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05.01.2011

03:11 Uhr

China

Peking sucht Investoren aus Deutschland

Die Volksrepublik China wünscht sich verstärkt Investitionen aus Deutschland - und hier vor allem im Bereich der Hochtechnologie. Das schreibt der stellvertretende Ministerpräsident Li Keqiang in einem Gastbeitrag. Der Vizepremier kommt am Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch nach Deutschland.

Wünscht sich mehr Investitionen aus Deutschland: Chinas Vizepremier Li Keqiang Reuters

Wünscht sich mehr Investitionen aus Deutschland: Chinas Vizepremier Li Keqiang

HB MÜNCHEN. Die chinesische Regierung wirbt um neue Investitionen aus Deutschland und bemüht sich besonders um Hochtechnologie-Firmen zur Erschließung neuer Märkte. Der für Reformen und Wirtschaftsfragen zuständige Vize-Premierminister, Li Keqiang, schreibt in einem Beitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe), Chinas und Deutschlands Wirtschaft seien „in hohem Maß komplementär“. Das eröffne neue Chancen, allerdings auch für chinesische Unternehmen. Li forderte, dass auch die Bedingungen für Investitionen und Existenzgründungen chinesischer Unternehmen in Deutschland verbessert werden müssten.

Li Keqiang trifft am Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland ein, wo er unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle sprechen wird. In dem Zeitungsbeitrag kündigte Li außerdem an, dass sich China weiter an der Stabilisierung des Euros beteiligen werde. China werde „Pakete zur Finanzstabilisierung“ aufkaufen. Zuvor schon hatte Li in Madrid verkündet, dass China die spanischen Reformen zur Finanzmarkstabilisierung unterstütze und spanische Staatsanleihen kaufen werde.

Besondere Anreize will China nach den Worten Lis für Hochtechnologie-Unternehmen in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Energie und Materialwirtschaft schaffen. Insgesamt müsse das Investitionspotential besser ausgeschöpft werden, sagte der Vize-Premier. Dabei sicherte er zu, dass China seine Wirtschaftsgesetze und die Investitionspolitik verbessern, „geistiges Eigentum schützen und ein stabiles, ordnungsgemäßes, transparentes und berechenbares Marktumfeld schaffen“ werde. Alle in China registrierten Unternehmen würden wie inländische Firmen behandelt.

Kommentare (8)

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Micha

05.01.2011, 08:57 Uhr

Die wollen nur unser "know-how", damit sie es kopieren und dann billiger herstellen und verkaufen können! Wann lernt unsere Politik und industrie, daß wir mit unserem "Technologietransfer" Deutsche Arbeitsplätze vernichten? Vermutlich hat aber auch dort jeder "Entscheidungsträger" einen Preis für den er das Deutsche Wohl hinten anstellt....

Malocher

05.01.2011, 09:35 Uhr

Li wird bei Merkel und Westerwelle sicher auf offene Ohren stossen; das deutsch-chinesische Geschäftsmodell könnte dann so aussehen:

1.) China entsendet dank neuer 40000Euro Regelung für Zuwanderer ein paar Tausend ingenieure zu technologisch interessanten deutschen Unternehmen.

2.) Der grösste Teil dieser ingenieure kehrt in ein paar Jahren wieder nach China zurück, um eine eigene Fertigung aufzubauen und der Rest bleibt in Deutschland, um dort die benötigten Vertriebsniederlassungen zu managen.

Selbstredend werden sich die Chinesen von deutschen Politikern und Entscheidungsträgern dabei eingehend "beraten" lassen.

Poldi 0824

05.01.2011, 10:05 Uhr

Das sind Große Worte auf künftige Gesetze aus kompetentem Munde.
Nur ist leider zu gut bekannt, welchen Wert Gesetze in China gegenüber dem eigenem Volk und den betrieben in der Umsetzung haben.ich glaube nicht, daß sehr viele deutsche Entscheidungsträger darauf vertrauen werden.
Vielfach verbrauchtes Vertrauen neu zu schaffen ist auch in China ein langwieriger Prozess. Auch wenn man ' in hohem Maß komplementär ist ' . Das wird Herr Li Keyjang anscheinend noch lernen müssen.
Trotzdem wird die Geldgier einige deutsche Entscheidungsträger nicht davon abhalten können, Erfahrungen der eigenen Art zu machen.

Schönen Tag noch.

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