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22.06.2011

19:55 Uhr

Chinesischer Künstler

Ai Weiwei gegen Kaution wieder frei

Der chinesische Künstler ist drei Monaten nach seiner Verhaftung auf freien Fuß gesetzt worden. Der Grund: sein Gesundheitszustand. Menschenrechtler rechnen mit schweren Auflagen für den Regimekritiker.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei. Quelle: dapd

Der chinesische Künstler Ai Weiwei.

PekingDer systemkritische chinesische Künstler Ai Weiwei ist wieder frei. Er sei in seine Wohnung in Peking zurückgekehrt und bei guter Gesundheit, sagte seine Schwester Gao Ge der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Sie habe mit Ais Frau Lu Qing gesprochen und diese habe gesagt, „sein Gesundheitszustand ist ok, er ist nur etwas dünner als vorher“. Zuvor hatte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua gemeldet, der am 3. April festgenommene Ai sei gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Grund seien ein Geständnis Ais und eine chronische Krankheit. Die Polizei wirft einer von Ai kontrollierten Firma vor, Steuern in großem Umfang hinterzogen und Buchhaltungsunterlagen vernichtet zu haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt die Freilassung Ais. Sie hatte sich gegenüber der chinesischen Führung dafür eingesetzt, dass er freikommt und dass seine Familie Rechtsbeistand erhält. „Die heutige Freilassung gegen Kaution kann aber nur ein erster Schritt sein. Nun müssen die Vorwürfe gegen Ai WeiWei in einer rechtsstaatlichen und transparenten Weise aufgeklärt werden“, erklärte Merkel.

Amnesty: Freilassung Ai Weiweis „nur ein kleiner Schritt“

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte die Freilassung ebenfalls. Dies sei „ein positiver Schritt, aber nur ein kleiner“, sagte die Asien-Expertin der deutschen Amnesty-Sektion, Maja Liebing, am Mittwoch. Sie kritisierte, dass Ai nur gegen Zahlung einer Kaution freigekommen sei. „Seine lange Haft ohne Anklage war, selbst nach den chinesischen Gesetzen, illegal.“

Chinesischer Künstler Ai Weiwei wieder frei

Video: Chinesischer Künstler Ai Weiwei wieder frei

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Neben Ai Weiwei seien seit Februar mehr als 130 Internet-Aktivisten festgenommen worden, die zu Protesten aufgerufen hatten, sagte Liebing weiter. Ais Freilassung auf Kaution ändere nichts an der Menschenrechtslage in China. Offenbar wolle die chinesische Regierung „vor dem Besuch des Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Deutschland gut Wetter machen“. Wen wird am 27. und 28. Juni zu den ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin erwartet.

Die Festnahme des 54-jährigen Künstlers und Systemkritikers war international auf heftige Kritik gestoßen. So setzte sich die Bundesregierung für die Freilassung Ais ein. „Es gibt eine Pflicht zur Einmischung in innere Angelegenheiten bei Menschenrechten“, sagte Außenminister Guido Westerwelle im Mai. Es gebe eine Globalisierung der Werte.

China verwahrte sich gegen die Vorwürfe. Es sei herablassend von den Europäern, China zu sagen, dass manche Menschen über dem Gesetz stünden.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

22.06.2011, 20:59 Uhr

Wen interessiert schon ein Künstler? Hat schon mal ein Künstler irgendwas brauchbares für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation erbracht? NEIN!!!
Künstler leiden weltweit an Selbstüberschätzung und an Egomanie!!! Die Welt braucht KEINE Künstler!!!

rezipient

22.06.2011, 21:14 Uhr

Agreed: die Welt braucht tatsächlich keine Künstler.

Ob sie indes der Kunst bedarf für ihr Weiterkommen dürfte etwas für weitere Colloquia sein.

Daß Menschen so primitiv bleiben werden, es ginge um Künstler bei der Kunst, das bleibt, um einen Vorkommentator hier zu zitieren, tatäschlih einen Asbach Uralt wert.

Natürlich ist ein Leonardo für die Medizin von unschätzbarem Wert gewesen!

Nur zum Bleistift.

Account gelöscht!

22.06.2011, 21:34 Uhr

@Anonymer Benutzer: rezipient

Da liegen Sie vollkommen daneben, der Leonardo (da Vinci) hat überhaupt so gut wie nichts für die Medizin erreicht, das haben andere davor erbracht, da müssen Sie aber selbst recherchieren!!!

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