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12.12.2014

15:35 Uhr

CIA-Report

Briten streiten über Beteiligung an Folter

Zahlreiche Passagen im Bericht über die Foltermethoden der CIA sind geschwärzt. Großbritannien will davon nichts wissen. Nun ist ein Streit über die mögliche Beteiligung britischer Agenten entbrannt.

Die Enthüllungen des CIA-Berichts schlagen große Wellen: In Großbritannien ist ein Streit über die mögliche Beteiligung an den Foltermethoden entbrannt. dpa

Die Enthüllungen des CIA-Berichts schlagen große Wellen: In Großbritannien ist ein Streit über die mögliche Beteiligung an den Foltermethoden entbrannt.

LondonIn Großbritannien ist ein Streit über die mögliche Beteiligung britischer Agenten an Folterpraktiken der CIA entbrannt. Am Donnerstag hatte die Downing Street eingeräumt, dass es Kontakte zwischen den britischen und den US-Geheimdiensten vor der Veröffentlichung der Zusammenfassung des CIA-Berichts gegeben hatte.

Die britische Seite habe jedoch nicht darum gebeten, dass Dinge aus dem Report gestrichen werden. Abgeordnete und Juristen forderten am Freitag eine umfassende Untersuchung.

Der frühere Chef des britischen Militärgeheimdienstes, Lord Alan West, hatte im Gespräch mit der BBC eingeräumt, dass britische Agenten von Folterungen durch ihre US-Kollegen gewusst haben könnten, auch wenn sie nicht direkt daran beteiligt gewesen seien. Die Regierung habe gegenüber ihren Leuten klar gemacht, dass sie sich nicht in Folter hineinziehen lassen dürfen.

Die Foltermethoden der CIA

1. Schläge in den Unterleib

Zweck dieser Methode war es, Angst und Hoffnungslosigkeit bei den Häftlingen auszulösen, die Gefangenen zu erniedrigen und zu beleidigen, heißt es in einer Beschreibung in Regierungsdokumenten. Der Vernehmungsbeamte steht dabei knapp 30 Zentimeter vor dem Bauch des Inhaftierten und schlägt mit dem Handrücken zu. Die Peiniger wurden angewiesen, die Hand bei den Schlägen in den Unterleib ausgestreckt und die Finger zusammen zu halten. Die CIA nutzte diese Technik vor 2004 mit Genehmigung des US-Justizministeriums.

2. Aufmerksamkeit erzwingen

Der Befrager greift den Gefangenen dabei mit beiden Händen am Kragen und zieht ihn zu sich heran, wie der frühere CIA-Mitarbeiter John Rizzo berichtet. Diese Technik wurde Rizzo zufolge etwa bei dem Al-Kaida-Mitglied Abu Subajdah angewendet.

3.Einsperren in engen Boxen

Der Vernehmer sperrt den Häftling für bis zu 18 Stunden in eine Box, in der ein ausgewachsener Mensch in der Regel stehen kann - oder aber er wählt eine Box, die gerade einmal groß genug ist, um eingerollt darin auszuharren. Hierin verbrachten Häftlinge bis zu zwei Stunden, wie Rizzo in seinem Buch „Company Man“ schreibt. Der zugewiesene Beamte hatte demnach darüber hinaus die Möglichkeit, ein „harmloses“ Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken. Dies sei zum Beispiel bei Subajdah gemacht worden, weil dieser Käfer gehasst habe, sagte Rizzo.

4. Nahrungsmittelmanipulation

Diese Maßnahme beinhaltete, von fester Nahrung auf flüssige umzusteigen. Subajdah wurde im August 2002 nach Angaben des Senatsberichts in eine Diät mit Flüssignahrung versetzt, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

5. Haltegriff ums Gesicht

Der Vernehmungsbeamte hält den Kopf des Gefangenen so, dass er nicht bewegt werden kann. Er legt jeweils eine Hand auf beide Seiten des Gesichts und hält die Fingerspitzen laut Rizzo in Sichtweise weg von den Augen des Häftlings.

6. Der Schlag ins Gesicht

Mit gespreizten Fingern wird dem Häftling mitten ins Gesicht zwischen Kinn und Ohrläppchen geschlagen, wie Rizzo in seinem Buch beschreibt. Auch hiermit sollte das Opfer gedemütigt werden. Damit sollte der Gefangene „von der irrtümlichen Vorstellung befreit werden, dass er nicht körperlich verletzt würde“.

7. Nacktheit

Diese Technik wurde kombiniert mit anderen Methoden genutzt. Der Häftling wurde gezwungen, lange Zeit nackt zu stehen.

