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18.09.2012

16:00 Uhr

China gegen Japan

„Mao macht uns stark!“

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die nationalistische Stimmung kocht hoch, China steuert auf eine handfeste Konfrontation mit Japan zu. Doch die Demonstranten in Peking sind überzeugt, das Richtige zu tun – und sie haben die Staatsmacht hinter sich.

Anti-Japan-Proteste mit Bildern von Mao. dapd

Anti-Japan-Proteste mit Bildern von Mao.

PekingRiesige rote Fahnen, Spruchbänder mit patriotischen Parolen und überlebensgroße Bildnisse des Ex-Diktators Mao Zedong – das ist die Ausstattung der Demonstranten am Dienstag vor der japanischen Botschaft in Peking. Warum Mao? „Er hat China stark gemacht“, sagt der "kleine Wang", wie ihn seine Freunde nennen, ein Angestellter Mitte 20, der sich heute extra freigenommen hat, um gegen Japan zu demonstrieren.

Wie Zehntausende andere Bewohner der chinesischen Hauptstadt Peking zieht der kleine Wang heute am Haupttor der diplomatischen Vertretung des verhassten Nachbarlands vorbei und brüllt markige Parolen. Er streckt die Faust in die Luft und ruft: „Zuschlagen! Zuschlagen! Gegen die mickrigen Japaner!“

China und Japan streiten sich um einige Felseninseln im Meer nordöstlich von Taiwan. Während in Peking und anderen chinesischen Städten die nationalistische Stimmung hochkocht, bahnt sich vor der chinesischen Ostküste eine gefährliche Konfrontation an: Eine Flotte von mehreren Tausend Fischerbooten ist bereits in Richtung der Diaoyu-Inseln (japanisch Senkaku) in See gestochen. Sie wollen dort ihre Netze auswerfen – und riskieren bewusst, von der japanischen Küstenwache wegen Verletzung von Hoheitsrechten aufgebracht zu werden.

Die Frage nach dem wahren Besitzer der Inseln beschäftigt die beiden asiatischen Mächte schon seit mehreren Jahren, doch in den vergangenen Wochen steuern sie plötzlich auf eine Konfrontation zu. „Eine weitere Eskalation ist durchaus möglich“, sagt Tetsuo Kotani von vom Japan Institute of International Affiars in Tokio. „Nach dem derzeit gültigen Abkommen dürfen chinesische Fischer nicht in die japanischen Hoheitsgewässer um die Inseln eindringen.“

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Die Küstenwache werde in diesem Fall „gezwungen sein, geltende Gesetze anzuwenden“, so Kotani. Wenn keine der beiden Seiten nachgebe – wofür sich derzeit keine Anzeichen finden – dann könne es zu einem Katastrophenszenario kommen: Die Seestreitkräfte beider Seiten fangen an, aufeinander zu schießen.

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