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02.05.2012

10:36 Uhr

Chinas Staatsaffäre

Die bizarre Welt der Frau Gu

VonFinn Mayer-Kuckuk

Bo Xilai schien auf dem Weg, Chinas mächtigsten Mann zu werden. Doch er stolperte über seine Frau, die nicht einmal vor Mord zurückschreckte. Immer mehr Details kommen heraus - und spielen den USA in die Hände.

Gu Kailai neben ihrem Gatten Bo Xilai. Reuters

Gu Kailai neben ihrem Gatten Bo Xilai.

PekingIm Fall des gestürzten chinesischen Parteibosses Bo Xilai kommen immer abenteuerlichere Details ans Licht. Bos Gattin, Gu Kailai, soll versucht haben, Kriminalbeamte der Stadt Chongqing mit Hinweis auf einen „Geheimauftrag“ des Sicherheitsministeriums in Peking von Ermittlungen abzulenken, berichten Quellen in Peking. Dabei soll sie eine Generalsuniform der chinesischen Armee getragen haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters herausgefunden hat.

Der obskure Kriminalfall in den höchsten Etagen der Macht in China hat nun auch Auswirkungen auf die Weltpolitik und die Menschenrechtslage in China. Ab Mittwoch ist die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton in Beijing. Die peinlichen Vorgänge um Bo Xilai und Gu Kailai geben ihr neue Möglichkeiten, um die Freiheit des blinden Menschenrechts-Rechtsanwalts Chen Guangcheng zu verhandeln, wie aus US-Kreisen zu hören ist. Die KP habe derzeit kein Interesse daran, dass eine weitere Front mit Problemen aufbricht. Sie wolle derzeit vor allem "das Gesicht wahren".

Gu Kailai soll im vergangenen November einen britischen Staatsbürger vergiftet haben. Weniger Tage später ist sie den aktuellen Enthüllungen zufolge im Armee-Dress in eine Besprechung hochrangiger Polizeibeamter hineinmarschiert. Sie hat vorgegeben, im Auftrag des Sicherheitsministeriums den Polizeichef Wang Lijun zu "schützen". Wang hat später die Ermittlungen in dem Mordfall ins Rollen gebracht. Die Anwesenden beschreiben ihre Rede als "wirr". Zudem trug sie die Uniform zu Unrecht: Gu ist keine Angehörige der Armee.

Der Bericht weckt neue Zweifel am Geisteszustand der Personen des Dramas– und das in einem Fall mit Auswirkungen auf den politischen Betrieb in ganz China. Gus Mann, Bo Xilai, war vor seinem Sturz Parteichef der im Inland gelegenen 30-Millionen-Stadt Chongqing. Er war zudem Mitglied des Politbüros, der Gruppe von 25 hohen Kadern mit der meisten Macht in China. Bo hegte zuletzt sogar Ambitionen, in die höchsten Staatsämter aufzusteigen. Derzeit befindet er sich jedoch auf Befehl der Partei an einem unbekannten Ort unter Arrest.

Kommentare (9)

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Dr.Specht

02.05.2012, 12:03 Uhr

So viele Rechtschreibfehler wie hier, findet man in keinem Aufsatz eines Viertklässlers.

Baluba

02.05.2012, 12:32 Uhr

H. Clinton sollte bei dieser Gelegenheit doch gleich auch den Fall “John Wheeler“, Militärberater von Bush, aufklären, der ermordet auf einer Müllhalde gefunden wurde.
Nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt!

Leser

02.05.2012, 13:42 Uhr

Die Rechtschreibfehler sind in diesem Artikel besonders auffällig, leider aber auch generell immer häufiger im Handelsblatt online zu sehen...

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