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22.12.2013

12:13 Uhr

Chodorkowski in Berlin

„Freiheit, Freiheit, Freiheit“

Es ist der Tag des Michail Chodorkowski: Nach dem Wiedersehen mit der Familie will der freigelassene Kreml-Kritiker heute in Berlin vor die Presse treten. Einige Details über seine Zukunftspläne hat er bereits verraten.

Chodorkowski will Sonntag vor die Presse treten

Video: Chodorkowski will Sonntag vor die Presse treten

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Michail Chodorkowski sucht die Öffentlichkeit: Nach zehn Jahren Haft stellt sich der Kreml-Kritiker erstmals der internationalen Presse. In Berlin will er sich am Sonntagmittag gegen 13 Uhr zu seinen Zukunftspläne äußern. Das Medien-Interesse ist enorm. Mehrere Fernsehsender wollen die Pressekonferenz des Erzrivalen von Russlands Präsident Wladimir Putin live übertragen , auch nach Russland.

Putin hatte Chodorkowski am Freitag in einem spektakulären Schritt aus humanitären Gründen begnadigt. Nach seiner Freilassung aus einem russischen Straflager reiste der 50-Jährige gleich nach Berlin, wo er am Samstag auch seine Eltern und seinen ältesten Sohn in die Arme schließen konnte.

Über die weiteren Pläne des Russen ist bisher wenig bekannt. Chodorkowski hat ein Visum, das ihn dazu berechtigt, ein Jahr in Deutschland zu bleiben. Seine Frau Inna lebt in der Schweiz. Das Paar hat gemeinsame Kinder. Der älteste Sohn Pawel stammt aus seiner ersten Ehe.

Eins stellte Chodorkowski am Sonntag schon einmal klar: Auf einen neuen Rechtsstreit um den früheren Ölkonzern Yukos will er verzichten. „Ich werde nicht um meine Yukos-Anteile kämpfen“, sagte er in Berlin. Als Chef von Yukos war er einst zum reichsten Mann Russlands geworden. Zugleich kündigte Chodorkowski an: „Ich werde nicht Politik betreiben, das heißt, um die politische Macht kämpfen.“ Seine Freilassung nach zehn Jahren Haft sei „kein Symbol für grundlegende Veränderung im Land“. Die Entscheidung über seinen künftigen Aufenthaltsort ließ Chodorkowski offen. „Wo wir leben werden, das werde ich mit meiner Frau besprechen. Das kann ich jetzt nicht allein entscheiden.“

Der kreml-kritischen Zeitschrift „The New Times“ in Moskau sagte Chodorkowski: „Nach zehn Jahren jetzt ist das ein unglaubliches Gefühl der Freiheit“. „Das Wichtigste ist jetzt: Freiheit, Freiheit, Freiheit.“

Der ehemalige Häftling lobte auch die Rolle von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher bei seiner Freilassung. Für solche Verhandlungen sei jemand nötig gewesen, der sowohl für Kremlchef Putin vertrauenswürdig gewesen sei als auch für ihn selbst, sagte der Ex-Häftling der russischen Journalistin Xenia Sobtschak am Sonntag in Berlin. Genscher trug demnach entscheidend dazu bei, dass das Gnadengesuch an Putin kein schriftliches Schuldeingeständnis beinhaltete, auf das der Präsident stets Wert gelegt hatte.

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