Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.07.2017

21:47 Uhr

Comeback trotz Urteil

Brasiliens Ex-Präsident will neu kandidieren

Lula will es nochmal wissen: Seine Verurteilung wegen Korruption ist kein Hindernis für Brasiliens Ex-Präsidenten, erneut für das höchste Amt zu kandidieren. Eigentlich soll er neuneinhalb Jahre hinter Gitter.

Der frühere brasilianische Präsident will nicht aufgeben: Trotz seiner Verurteilung wegen der Annahme von Schmiergeldern hat Lula seine erneute Kandidatur verkündet. AFP

Comeback geplant

Der frühere brasilianische Präsident will nicht aufgeben: Trotz seiner Verurteilung wegen der Annahme von Schmiergeldern hat Lula seine erneute Kandidatur verkündet.

Sao PauloBrasiliens Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva will gegen seine Verurteilung wegen Korruption Berufung einlegen und bei der Präsidentschaftswahl 2018 kandidieren. "Sie haben mich nicht aus dem Spiel gedrängt", sagte der in der Bevölkerung nach wie vor populäre Links-Politiker am Donnerstag vor Anhängern. Er erklärte erneut, die Anklage gegen ihn sei der Versuch, die Wahlen im kommenden Jahr zu beeinflussen. Ein Gericht hatte Lula am Mittwoch zu neuneinhalb Jahren Haft wegen Annahme von Schmiergeld verurteilt. Für ihn ist das ein herber Rückschlag bei seinen Bemühungen um eine Wiederwahl, da er während eines Berufungsverfahrens nicht ins Amt zurückkehren dürfte. Daher ist es wahrscheinlich, dass nun andere Kandidaten nach vorne drängen werden.

Vom Wachstumsstar zum Sorgenkind: Brasilien hat den Anschluss verloren

Vom Wachstumsstar zum Sorgenkind

Premium Brasilien hat den Anschluss verloren

Das Land versinkt immer tiefer im Korruptionssumpf. Gegen Präsident Temer hat der Staatsanwalt jetzt Anklage wegen Bestechung eingereicht. Auch ökonomisch steckt der einstige Wachstumsstar in einer tiefen Krise.

Der einstige Gewerkschaftsführer hatte den Präsidenten-Sessel Ende 2010 geräumt, weil er nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte. Bis heute hat er viele Anhänger, weil er dem Land mit einer marktwirtschaftlich orientierten Politik einen rasanten Aufschwung bescherte, 20 Millionen Brasilianer mit Sozialprogrammen aus der Armut befreite und die Mittelschicht stärkte. Seine Nachfolgerin, Dilma Rousseff, war 2016 des Amtes enthoben worden. Auch der aktuelle Präsident Michel Temer steht wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck. In Brasilien laufen seit drei Jahren umfangreiche Korruptionsermittlungen, die das Land und sein politisches System erschüttert haben.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×