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28.04.2017

20:14 Uhr

China droht mit Sanktionen

Trump befürchtet „großen Konflikt“ mit Nordkorea

Am liebsten würde Donald Trump den Konflikt mit Nordkorea diplomatisch lösen, sagt er. „Aber das ist sehr schwierig.“ Vorerst setzen die USA auf Chinas Einfluss. Ein Scheitern schließen sie aber nicht aus.

US-Kritik an Atom- und Raketenprogramm

Trump: „Eine Eskalation mit Nordkorea ist nicht ausgeschlossen"

US-Kritik an Atom- und Raketenprogramm: Trump: „Eine Eskalation mit Nordkorea ist nicht ausgeschlossen"

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WashingtonIm Konflikt mit Nordkorea haben die USA vor einer gewaltsamen Eskalation gewarnt. Präsident Donald Trump schloss in einem Reuters-Interview nicht aus, dass die diplomatischen Bemühungen letztlich scheitern könnten. „Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben.“ In New York warb Außenminister Rex Tillerson für schärfere Sanktionen gegen das kommunistische Land, das immer wieder mit Raketen- und Atomtests provoziert. „Die Gefahr eines nordkoreanischen Atomangriffes auf Seoul oder Tokio ist real.“ Während er sich einen Militärschlag offenhielt, mahnten China und Russland zur Zurückhaltung.

Trump hatte bereits ein härteres Vorgehen gegen Nordkorea angekündigt und auch einen Angriff nicht ausgeschlossen. Trotz internationaler Kritik und verschärfter UN-Sanktionen treibt Nordkorea das Atom- und Raketenprogramm voran. Mit den Tests verstößt das Land gegen Resolutionen des Sicherheitsrates. Tillerson beklagte nun, es sei wohl nur eine Frage der Zeit, bis Nordkorea das Festland der USA angreifen könne. Nach Einschätzung von Experten könnte die Führung in Pjöngjang nach dem Jahr 2020 dazu in der Lage sein.

Der US-Präsident bekräftigte, dass er eine friedliche Beilegung des Konflikts anstrebe, etwa mit neuen Wirtschaftssanktionen. „Am liebsten würden wir diese Dinge diplomatisch lösen, aber das ist sehr schwierig.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei China, der einzige große Verbündete Nordkoreas. Selbst die Regierung in Peking hat sich über das Nachbarland verärgert gezeigt. Trump lobte ausdrücklich die Anstrengungen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, Nordkorea zum Einlenken zu bewegen. „Ich denke, er bemüht sich sehr.“ Es sei aber nicht auszuschließen, dass Xi am Ende keinen Erfolg habe.

Der chinesische Außenminister Wang Yi rief Nordkorea in einer Sitzung des Sicherheitsrates auf, die Entwicklung von Atomwaffen und Raketen einzustellen. Er mahnte zugleich alle Parteien, auf den Einsatz von Gewalt zu verzichten. Dies würde nur zu größerem Unglück führen. Noch deutlicher wurde der Vertreter Russlands. Gewalt gegen Nordkorea wäre „absolut unannehmbar“, sagte der stellvertretende Außenminister Gennadi Gatilow in New York. „Die aggressiven Worte und die unverantwortlichen Muskelspiele haben zu einer Lage geführt, in der sich der die ganze Welt fragt, ob es Krieg geben wird.“

Tillerson, der gerade dem Sicherheitsrat vorsitzt, kritisierte das Gremium dafür, Sanktionen gegen Nordkorea nicht umgesetzt zu haben. Andernfalls wäre es wohl nicht zu dieser Eskalation gekommen. Er dämpfte zugleich die Erwartungen, Nordkorea wieder zu Gesprächen zu bewegen. „Wir werden uns nicht an den Verhandlungstisch zurückverhandeln. Wir werden Verletzungen früherer Resolutionen nicht belohnen.“ Der Minister rief die Staatengemeinschaft stattdessen auf, die diplomatischen und finanziellen Verbindungen zu Nordkorea zu kappen. Er hob besonders die Rolle Chinas hervor, auf das 90 Prozent des gesamten nordkoreanischen Handelsvolumens entfalle.

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Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums hatte gesagt, er erwarte nicht, dass der Sicherheitsrat am Freitag neue Sanktionen beschließen werde. Wenn es bei dem Treffen nur um Sanktionen und mehr Druck gehe, bestehe die Gefahr, dass sich die Konfrontation verschärfe und die Bemühungen um eine friedliche Lösung beschädigt würden. In dieser Woche hatte ein amerikanisches Atom-U-Boot in Südkorea festgemacht. Zudem nähert sich ein Flugzeugträger koreanischen Gewässern. Die USA bauen auch ein Raketenabwehrsystem in Südkorea auf, das in wenigen Tagen einsatzbereit sein soll.

Nordkorea selbst warf den USA vor, durch Manöver mit Südkorea die Lage verschärft und die koreanische Halbinsel an den Rand eines Atomkrieges gebracht zu haben. In einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA hieß es weiter, die eigene Atomstreitmacht sei ein „Schwert der Gerechtigkeit und eine zuverlässige Abschreckung“.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Vinci Queri

28.04.2017, 10:10 Uhr

>> Trump befürchtet „großen Konflikt“ mit Nordkorea >>

Tweet TRUMP :

>> Bekommen großen, großen Konflikt. Korea wollen nix zahlen für Stationierung von THAAD ( Raketenabwehrsystem ). Dann greifen BEIDE Koreas an >>

Herr Holger Narrog

28.04.2017, 10:34 Uhr

POTUS (Trump) wurde von den Amerikanern eigentlich gewählt um die kostspielige interventionistische (imperalistische) Politik der USA zu beenden. Mittlerweile macht er offensichtlich das Gegenteil dessen wofür er im Wahlkampf stand und gewählt wurde.

China ist als Schutzmacht Nordkoreas definitiv der richtige Ansprechpartner für Nordkorea. China hat begonnen Nordkorea zu disziplinieren in dem es die Kohleimporte aus Nordkorea gestoppt hat. Weitere Sanktionen können folgen. Meines Erachtens wäre es für den nordkoreanischen Diktator sinnvoller den Konflikt mit den USA zu deeskalieren, auf Atom- und Raketentests öffentlich zu verzichten. Insofern ist der Diktator wohl kaum vernünftig.

Rainer von Horn

28.04.2017, 11:03 Uhr

@Herr Holger Narrog28.04.2017, 10:34 Uhr

"POTUS (Trump) wurde von den Amerikanern eigentlich gewählt um die kostspielige interventionistische (imperalistische) Politik der USA zu beenden"

Ja, dafür wurde er gewählt, aber das wird er nicht tun, denn er ist genauso Teil des politisches Establishments wie der Ex-Investmentbanker der wohl bald französischer Präsident wird. Es genügt, daß die Leute GLAUBEN, dass es Veränderungen geben wird.

Bei mir war Trump schon durch, als ich sein Team sah. Die jüngsten militärischen Aktionen und die Protektion von Soros in der Uni-Frage komplettieren langsam das Bild.

"Es scheint also, als sei der Tod der Central European University etwas voreilig verkündet worden – allerdings nur, weil Trump vielleicht doch nicht ganz so ist, wie Orbán geglaubt hatte. Soros’ Aktivitäten in der Region fördern letztlich amerikanische Interessen. Und Trump ist Amerikas Präsident, auch wenn er persönlich Soros immer wieder für dessen Liberalismus und politischen Aktivismus kritisiert hat."

Quelle:
https://www.welt.de/politik/ausland/article163668186/Hat-Viktor-Orban-vor-Donald-Trump-kapituliert.html

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