Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2011

17:06 Uhr

Commerzbank-Chef

Blessing fordert EU-Finanzminister

Commerzbank-Chef Martin Blessing mischt sich in die Politik ein: Zur Lösung der Schuldenkrise im Euro-Raum fordert einen starken europäischen Finanzminister. Er soll sogar in die Budgethoheit der Euro-Staaten eingreifen können.

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, fordert einen Finanzminister für die EU. APN

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, fordert einen Finanzminister für die EU.

Berlin/HannoverCommerzbank -Chef Martin Blessing plädiert zur Lösung der Schuldenkrise für einen europäischen Finanzminister. Nur mit starken Institutionen, die auch in die Budgethoheit der einzelnen Euro-Staaten eingreifen könnten, lasse sich die Haushaltspolitik aufeinander abstimmen und der Euro auf Dauer stabil halten, schrieb Blessing in einem am Samstag vorab veröffentlichten Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“. „Wir brauchen einen echten europäischen Finanzminister, der mit entsprechenden Machtbefugnissen ausgestattet ist“, forderte er.

Mit der Einführung einer Fiskalunion müsse die EU das Recht erhalten, die Budgethoheit in Ländern zu übernehmen, die sich nicht an die Regeln hielten, schrieb Blessing. Sie solle auch die Befugnis bekommen, eigene Steuern zu erheben und eine gemeinsame Schuldenagentur zur Begebung von Anleihen aufzubauen.

Die Ergebnisse des jüngsten Euro-Krisengipfels von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hält der Bankchef nach eigenen Worten für unzureichend. Die Unsicherheit der Investoren sei weiter hoch. Die Idee einer gemeinsamen Wirtschaftregierung weise zwar in die richtige Richtung. Doch reichten zwei Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder im Jahr unter Leitung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nicht aus, um Vertrauen in bessere politische Rahmenbedingungen herzustellen.

„Die bisherigen Instrumente haben nur Zeit gekauft, ohne die grundlegenden Probleme der Währungsunion anzugehen“, kritisierte Blessing. Deutschland übernehme Haftungsrisiken, ohne dass im Gegenzug die politischen Rahmenbedingungen Europas verbessert würden.

Der Manager sieht nach eigenem Bekunden zwei Möglichkeiten, dem Kreislauf aus höheren Schulden, größeren Rettungspaketen und hektischen Marktreaktionen zu entkommen: eine Rückkehr zu nationalen Währungen oder eine Fiskalunion. Die erste Variante berge die Gefahr eines wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruchs in Europa. Die zweite Variante erfordere enorme Anstrengungen - und berge ebenfalls Risiken. „Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass wir bei allem Bemühen keinen stabilen gesetzlichen und politischen Rahmen für unsere gemeinsame Währung finden, sollten wir auch nicht davor zurückschrecken, den Euro aufzugeben“, schrieb Blessing in dem Gastbeitrag.

Kommentare (99)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.08.2011, 14:39 Uhr

IDIOT!!!
Schnellstens mein Konto bei diesr Bank kündigen!!!

rxm

20.08.2011, 14:41 Uhr

Für wen redet Herr Blessing hier? Für sich? Oder für Herrn Schäuble? Im Grunde ist es auch auch egal. Für die Einführung einer Fiskalunion gibt es keinerlei rechtlichen Voraussetzungen. Gottseindank, kann man da nur sagen. Ich kann mich auch kaum vorstelle, dass alle 17 Euro-Länder dem zustimmen würden.

GausN

20.08.2011, 14:44 Uhr

Wer will sich das freiwillig antun und wer wäre leidensfähig genug dazu?? Fällt mir nur Sarazzin ein!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×