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14.11.2012

16:00 Uhr

CO2-Zertifikate

EU will Preise im Emissionshandel in die Höhe treiben

Luftverschmutzung soll nach dem Willen der EU-Kommission teurer werden. Aus diesem Grund sollen hunderte Millionen CO2-Zertifikate später als geplant versteigert werden, um den Preis zu heben.

Die EU-Kommission will CO2-Zertifikate teurer machen. ap

Die EU-Kommission will CO2-Zertifikate teurer machen.

BrüsselDer Preis für Luftverschmutzung im Rahmen des Emissionshandels soll in die Höhe getrieben werden, um mehr Anreize für das Energiesparen und ökologische Innovationen zu schaffen. Die EU-Kommission schlug zu diesem Zweck vor, 900 Millionen CO2-Zertifikate mehrere Jahre später als bislang geplant zu versteigern, wie die Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. „Wir dürfen einen Markt, in dem bereits ein Überangebot besteht, nicht mit zusätzlichen Zertifikaten überschwemmen“, begründete Klimakommissarin Connie Hedegaard den Schritt.

Der Emissionshandel ist ein Hauptinstrument des Klimaschutzes der EU. Industrie und, mit Einschränkungen, seit diesem Jahr auch die Luftfahrtbranche müssen für jede in die Luft geblasene Tonne des Klimagases CO2 Zertifikate vorweisen.

Diese bekamen sie in der Vergangenheit meist umsonst zugeteilt. Im Anschluss werden die Scheine dann gehandelt, sodass beispielsweise ein Kohlekraftwerk Zertifikate kaufen muss, wenn es zubaut, oder verkaufen kann, wenn es umweltfreundliche Technik einbaut und so weniger ausstößt.

2013 beginnt Phase drei, in der schrittweise immer mehr Zertifikate versteigert statt kostenlos zugeteilt werden. In dieser bis 2020 dauernden Phase will die Kommission nun einen Teil der Scheine erst am Schluss statt zu Beginn versteigern, denn durch die Wirtschaftskrise gibt es ihrer Ansicht bereits jetzt zuviele Scheine auf dem Markt.

Branchenverbände haben Pläne zur Verknappung der CO2-Zertifikate wiederholt kritisiert, weil es erstens der Idee des Emissionshandels widerspreche, die gerade auf den Marktmechanismus setze. Zweitens wird immer wieder die Belastung der Industrie betont.

So erklärte die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Mittwoch in Düsseldorf, eine Verknappung schädige „die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlerzeuger gegenüber ihren außereuropäischen Konkurrenten, die keinen Emissionshandel haben“.

Von

afp

Kommentare (5)

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vandale

14.11.2012, 17:18 Uhr

Vielfach liest man das die EU das Wirtschaftswachstum ankurbeln möchte um die Staatsschulden erträglicher zu machen.

Andererseits handelt die EU Kommission sehr destruktiv. Die Kosten der Unternehmen werden erhöht. Zahlreiche Branchen werden sich wohl, sofern sich nichts ändert, aus der EU verabschieden müssen, die Arbeitnehmer müssen tiefer in die Tasche greifen und bezahlen diesen Unsinn wie alle anderen staatlichen Geistesblitze.

Analog des Waldsterbens, man meinte das SO2 würde die Wälder zum absterben bringen, bis heute werden SO2 Emissiongrenzwerte reduziert und sinnlose Kosten generiert, wird man vermutlich CO2 weiter diskriminieren wenn die CO2 Klimahölle längst in den Archieven verschwunden ist.

Vandale

Account gelöscht!

14.11.2012, 19:10 Uhr

Herr Trummler, Sie meinten sicher CO2.
Im übrigen stimme ich zu.
Selbst wenn CO2 verantwortlich wäre, was nicht der Fall ist, muss festgestellt werden, dass global 97% naturbedingt ist und ca.3% anthropogenes CO2. Von diesen 3% entfallen auf Deutschland ein fast verschwindender Anteil.

Steinweg

14.11.2012, 20:46 Uhr

Dieses Mal zeigt uns allerdings der normal-denkende Teil der Welt die Kosten auf. Wenn schon zu SO2-Zeiten nichts rational zusammen passte, jetzt ist es geradezu schauerlich. Ein Sinnbild ist die Tatsache, dass man Dampf aus Kuehltuermen abbildet, wenn man CO2 aufzeigen will.

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