Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2017

18:32 Uhr

Correa-Nachfolge

Stichwahl um Präsidentschaft in Ecuador

Zehn Jahre war Rafael Correa der Präsident Ecuadors. Nun geht es bei der Suche nach seinem Nachfolger in die Stichwahl. Der linke Kandidat Lenín Moreno tritt darin gegen den Konservativen Guillermo Lasso an.

Der Präsidentschaftskandidat will die linke Politik seines Vorgängers fortsetzen. AP

Lenin Moreno

Der Präsidentschaftskandidat will die linke Politik seines Vorgängers fortsetzen.

QuitoDer Nachfolger des nach zehn Jahren aus dem Amt scheidenden ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa wird in einer Stichwahl ermittelt. Nach Auszählung aller Stimmen kommt der linke Regierungskandidat Lenín Moreno auf 39,3 Prozent der Stimmen. Auf den konservativen Gegenkandidaten Guillermo Lasso entfielen 28,1 Prozent.

Die zweite Runde zwischen Moreno und und Lasso wird am 2. April stattfinden. Moreno, unter Correa bis 2013 Vizepräsident, verpasste nur sehr knapp den Sieg schon in der ersten Runde. Mit 40 Prozent der Stimmen und einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten auf den Zweitplatzierten wäre er direkt in den Präsidentenpalast eingezogen.

Correa hat Ecuador zehn Jahre regiert. Er setzt auf einen Wahlsieg Morenos, damit seine sogenannte Bürgerrevolution fortgesetzt wird.

Moreno (63) will Correas linke Politik fortsetzen und die Sozialprogramme für arme Bevölkerungsschichten weiter ausbauen. Seit er 1998 Opfer eines Raubüberfalls wurde, sitzt Moreno im Rollstuhl; er setzt sich weltweit für die Rechte Behinderter ein. Zudem ist er fleißiger Buchschreiber - über den Humor. Eine Auswahl: „Theorie und Praxis des Humors“, „Die besten Witze“, „Humor der Berühmten“.

Länder im Odebrecht-Skandal

Argentinien

35 Millionen US-Dollar Schmiergeld, bezahlt zwischen 2007 und 2014 während der peronistischen Regierungen von Néstor Kirchner und seiner Frau Cristina Fernández de Kirchner.

Brasilien

Im Heimatland wird Odebrecht vorgeworfen, mindestens 349 Millionen US-Dollar zwischen 2003 und 2016 an Politiker verschiedener Parteien gezahlt zu haben; führende Manager, darunter Ex-Chef Marcelo Odebrecht, sitzen in Haft. Odebrecht war auch an Bauten für die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele beteiligt. Ein Teil der Anklagen ist Teil des „Lava-Jato“-Skandals um jahrelange Schmiergeldzahlungen bei Bauprojekten des Ölkonzerns Petrobras.

Kolumbien

Hier sollen rund elf Millionen US-Dollar geflossen sein. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts, dass für den Wahlkampf des Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Juan Manuel Santos 2014 eine Million Dollar (934.000 Euro) gezahlt wurden.

Panamá

59 Millionen US-Dollar zwischen 2010 und 2014. Die beiden Gründer der im Fokus des Skandals um Briefkastenfirmen („Panama Papers“) stehenden Kanzlei Mossack Fonseca, Jürgen Mossack und Ramón Fonseca Mora, wurden festgenommen - weil sie am Korruptionsnetzwerk beteiligt sein sollen. Ramón Fonseca Mora sagt, Panamas Präsident Juan Carlos Varela habe Wahlkampfspenden von Odebrecht erhalten.

Peru

29 Millionen US-Dollar von 2005 bis 2014. Gegen Ex-Präsident Alejandro Toledo liegt ein Haftbefehl vor. Er soll 20 Millionen US-Dollar für den Zuschlag beim Ausbau der Interoceánica bekommen haben, einer Schnellstraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Das 2.000 Kilometer lange Stück in Peru kostete 2,1 Milliarden statt der geplanten 850 Millionen US-Dollar.

Venezuela

Der Vorwurf lautet, dass hier 98 Millionen US-Dollar Schmiergeld bei Auftragsvergaben zwischen 2006 und 2015 flossen.

Lasso (61) strebt einen Politikwechsel an und will das Asyl für den Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft in London beenden. Er ist Eigentümer einer der größten Banken, der Banco Guayaquil, und Gründer der Partei Creando Oportunidades („Möglichkeiten schaffen“). Lasso will Steuererleichterungen, eine Million neuer Arbeitsplätze schaffen und das wegen des gesunkenen Ölpreises in die Rezession abgerutschte Land attraktiver für Investoren machen.

Bei der Umsetzung von Investitions- und Reformprogrammen wird auch der nächste Präsident in hohem Maße von der Entwicklung des Ölpreises abhängig sein. Dank lange sprudelnder Einnahmen wurden in Correas Amtszeit neue Straßen, Kraftwerke und Krankenhäuser gebaut. Die Armutsquote sank deutlich; Bildungsmöglichkeiten gerade für untere Einkommensschichten wurden verbessert. Für Kritik sorgten die Umweltzerstörungen durch die Ölförderung im Amazonasgebiet. Als der Ölpreis fiel, gerieten die Programme unter Druck, es zeigte sich das Risiko der Ölabhängigkeit. Mehrere Steuern mussten erhöht werden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×