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08.01.2015

12:14 Uhr

Chérif und Said K.

Das sind die beiden Hauptverdächtigen

Chérif und Said K. sind Brüder. Sie sollen in der Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdot“ ein Blutbad angerichtet haben. Jetzt sind sie auf der Flucht vor der Polizei. Wer sind die beiden Hauptverdächtigen?

Mit diesen Fotos von Chérif (l.) Said sucht die französische Polizei nach den Tatverdächtigen. ap

Mit diesen Fotos von Chérif (l.) Said sucht die französische Polizei nach den Tatverdächtigen.

ParisDie französische Polizei fahndet nach dem Mordanschlag von Paris mit zwölf Toten nach zwei Hauptverdächtigen. Mittlerweile veröffentlichten die Ermittler ein Fahndungsplakat. Die mutmaßlichen Täter, die Brüder Said und Chérif K. sind polizeibekannt. Ein mutmaßlicher Helfer der beiden Brüder stellte sich nach knapp zwölf Stunden freiwillig der Polizei. Er soll seine Unschuld beteuern. Doch was ist über die beiden Hauptverdächtigen bekannt?


Chérif K. (32)

Der jüngere der beiden Brüder hat nach Berichten französischer Medien bereits ein Vorleben als Islamist. Er wurde 1982 in Paris geboren. Er soll Teil einer nach dem städtischen Park „Buttes-Chaumon“ genannten Verbindung um den radikalen islamischen Prediger Farid Benyettou gewesen sein, die in Frankreich Dschihadisten für den Kampf im Irak angeheuert haben soll. Kurz bevor der damals 22 Jahre alte Hilfsarbeiter sich via Syrien in den Irak absetzen konnte, um dort als Dschihadist gegen die US-Truppen zu kämpfen, wurde er verhaftet.

Anschläge von Islamisten in Frankreich

Dezember 2014

Polizisten erschießen im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours einen Mann, der mit „Allahu Akbar“-Rufen („Gott ist groß“) in ein Kommissariat stürmt und mit einem Messer drei Polizisten verletzt. Die Ermittler gehen von einer radikalislamisch motivierten Tat aus. Der Überfall erinnere an Taten, zu denen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufrufe.

Oktober 2012

Bei einem Anti-Terroreinsatz in mehreren französischen Städten erschießt die Polizei den 33-jährigen Dschihadisten Jeremy Sidney in Straßburg und nimmt elf weitere mutmaßliche Islamisten fest. Sidney und seine Kumpane werden für einen Anschlag auf ein jüdisches Geschäft verantwortlich gemacht.

März 2012

Der Attentäter Mohamed Merah erschießt in einer Mordserie insgesamt sieben Menschen. Unter ihnen waren drei Kinder und ein Lehrer einer jüdischen Schule. Augenzeugen berichten, der Täter habe mit einer Minikamera gefilmt und sei geflohen. Bevor der Mann nach rund 32-stündiger Polizeibelagerung seiner Wohnung bei einer Schießerei getötet wurde, hatte er sich als Al-Kaida-Anhänger und Mudschaheddin (Gotteskrieger) bezeichnet.

November 2011

Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf die Redaktion des französischen Satireblattes „Charlie Hebdo“. Es brachte am gleichen Tag ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien heraus und hatte sich dazu in „Scharia Hebdo“ umbenannt. Als Chefredakteur war „Mohammed“ benannt worden. Das Magazin hatte 2006 die umstrittenen Mohammed-Karikaturen aus Dänemark nachgedruckt und bereits in dem Zusammenhang Drohungen und eine Klage erhalten.

Im Jahr 2008 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zwei Jahre später wurde sein Name im Zusammenhang mit einem Befreiungsversuch eines inhaftierten Mitglieds einer islamistischen Gruppe genannt. Bevor Cherif K. im 19. Arrondissement von Paris den religiösen Unterweisungen von Benyettou folgte, war er nach Informationen von „France 3“ ein wenig frommer Rap-Fan, der hübschen Mädchen nachstellte. Den Recherchen zufolge bestand seine Vorbereitung auf eine geplante Reise in den Irak damals aus Jogging-Runden, die er in einem Pariser Park drehte und einer kurzen Einweisung an automatischen Waffen durch einen obskuren Waffenspezialisten.

Said K. (34)

Auch der ältere Bruder ist als französischer Staatsbürger im zehnten Arrondissement von Paris geboren. Im Zusammenhang mit den Aktivitäten seines jüngeren Bruders soll auch Said K. 2010 im Visier der Ermittler gewesen sein. Dabei sollen sich keine Erkenntnisse ergeben haben.

Charlie Hebdo

Frankreich jagt die Attentäter von Paris

Charlie Hebdo: Frankreich jagt die Attentäter von Paris

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Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Walter Gerhartz

08.01.2015, 13:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Old Harold

08.01.2015, 13:34 Uhr

Extremismus, also das gewalttätige Aufzwingen einer Meinung auf Andersdenkende, ist das vielleicht schlimmste Verbrechen des 21. Jahrhunderts.

Zynismus, sich (öffentlich) lustig machen über das, was anderen Menschen heilig ist, geht dem unmittelbar voraus.

Wir sollten uns daher sehr gut überlegen, ob wir uns mit Zynikern blind solidarisieren dürfen.

Herr W. Zimmermann

09.01.2015, 15:36 Uhr

Handbuch für politisch korrektes Handeln im Zuge des Anschlages in Frankreich:

1 Unbedingt Ängste äußern,der Anschlag könne von Pegida instrumentalisiert werden
2 Nicht vergessen zu erwähnen,daß es mit dem Islam nix zu tun hat
3 Nicht direkt, aber latent erwähnen,daß das Satireblatt auch selber Schuld hat und Muslime provoziert
4 Nochmal erwähnen,daß es mit dem Islam nix zu tun hat
5 Sagen,daß an der Gewalt die Gesellschaft schuld ist, die Muslime ausgrenzt
6 Wieder erwähnen,daß es mit dem Islam nix zu tun hat
7 Zur Demo gegen "Islamophobie" aufrufen
8 Sagen, es könnten genauso so gut auch Rechte gewesen sein
9 M. Lüders, A. Mazyek und ähnliche Personen in Talksendungen
einladen, die dann sagen,daß es nix mit dem Islam zu tun hat
10 Mehr Mittel und Anstrengungen für den Kampf gegen Rechts verlangen!
Für alle anderen, genügend Mittel gegen Brechdurchfall kaufen, um
die kommenden Betroffenheitsreden der linken Politiker und
Islamophilien zu ertragen

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