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29.01.2010

11:02 Uhr

Clearstream-Affäre

Staatsanwaltschaft geht gegen Villepin in Berufung

Noch kein Ende der franzöischen Staatsaafäre: Nach dem Freispruch für Ex-Premier Villepin am Donnerstag fordert die Staatsanwaltschaft eine neue Verfahrensrunde - die Juristen legen Berufung ein.

Ex-Premier Villepin: Staatsanwaltschaft geht in die Berufung. Reuters

Ex-Premier Villepin: Staatsanwaltschaft geht in die Berufung.

HB PARIS. Der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin muss in der Clearstream-Affäre erneut vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft kündigte am Freitagmorgen an, gegen den Freispruch für den Politiker Einspruch zu erheben. "Das Gericht hat Dominique de Villepin für unschuldig erklärt, die Justiz hat es noch nicht getan", sagte Staatsanwalt Jean-Claude Marin dem Radiosender Europe1. Das Urteil sei verwunderlich, es seien alle Elemente dagewesen, um Villepin zu verurteilen. Der Berufungsprozess könnte laut Marin Ende 2010 oder Anfang 2011 beginnen.

Dem ehemaligen Premierminister wird von der französischen Staatsanwaltschaft vorgeworfen, an einer Rufmordkampagne gegen den heutigen Staatschef Nicolas Sarkozy beteiligt gewesen zu sein. Sie hatte für den Rivalen des Präsidenten wegen passiver Beihilfe 18 Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe gefordert. Das Gericht sprach Villepin jedoch am Donnerstag in erster Instanz frei. Sarkozy und anderen Prominenten war 2004 mit Hilfe gefälschter Kontolisten der Luxemburger Bankenabrechnungsstelle Clearstream der Besitz von Schwarzgeldkonten unterstellt worden.

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