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13.11.2012

11:14 Uhr

CIA untersucht 30.000 Seiten Mails

FBI ermittelt gegen Afghanistan-Kommandeur

Die Sexaffäre um den zurückgetretenen CIA-Chef Petraeus weitet sich aus. In den Fokus gerät nun der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, John Allen. Die US-Bundespolizei untersucht 30.000 Seiten E-mails von ihm.

Durchsuchung im Fall Petraeus

Video: Durchsuchung im Fall Petraeus

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WashingtonNach dem Rücktritt des ehemaligen CIA-Chefs David Petraeus ist auch der US-Kommandeur in Afghanistan, General John Allen, in den Fokus von Ermittlern geraten. Allen habe möglicherweise "unangemessene" E-Mails an Jill Kelley, eine Freundin von Petraeus und dessen Frau, geschickt, sagte ein Mitarbeiter des Pentagons am Dienstag. Der Inlandsgeheimdienst FBI untersuche derzeit rund 30.000 Seiten an Korrespondenz zwischen Allen und Kelley. Die Freundin hatte mit anderen E-Mails eine Affäre zwischen Petraeus und dessen Biografin Paula Broadwell ans Licht gebracht.

Allen habe die Anschuldigungen zurückgewiesen. Seine Nominierung zum neuen Nato-Oberkommandeur Europa solle dennoch verschoben werden, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in einer Mitteilung am Montag (Ortszeit). Erst müssten die Vorwürfe geklärt werden, sagte Panetta. US-Präsident Barack Obama habe dem zugestimmt.

Der US-Senat sollte in einer Anhörung an diesem Donnerstag Allen für das neue Amt bestätigen. Eigentlich sollte er den neuen Führungsposten Anfang des kommenden Jahres übernehmen. Bereits Mitte Oktober hatten die Nato-Verteidigungsminister Allan als Nachfolger von US-Admiral James Stavridis bestimmt.

Die Affäre zwischen Broadwell und Petraeus wurde aktenkundig, nachdem Kelley über Droh-Mails geklagt hatte, die offenbar von Broadwell versandt worden waren. Bei den Nachforschungen kamen Textnachrichten zwischen Broadwell und Petraeus ans Licht, zu denen die beiden befragt wurden. Der Pentagon-Mitarbeiter sagte, es gebe eine "deutliche Möglichkeit", dass die nun gefundenen E-Mails von Allen etwas mit dem Fall zu tun hätten. US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte, er habe am Sonntag von dem Fall erfahren und ihn an die interne Ermittlungsabteilung des Pentagons weitergegeben.

Am Montag hatten bereits rund ein dutzend Beamte der US-Bundespolizei das Wohnhaus von Broadwell durchsucht. Die 40-Jährige Paula Broadwell lebt mit ihrer Familie in Charlotte (Bundesstaat North Carolina). Nach Angaben des „Charlotte Observer“ betraten mehrere FBI-Beamte mit leeren Kartons das Haus der Frau. Wie der Sender CNN berichtete, bestätigte eine örtliche FBI-Sprecherin den abendlichen Besuch, ohne aber zu sagen, was die Beamten in dem Haus wollten.

Ein früherer Petraeus-Sprecher, Steve Boylan, sagte unterdessen dem Sender ABC News, die betrogene Ehefrau Holly sei „zurzeit nicht gerade erfreut“. Wütend sei noch eine Untertreibung, habe Petraeus selbst in einem Gespräch mit ihm am Wochenende die Stimmung seiner Frau beschrieben. David und Holly Petraeus sind seit mehr als 37 Jahren verheiratet.

Zunächst war spekuliert worden, Petraeus könne wegen möglicher CIA-Fehleinschätzungen vor und nach dem Terroranschlag auf das US-Konsulat in der libyschen Hafenstadt Bengasi zurückgetreten sein. Petraeus sollte diese Woche dazu vom Geheimdienstausschuss des Senats befragt werden. Die CIA hatte dem Weißen Haus nach der Attacke am 11. September tagelang gesagt, der Angriff - bei dem unter anderem der US-Botschafter in Libyen getötet wurde - sei aus einer spontanen Protestaktion gegen ein islamfeindliches Video erwachsen. Tatsächlich handelte es sich aber um einen geplanten Terrorangriff.
Der Senat will von der CIA Aufklärung darüber, welche Erkenntnisse sie wann hatte. An Petraeus' Stelle wird sein bisheriger Stellvertreter Michael George Morell, der die CIA jetzt kommissarisch leitet, in dem für Donnerstag geplanten Hearing aussagen.


Von

afp

Kommentare (6)

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die_Weltmacht

13.11.2012, 09:29 Uhr

den Nachbarn erschiessen, wenn er das Grundstück betritt - no problem
mit einer Schnellfeuerwaffe durch die Gegend laufen - no problem
ein Verteidigungsminister, der Folter unterstützt - no problem
ein Präsident, der mit Lügen einen Krieg im nahen Osten beginnt - no problem
jeder liest den privaten e-Mail-verkehr des anderen - no problem
[...]

Warum bloß will der Rest der Welt das nicht verstehen ?!?
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

na_ja

13.11.2012, 09:34 Uhr

Wenn die Amis jetzt nicht bald eine brauchbare Begründung nachliefern, dann nimmt sie wirklich keiner mehr ernst....

Account gelöscht!

13.11.2012, 10:21 Uhr

Wer andere Menschen häßlich nennt, disqualifiziert sich selbst.

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