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31.10.2012

14:53 Uhr

CO2-Ausstoßrechte

Brüssel erwägt dauerhafte Beschränkung des Emissionshandels

Brüssel plant, die Zahl der Zertifikate beim Emissionshandel zu vermindern und dadurch den Preisverfall zu stoppen. Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte einen entsprechenden „Handelsblatt“-Bericht in Teilen.

Die EU-Kommission will dem Preisverfall beim Emissionshandel Einhalt gebieten. dpa

Die EU-Kommission will dem Preisverfall beim Emissionshandel Einhalt gebieten.

BrüsselDie EU-Kommission will dem Preisverfall beim Handel mit CO2-Ausstoßrechten möglicherweise durch eine dauerhaft verminderte Zahl der Zertifikate Einhalt gebieten. Ein entsprechender Bericht des „Handelsblatts“ (Mittwochausgabe) sei - zumindest in Teilen - zutreffend, sagte ein Kommissionssprecher auf dapd-Anfrage.

Die Zeitung hatte unter Berufung auf einen internen Entwurf geschrieben, dass die Brüsseler Behörde eineinhalb bis zwei Milliarden Zertifikate vom Markt nehmen könnte, um mehr Anreize für eine klimafreundliche Produktion zu schaffen. Die Preise für die Ausstoßrechte waren in der Vergangenheit stark eingebrochen, wodurch Unternehmen sie zu Dumpingpreisen erwerben konnten.

Nach Angaben des Sprechers wird Klimakommissarin Connie Hedegaard am 14. November nun zunächst einen Gesetzesvorschlag vorlegen, wie Zertifikate kurzfristig und vorübergehend aus dem Markt genommen sowie nach einer Preisstabilisierung später wieder eingebracht werden können.

Parallel dazu werde die Behörde aber auch langfristige Strukturmaßnahmen ins Spiel bringen, zu denen auch eine dauerhafte Entnahme von Verschmutzungsrechten gehöre. Dabei handele es sich aber keineswegs um eine gesetzliche Regelung, sondern erst einmal nur um eine „Anregung“ an die Adresse der Mitgliedstaaten, das Emissionshandelssystem grundlegend zu reformieren.

Der Preis für die Zertifikate war seit deren Einführung drastisch gesunken, statt der ursprünglich anvisierten 30 Euro rangiert der Preis für den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid inzwischen bei circa sieben Euro. Weil Firmen die Verschmutzungsrechte je nach Bedarf kaufen und verkaufen können, ist der Markt überschwemmt mit billigen Zertifikaten.

Der Anreiz für Investitionen in klimaschonende Technik sinkt also. Nach Schätzung der Umweltorganisationen WWF und Greenpeace würde die Zahl der überschüssigen Zertifikate ohne Änderung des jetzigen Systems bis 2020 um etwa die Hälfte auf dann 1,4 Milliarden weiter zunehmen. Die Grünen gehen sogar davon aus, dass mehr als zwei Milliarden Papiere zurückgezogen werden müssten.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Klimaterror

31.10.2012, 15:59 Uhr

Dieser Handel mit Luft sollte eingestellt werden, denn er verteuert unsere Produkte. Die Klimawirksamkeit ist widerlegt worden, also kann man das getrost als Betrug ansehen, was hier abgeht.
Aber die Politik hat die Bodenhaftung ohnehin längst verloren, nicht nur auf diesem Gebiet!

Account gelöscht!

31.10.2012, 19:32 Uhr

Eine neue Möglichkeit, die Bürger noch weiter auszupressen. Das auch diese Gebühren an die Verbraucher weiter gegeben werden, ist ja wohl jedem klar.

merxdunix

31.10.2012, 23:02 Uhr

Was mich bei der ganzen Diskussion um die Erderwärmung wundert, dass im Wesentlichen nur der Treibhauseffekt durch den Kohlendioxidausstoß der Verbrennungsprozesse als Verursacher ausgemacht wird. Dabei haben wir mit der thermischen Stromerzeugung, also auch mit der Atomkraft, ein so gigantisches Abwärmeaufkommen, dass allein dessen Auswirkungen auf den Wärmehaushalt der Erde den beobachteten Temperaturanstieg und dessen Folgen begründen können. Es ist mir nur bisher keine wissenschaftliche Arbeit bekannt, die sich damit tiefgründig auseinandersetzt.
Wer rund um die Uhr heizt, darf sich eben nicht wundern, wenn es warm wird.

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