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28.06.2011

15:59 Uhr

Chemikalien an Bord

Israel will Hilfsflotte für Gaza blockieren

Mit einer internationalen Flottille wollen pro-palästinensische Aktivisten Hilfsgüter nach Gaza bringen. Israel will die Ankunft der Schiffe verhindern - wegen Sicherheitsbedenken.

Pro-palästinensische Aktivisten wollen Hilfsgüter mit dem Schiff nach Gaza bringen. Quelle: Reuters

Pro-palästinensische Aktivisten wollen Hilfsgüter mit dem Schiff nach Gaza bringen.

Tel Aviv/Athen/GazaDer Streit um eine internationale Flottille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen spitzt sich zu. Ein israelischer Militärsprecher warf den Organisatoren am Dienstag vor, dass mehrere der 400 pro-palästinensischen Aktivisten Chemikalien wie Schwefeldünger mit an Bord gebracht hätten. Damit wollten sie israelische Soldaten am Entern der Schiffe hindern und kampfunfähig machen.

Eine Sprecherin der Organisation „Free Gaza“ wies die Vorwürfe als lächerlich zurück. „Israel weiß, dass es sich um eine gewaltfreie Initiative handelt. Alle Teilnehmer haben sich mit einer Erklärung verpflichtet, dass sie auf Gewalt verzichten“, sagte Huwaida Arraf.

Derzeit steht noch nicht fest, wann die zehn Schiffe mit rund 3000 Tonnen Hilfsgütern an Bord vom griechischen Hafen Piräus aus Kurs auf den Gazastreifen nehmen. Der Grund: Wegen Sabotage ist nach Angaben der Organisatoren ein Schiff manövrierunfähig. „Unser Ziel ist, so schnell wie möglich auszulaufen“, sagte Arraf.

Im Streit um die Gaza-Flottille will Israel weiterhin hart bleiben. Der nationale Sicherheitsrat beschloss, dass die Schiffe den Hafen von Gaza nicht anlaufen dürfen. Dabei solle es mit den Passagieren „so wenig Reibung wie möglich geben“, heißt es in einer Erklärung des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Israel hat nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas-Organisation im Juni 2007 den Gazastreifen weitgehend abgeriegelt. Israel stuft die Hamas als Terrororganisation ein. Die Seeblockade soll nach israelischen Angaben verhindern, dass Waffen in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Israel hat den Organisatoren der Flotte angeboten, die Hilfsgüter in einem israelischen oder ägyptischen Hafen löschen zu lassen. Von dort könnten sie auf dem Landweg in den Gazastreifen transportiert werden.

Ein israelisches Armeekommando hatte vor gut einem Jahr bereits eine Gaza-Flotille im Mittelmeer mit Gewalt gestoppt. Die Soldaten töteten bei der Übernahme des türkischen Passagierschiffes „Mavi Marmara“ neun Aktivisten.

Die Behörden im Gazastreifen appellierten an die Vereinten Nationen, Druck auf Israel auszuüben, damit es die „unfaire Blockade“ des Gazastreifens beendet. Die Abriegelung widerspreche den „einfachsten Prinzipien der Menschenrechte“.

Von

dpa

Kommentare (3)

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mundm

28.06.2011, 16:41 Uhr

Die Behörde von Gazastreifen ( Hammas) sprehen von Prinzipien der Menschenrechte, aber Den soldat die seit 5 Jahre gefangen ist ohne eine besuch vom Rotekreuz zu gestatten ist eine normale sache, und die welt schaut zu wie immer blind und einseitig und helfen Terroristen die nicht nur von Israel als solche eingestuft sonder auch von Europaparlament.

Account gelöscht!

01.07.2011, 07:04 Uhr

Neues von den Irren:
Flottille fordert: Gaza für alle!

Nachdem nun das zweite Schiff mit einem Maschinenschaden festliegt, diesmal ist es die Saoirse aus Irland mit Reiseziel Hamastan, überlegt man sich bei den Veranstalter_innen der Gaza-Flottille nicht etwa, ob man bei der Auswahl der Fortbewegungsmittel in Zukunft etwas mehr auf Qualität achten sollte, sondern steigert sich stattdessen lieber in die Wahnvorstellung hinein, man wäre bereits in Athen Opfer einer angeblichen israelischen Sabotage geworden, von der in Israel bloß keiner was weiß.



von Gerrit Liskow

Account gelöscht!

03.07.2011, 10:17 Uhr

Bundesregierung soll Israel eindeutig unterstützen!”
3. Juli 2011 – א׳ בתמוז תשע״א


Persönlichkeiten aus dem Berliner politischen Leben und Vorsitzende israel-solidarischer Organisationen haben die “Berliner Initiative” ins Leben gerufen, um eine klare Stellungnahme zur erwarteten Flottille zu geben…

In dem Aufruf heißt es: „Auch wenn die 2. „Gaza Flottille“ noch nicht unterwegs ist – Sie ist eine vorsätzliche Provokation Israels.

„Die Deutsche Initiative zum Bruch der Gazablockade unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Udo Steinbach, gibt hiermit in Zusammenarbeit mit allen Multiplikatoren der Freedom Flottille II bekannt, dass der Zeitraum für den Start der Freedom Flottille II beschlossen wurde. Diese wird somit aller Voraussicht nach in der dritten Juniwoche 2011 in See stechen, um die Blockade des Gazastreifens zu brechen.”

So heißt es in einer Pressemitteilung der deutschen „Friedensaktivisten“ vom 30.5.2011. Sie ist erstaunlich ehrlich:

Es ist nicht von einer „Hilfsflottille“ die Rede, sondern von einer „Initiative zum Bruch der Gazablockade“. Schirmherr der „Deutschen Initiative“ ist Prof. Udo Steinbach, der ungeachtet der neun getöteten Aktivisten bei der ersten „Gaza Flottille“ zu strafbaren Handlungen aufruft. Die Gefahr von Toten und Schwerverletzten nimmt dieser Schirmherr offensichtlich billigend in Kauf.

Wir stellen fest:

http://www.hagalil.com/archiv/2011/07/03/berliner-initiative/

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