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26.10.2012

12:07 Uhr

Chinas Premier Wen Jiabao

Prost, Kommunismus – was kostet die Welt?

VonFinn Mayer-Kuckuk

Wen Jiabao galt als unbestechlich, doch nun gerät Chinas Premier ins Zwielicht. Der Vorwurf: Vorteilsnahme und Vetternwirtschaft. Im Schatten der Macht sollen seine Verwandten ein Milliardenvermögen angehäuft haben.

Chinas Premier Wen Jiabao. AFP

Chinas Premier Wen Jiabao.

PekingWie reich darf ein guter Kommunist sein? In China ist die Grenze offenbar nach oben offen. Die Familie von Premier Wen Jiabao soll während seiner Regierungszeit ein Vermögen von rund zwei Milliarden Euro aufgehäuft haben. Möglich machte das die Nähe zur Macht.

Die Neuigkeit kommt für die Kommunisten zur Unzeit. Vor einem entscheidenden Parteitag der Kommunistischen Partei schüren solche Nachrichten die Unzufriedenheit im Volk. Schon jetzt brechen in allen Landesteilen regelmäßig Aufstände von Unzufriedenen los, die sich benachteiligt fühlen.

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Vor allem Wens Frau, Zhang Beili, ist dabei schon lange wegen ihrer verzweigten Geschäfte in der Edelsteinbranche im Gerede. Wen hat sich zwar schon vor Jahren von ihr distanziert, doch das hindert sie nicht daran, weitere Millionen anzuhäufen. Der Handel mit Diamanten ist in China staatlich reguliert. Zhang hatte praktisch ein Monopol auf den Im- und Export.

Heute Vormittag haben die Zensurbehörden in Peking dann plötzlich hart gegen die Verbreitung eines Artikels in der US-Zeitung „New York Times“ durchgegriffen. Die Journalisten hatten die Finanzverflechtungen der Familie Wen im Detail nachverfolgt und in einem längeren Artikel zusammengestellt. Der Onlineauftritt der Zeitung ist seitdem von China aus nicht mehr erreichbar, der Webbrowser zeigt nur eine Fehlermeldung.

Die chinesische Regierung weist den Bericht der New York Times als falsch zurück. „Hinter solchen Berichten stecken strategische Motive der USA", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. "Es geht darum, China schlecht zu machen.“

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Unter Chinas Top-Kommunisten steigt merklich die Nervosität. Das Volk fühlt sich zunehmend betrogen: Während der soziale Aufstieg immer schwerer wird, bereichern sich einige wenige Familien an den Schaltstellen der Macht. Denn in Chinas Staatswirtschaft sind Beziehungen Geld. „Es gibt vier große Familien, die die Adern der chinesischen Wirtschaft kontrollieren“, sagt der emeritierte Politologe Shang Dewen von der Peking-Universität. „Die Kommunistische Partei repräsentiert nicht mehr die Interessen des Volkes, sondern nur noch ihre eigenen.“

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

26.10.2012, 12:28 Uhr

Geiler Typ, ich liebe den Kommunismus!!

Romama

26.10.2012, 13:00 Uhr

Wen jiabao for us president!!!

FrankSchulz

26.10.2012, 13:02 Uhr

Chinesen beuten einfach alles aus, kopieren die Produkte Ihrer Geschäftspartner und zerstören die Umwelt. Das alles mit einem Lächeln im Gesicht...

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