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04.02.2012

09:59 Uhr

China-Besuch

Merkels Bilanz umweht ein Hauch von Kritik

Zum Abschluss ihrer Chinareise hat Angela Merkel eine positive Bilanz gezogen. Sie griff in ihrer Abschlussrede aber auch heikle Themen auf: Ein Menschenrechtler wurde am Besuch ihres Empfangs in Peking gehindert.

Angela Merkel bei Gesprächen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten in Guangzhou. Reuters

Angela Merkel bei Gesprächen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten in Guangzhou.

GuangzhouZum Abschluss ihrer China-Reise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine positive Bilanz gezogen, sich aber beunruhigt über die Menschenrechtslage und den Umgang mit den Tibetern geäußert. Vor dem Rückflug nach Berlin sagte Merkel am Samstag in der südchinesischen Metropole Kanton (Guangzhou), mit ihrer Reise seien die Beziehungen zwischen Deutschland und China „ein ganzes Stück vorangekommen“.

Zum Abschluss traf Merkel noch den Parteichef der wirtschaftlich blühenden Provinz Guangdong, Wang Yang. Er gilt als aufstrebender Spitzenpolitiker der Kommunistischen Partei.

Chinesische Staatsmedien kommentierten, die Gespräche zwischen Merkel und der chinesischen Führung hätten gezeigt, „dass die beiden Wachstumsmotoren der Welt gemeinsam an der Spitze des Kampfes gegen die Rezession stehen“. Dies trage ein Stück zur Beruhigung der globalen finanziellen Instabilität bei, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Merkel hatte in Peking Staats- und Parteichef Hu Jintao und Regierungschef Wen Jiabao getroffen, der sie auch noch nach Südchina begleitete.

Auch die Menschenrechtslage und das gewaltsame Vorgehen gegen Proteste der Tibeter seien zur Sprache gekommen, betonte die Kanzlerin. „Wir haben insgesamt über die Situation der Menschenrechte gesprochen“, sagte Merkel. „Dabei ist auch das Thema Tibet zur Sprache gekommen als eines von vielen Themen, die uns durchaus beunruhigen.“ Am Rande des Besuchs wurde zudem eine Liste mit 20 Fällen verfolgter Bürgerrechtler übergeben.

Merkel bedauerte, dass die chinesische Staatssicherheit den prominentesten Bürgerrechtsanwalt Mo Shaoping daran gehindert hatte, zu einem Treffen in die deutsche Botschaft in Peking zu kommen. „Ich denke, ein Land wie China mit der großen Vitalität und Entwicklungsdynamik sollte auch das Vertrauen haben, dass die Menschen dazu notwendig sind, die ihrerseits mit Vitalität und Überzeugungskraft diese Zivilgesellschaft stärken“, sagte Merkel.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

04.02.2012, 03:25 Uhr

"Merkels Bilanz umweht ein Hauch von Kritik"

Ich liebe diese Überschrift!

"Critique" - der neue Duft von Armani oder Hugo Boss, ich kann's bis hier hin riechen.

Chapeau, werter Titelerfinder - eine Meisterleistung in Sachen ganz, ganz, ganz subtiler Propaganda ...

Adolf

04.02.2012, 07:06 Uhr

Hallo liebe Frau Merkel, Sie sind auch Europäerin, nicht vergessen
Das Wort "deutsch" kommt in diesem kurzen Artikel sieben Mal vor!
Ein Bisschen viel eigentlich!
Dafür kommt das Wort EU oder Europa nie vor, für eine die gerne die Führung in Europa beansprucht eigentlich wenig.
Kein Wunder dass die Nazi oder modern gesagt die Deutschnationale im Kommen sind.

Gast

04.02.2012, 09:00 Uhr

Gast
Lieber Herr Adolf,
so ein saudummes Gschwätzgebabbel, wann sprechen Sarko oA bei Auslandsreisen von Deutschland? Was haben Napoleon bzw. Ludwi XIV gemacht? Ma, kann ewig in europäischer Geschichte kramen, gefunden wird immer was!

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