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05.06.2013

00:58 Uhr

Chemiewaffen

Beweise für Giftgaseinsatz in Syrien

Zwei Jahre dauert der Konflikt schon an, nun soll eine „neue Ebene der Gewalt“ erreicht worden sein. Frankreich will außerdem Beweise für einen Einsatz von Chemiewaffen haben - daran gebe es „keine Zweifel“.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius: Für Frankreich gibt es „keine Zweifel“ mehr an einem Chemiewaffen-Einsatz von Assads Truppen. AFP

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius: Für Frankreich gibt es „keine Zweifel“ mehr an einem Chemiewaffen-Einsatz von Assads Truppen.

Genf/ParisMit der Feststellung des Chemiewaffen-Einsatzes durch Syriens Staatsführung setzt Frankreich die USA unter Handlungsdruck. Seine Regierung habe „keinen Zweifel“ mehr daran, dass das Giftgas Sarin mindestens ein Mal durch „das Regime und seine Komplizen“ eingesetzt wurde, sagte Außenminister Laurent Fabius am Dienstagabend.

Eben das hatte US-Präsident Barack Obama als „rote Linie“ für ein Eingreifen im Syrien-Konflikt bezeichnet, mit der „die Spielregeln verändert“ würden.

Weil einige Akteure aufgrund Obamas damaliger Äußerungen die Vorbedingungen für eine US-Militärintervention erfüllt sehen könnten, ist es höchst brisant, dass mit Frankreich nun erstmals ein westliches Land den Einsatz von Chemiewaffen durch die Assad-Regierung für klar erwiesen hält.

Fabius berief sich im Gespräch mit dem Fernsehsender France 2 auf Untersuchungsergebnisse französischer Experten und erklärte: „Alle Optionen sind auf dem Tisch.“ Entweder, es werde nicht reagiert, oder es werde „auch auf militärische Weise“ reagiert - dort, wo das Gas produziert oder gelagert werde.

„Soweit sind wir aber noch nicht“, fügte Fabius hinzu. Mit den neuesten Befunden sei nun aber „unbestreitbar eine Linie überschritten“.

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Auch das britische Außenministerium teilte kurz nach Frankreich mit, in einem britischen Labor untersuchte Proben aus Syrien hätten Sarin enthalten. Woher diese Proben stammten, wurde nicht mitgeteilt. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, verschiedene chemische Kampfstoffe seien eingesetzt worden, „manchmal einschließlich Sarin, manchmal nicht“.

Großbritannien forderte eine sofortige Untersuchung der Vereinten Nationen in dem Land. Die UN brauche „vollständigen und ungehinderten“ Zugang, verlangte der britische Außenminister Hague. „Das Ausmaß der Grausamkeiten“, die in Syrien geschähen, werde „immer klarer“.

Unmittelbar zuvor hatten die USA noch weitergehende Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien verlangt. Gemäß den bis dato vorliegenden Informationen aus Paris seien „noch weitere Prüfungen nötig, um feststellen zu können, von wem (das Gas) benutzt wurde, wieviel davon, und unter welchen Umständen“, sagte Obamas Sprecher Jay Carney.

Kommentare (12)

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Steinweg

04.06.2013, 21:47 Uhr

Chemische Waffen sind schwierig zu handhaben. Auf alle Faelle liegen nach Einsatz ganz viele Tote rum. Gerade bei Nervengas. Um fuenf Leute zu aegern nimmt man dann wohl doch einfachere Subsatanzen. Man erinnere sich des Einsatzes bei Saddam.

Rainer_J

04.06.2013, 21:57 Uhr

Ich habe das Gefühl, dass Frankreich hier bei den Beweisen nachhilft, um einen Angriffsgrund zu haben.

Soeltner

04.06.2013, 22:27 Uhr

War auch schon bei Saddam eine verlogene Geschichte.
Doch es könnte sein, dass man dieses Gas ein schleust, die Söldner damit rum schießen lässt und es dann den Assad Truppen unterstellt dass sie es eingesetzt hätten um so einen Angriffsgrund zu legitimieren.
Ein andere Variante wäre noch zu benennen:
Massen Vernichtung Waffen.
Diese Schublade wurde noch nicht geöffnet.
Aber es kann ja noch kommen.

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