8. Druckbelastung

Zweck dieser Technik ist es laut einem Regierungsdokument, dem Häftling mit Hilfe von ausgedehntem Muskelgebrauch Unbehagen zuzufügen. Eine Position war, mit nach vorn ausgestreckten Beinen zu sitzen, während die Hände über dem Kopf gehalten wurden. Eine andere war laut Rizzo, auf dem Boden zu knien und sich dabei in einem 45-Grad-Winkel zurückzulehnen.

9. Tagelanger Schlafentzug

Häftlinge wurden bis zu 180 Stunden lang wach gehalten, meistens, indem sie eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen mussten. Manchmal wurden dabei gar die Hände der Gefangenen über dem Kopf festgebunden. Wegen dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer „verstörende Halluzinationen“, wie es in dem Bericht heißt - in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis dennoch fort. Ein Inhaftierter, Arsala Khan, halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Anschließend kam der Auslandsgeheimdienst zu dem Schluss, dass der Mann offenbar nicht in geplante Aktivitäten gegen die USA verwickelt ist. Statt ihn wie anschließend von der CIA geplant freizulassen, wurde Khan in militärische Einrichtungen gebracht, wo er für vier weitere Jahre inhaftiert war.

11. Walling

Dies war eine der brutalsten Methoden. Die Vernehmungsbeamten schleudern den Häftling dabei gegen eine Wand. Laut Senatsbericht war dies eine der unzähligen Techniken, die bei Subajdah angewendet wurden. Auch der Al-Kaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed war am 22. März 2003 „intensiven“ Befragungen und Walling ausgesetzt. Als das nichts brachte, nutzten die Vernehmenden eine noch härtere Methode, das Waterboarding.

12. Waterboarding

Nach einer Stunde des Waterboardings war der besagte Al-Kaida-Mann „bereit zu reden“, wie es bei der CIA hieß. Bei dieser wohl berüchtigsten CIA-Technik wurde der Häftling an einem Tisch oder einer Bank festgeschnallt. Anschließend wurde Wasser über das Gesicht des Gepeinigten gegossen, was ihm das Gefühl gab, zu ertrinken. Laut dem Senatsbericht sorgte diese Methode für Erbrechen, unmittelbare Aufnahme der Flüssigkeit und unfreiwillige Krampfzustände in Bein, Brust oder Arm. Abu Subajdah wurde demnach „vollkommen unempfänglich, mit Blasen, die aus seinem offenen, vollen Mund hochkamen“. Er sei anschließend „hysterisch“ und unfähig zum Kommunizieren gewesen. Chalid Scheich Mohammed wurde zwischen dem Nachmittag des 12. März 2003 und dem darauffolgenden Morgen insgesamt 65 Mal der Prozedur des Waterboardings ausgesetzt.

13. Eisbäder

Nackte Häftlinge wurden dem Senatsbericht zufolge auf einer Plane festgehalten. Die Plane wurde daraufhin an seinen Enden hochgezogen, so dass sich eine Art Badewanne bildete. Eiskaltes Wasser wurde anschließend über den Gefangenen gekippt. Manchmal wurden die Opfer dabei zudem stundenlangem Schlafentzug ausgesetzt.

„Wenn Du Agent bist und in einem fremden Land eingeschleust, dann mag es manchmal ziemlich schwierig gewesen sein, sich herauszuhalten“, sagte West dem Sender. Er war in der Regierung von Premierminister Gordon Brown bis 2010 als Unterstaatssekretär für Terrorbekämpfung zuständig.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Vittorio Queri

12.12.2014, 15:47 Uhr

>> Briten streiten über Beteiligung an Folter >>

Briten haben nur die Fesseln angebracht.....gefoltert haben die Amis !

Und Polen , Und Litauer, Und..............

Herr Vittorio Queri

12.12.2014, 15:48 Uhr

>> Briten streiten über Beteiligung an Folter >>

Briten haben nur die Fesseln angebracht.....gefoltert haben die Amis !

Und Polen , Und Litauer, Und..............

Herr Paul Mueller

12.12.2014, 16:18 Uhr

Schauen wir nicht ins Ausland, bleiben wir in Deutschland: Über deutsche Flughäfen wurden amerikanische Foltergefängnisse beliefert. Wer wusste von deutscher Seite davon? Wer gab die Erlaubnis? Mindestens Merkel und de Maiziere stecken da sicherlich mit drin, wussten Bescheid, waren damit an Folter und Bruch von Völker- und Menschenrecht beteiligt. Eine deutsche Aufarbeitung sollte in Deutschland beginnen.

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