamara (April 1968 - Juni 1981)

1990er Jahre

James D. Wolfensohn (Juni 1995 - Mai 2005)
Lewis Preston (September 1991 - Mai 1995)

2000er Jahre

Robert Zoellick (Juli 2007 - geplant bis Juni 2012)
Paul Wolfowitz (Juni 2005 - Juni 2007)

US-Präsident Barack Obama hatte den erfahrenen Entwicklungshelfer Kim für die Führung der internationalen Finanzorganisation vorgeschlagen. „Der Leiter der Weltbank sollte ein umfassendes Verständnis über die Rolle der Entwicklungshilfe in der Welt haben“, begründete Obama seine überraschende Entscheidung. Da die Weltbank seit ihrer Gründung traditionell von einem Amerikaner geführt wird, während der Internationale Währungsfonds als Schwesterorganisation stets eine europäische Spitze bekommt, hat Kim durch die US-Nominierung beste Chancen auf das Präsidentenamt.

Der gebürtige Südkoreaner Kim ist Sohn von Einwanderern und leitet derzeit das renommierte Dartmouth College im Staat New Hampshire. Dort habe er Pionierarbeit für die internationale Verbreitung kostengünstiger, hochwertiger Gesundheitsversorgung geleistet, teilte das Weiße Haus mit. Kim ist zudem Mitbegründer der humanitären Einrichtung „Partners in Health“, die sich seit 25 Jahren für die medizinische Behandlung von Armen in der Welt einsetzt. Zudem war der Arzt einst Direktor der Aids- und HIV-Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO.

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Die Weltbank soll die Krisenherde dieser Welt mit Geld löschen. Doch sie steckt selbst in einer Führungskrise, seit ihr Chef Robert Zoellick seine Kündigung eingereicht hat. Die Kandidatensuche ist schwierig.

Obama verdeutlichte mit seiner Auswahl des Arztes auch, wo er den künftigen Schwerpunkt der Weltbank sieht. „Gesunde Bevölkerungen ermöglichen Wachstum und Wohlstand“, sagte er. Entsprechend sei Kim mit seinen „einzigartigen Fähigkeiten und jahrelanger Erfahrung“ besser qualifiziert als jeder andere für den Präsidentenposten. Fachleute lobten die US-Regierung für ihre bedachte Entscheidung: „Das ist ein großer Schritt nach vorne“, meinte der Co-Direktor des US-Instituts „Center for Economic and Policy Research“, Mark Weisbrot. Kim sei „der erste qualifizierte Weltbank-Präsident in 68 Jahren“.



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