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05.11.2012

12:04 Uhr

Chinesische Zeitung

KP prüft Vorwürfe gegen Familie von Wen Jiabao

Einem Zeitungsbericht zufolge soll die Familie von Chinas Regierungschef Wen Jiabao große Reichtümer angehäuft haben. Die Kommunistische Partei hat nun offenbar eine Untersuchung eingeleitet – auf Geheiß von Wen selbst.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao. dpa

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao.

HongkongNach einem Pressebericht über ein Milliarden-Vermögen im Besitz der Familie von Chinas Regierungschef Wen Jiabao hat die herrschende Kommunistische Partei offenbar eine Untersuchung dazu eingeleitet. Wen selbst habe den Ständigen Ausschuss des Politbüros der KP, dem er selbst angehört, in einem Schreiben um die Untersuchung gebeten, berichtete die Zeitung "South China Morning Post" am Montag. Er reagiere damit auf einen Bericht der "New York Times" vom Donnerstag, wonach seine Familie Reichtümer in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) angehäuft habe.

Dem "NYT"-Bericht zufolge verfügt Wen selbst über keine Beteiligungen, genannt werden aber unter anderem seine Mutter, seine Frau, sein Sohn und seine Tochter. Die "South China Morning Post" berichtete, konservative Parteigrößen, deren Unzufriedenheit mit Wens "moralischer Einstellung" bekannt sei, hätten den Regierungschef gedrängt, "ausführliche Erklärungen zu allen wesentlichen Anschuldigungen abzugeben".

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Der Bericht der "New York Times" steht dem Bild Wens entgegen, ein bescheidener Staatsdiener zu sein, der streng gegen Korruption und Vetternwirtschaft in der Volksrepublik vorgeht. Die Enthüllungen sind besonders brisant, da am Donnerstag der 18. Parteitag der Kommunisten beginnt, bei dem Wen Jiabao und Präsident Hu Jintao die Übergabe der Führung an die nächste Generation auf den Weg bringen sollen.

Anwälte von Wens Familie hatten den Bericht am Sonntag als "unwahr" zurückgewiesen. Die chinesischen Behörden reagierten unterdessen mit weitreichenden Zensurmaßnahmen im Internet auf den Artikel. Die "NYT"-Webseite war am Wochenende in China unzugänglich, und alle Kommentare in chinesischen Internetforen zu dem Artikel wurden gelöscht.

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Dass nun über die parteiinterne Untersuchung der Vorwürfe berichtet wurde, ist ungewöhnlich. Normalerweise achtet die Kommunistische Partei sehr darauf, dass ihre Interna nicht nach draußen dringen.

Von

afp

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