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22.02.2016

17:31 Uhr

China

Die fünf größten Baustellen der chinesischen Wirtschaft

China hat angekündigt, 1000 Bergwerke wegen Überproduktion zu schließen. Kaum eine eine Woche vergeht, in der es nicht neue Schlagzeilen aus dem Land gibt. Was sind die drängendsten Probleme der Volkswirtschaft?

China leidet unter gewaltigen Überkapazität in der Stahlbranche und anderen Wirtschaftsbereichen. Reuters

Stahlwerk in Hefei

China leidet unter gewaltigen Überkapazität in der Stahlbranche und anderen Wirtschaftsbereichen.

PekingDie Aktienmärkte schlagen Kapriolen, die Währung steht unter Druck, die Verschuldung von Unternehmen steigt rasant. Die Regierung in Peking ist nicht nur mit dem langsamsten Wachstum seit 25 Jahren konfrontiert, sondern muss mehrere Brandherde gleichzeitig löschen. Ein Überblick:

Überkapazitäten: Es ist nach Einschätzung von Ökonomen derzeit das gravierendste Problem der chinesischen Wirtschaft: Praktisch alle wichtigen Industriezweige des Landes leiden unter großen Überkapazitäten. Das bedeutet: Fabriken haben deutlich mehr Produktionsanlagen und Mitarbeiter als sie eigentlich brauchen. Aus diesem Grund kündigte Peking am Montag auch an, 1000 Kohle-Bergwerke zu schließen.

China und Japan: Asien geht die Puste aus

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Der Sorge vor einer Dauerkrise der Weltwirtschaft erhält durch die Schwäche der zwei größten Volkswirtschaften Asiens neue Nahrung: Chinas Exporte brechen drastisch ein und Japan macht ein schwacher Konsum zu schaffen.

Laut einer am Montag veröffentlichten Studie der Europäische Handelskammer in Peking betrugen etwa die Produktionskapazitäten der Stahlindustrie im Jahr 2014 1,14 Milliarden Tonnen. Produziert wurden allerdings nur 813 Millionen Tonnen, womit die Überkapazitäten der Stahlproduzenten bei 327 Millionen Tonnen lagen. Peking stößt beim Abbau der Überkapazitäten auf großen Widerstand bei Lokalregierungen. Die Angst der Provinzen: Wenn Millionen Menschen ihre Jobs verlieren, könnte das zur Gefahr für die Stabilität werden.

Aktienmarkt: Von Mitte 2014 bis Mitte 2015 legte Chinas Leitindex in Shanghai um über 150 Prozent zu, weil sich vor allem Privatleute im Börsenfieber verschuldeten und Aktien auf Pump kauften. Es passierte, was passieren musste: Die Blase platzte und seit den Hochständen im vergangenen Sommer haben sich die Kurse fast halbiert. Experten sagen, Chinas Regierung hat bei der Bewältigung der Krise keine gute Figur gemacht.

Mit Verkaufsverboten für Aktien, erzwungenen Handelspausen und Aktien-Aufkaufprogrammen in Milliardenhöhe versuchte Peking den Kursrutsch zu stoppen, erreichte aber das Gegenteil: Die Verunsicherung nahm weiter zu. Am Wochenende musste deshalb Xiao Gang, der bisherige Chef der Börsenaufsicht, seinen Hut nehmen. Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, ist jedoch fraglich.

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