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10.02.2015

22:10 Uhr

Cyber Threat Intelligence Integration Center

USA wappnen sich gegen digitale Angriffe

Mit demselben umfassenden Ansatz wie im Kampf gegen Terrorismus wollen die USA auch gegen digitale Angriffe vorgehen: Dafür haben sie die neue Behörde „Cyber Threat Intelligence Integration Center“ eingerichtet.

Die Beraterin für Heimatschutz und den Anti-Terror-Kampf Lisa Monaco: Die USA richten die Behörde Das „Cyber Threat Intelligence Integration Center“ (CTIIC) ein, um sich gegen Cyberattacken zu wehren. ap

Die Beraterin für Heimatschutz und den Anti-Terror-Kampf Lisa Monaco: Die USA richten die Behörde Das „Cyber Threat Intelligence Integration Center“ (CTIIC) ein, um sich gegen Cyberattacken zu wehren.

WashingtonNach wiederholten Hackerattacken gegen Regierung und Unternehmen wollen die USA sich mit einer neuen Behörde besser gegen digitale Angriffe wappnen. Die neu zu schaffende Einrichtung soll im Ernstfall schnell Informationen bündeln, sagte Sicherheitsberaterin Lisa Monaco am Dienstag in Washington. Die Zahl der Attacken sei beispiellos und richte gewaltigen Schaden an, sagte die Beraterin für Heimatschutz und den Anti-Terror-Kampf.

Das „Cyber Threat Intelligence Integration Center“ (CTIIC) soll ähnlich aufgebaut sein wie das Nationale Anti-Terror-Zentrum (NCTC), das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geschaffen wurde. Damals wurde kritisiert, dass die einzelnen Behörden Informationen nicht ausreichend untereinander weitergegeben hätten. Auch am Aufspüren und der Abwehr digitaler Angriffe sind mehrere US-Behörden beteiligt, darunter das FBI und die NSA.

Diese US-Geheimdienste sind in Deutschland aktiv

CIA

Die Central Intelligence Agency ist der Auslandsgeheimdienst. Er versorgt die US-Regierung mit Informationen, die sie für ihre Entscheidungen etwa im Kampf gegen den internationalen Terrorismus benötigt. Das Budget lag 2013 nach Recherchen der „Washington Post“ bei etwa 14,7 Milliarden US-Dollar (etwa 11 Mrd Euro).

NSA

Hauptaufgabe des militärischen Geheimdienstes National Security Agency ist die Erfassung und Auswertung elektronischer Daten weltweit und die Arbeit mit Verschlüsselungstechnik (Kryptologie). Das Budget soll sich auf etwa 10,8 Milliarden Dollar belaufen.

NRO

Das National Reconnaissance Office (Nationales Aufklärungsamt) ist das Auge und Ohr der USA im Weltraum. Es betreibt das Satellitenaufklärungsprogramm. Das Budget soll etwa 10,3 Milliarden Dollar betragen.

FBI

Die Bundesermittlungsbehörde Federal Bureau of Investigation hat neben der Verbrechensbekämpfung auch die Aufgaben eines Inlandsgeheimdienstes. Sie hat unter anderem terroristische Organisationen und ausländische Geheimdienste im Visier. Das Budget soll etwa 8,2 Milliarden Dollar betragen.

NGA

Die National Geospatial Intelligence Agency (Nationale Agentur für geografische Aufklärung) sammelt und erstellt Informationen über die Erde, die unter anderem für die nationale Sicherheit, militärische Operationen und humanitäre Hilfsanstrengungen genutzt werden. Das Budget soll bei etwa 4,9 Milliarden Dollar liegen.

DIA

Die Defense Intelligence Agency (DIA) koordiniert die Geheimdienste des US-Militärs. Sie hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 16 500 Mitarbeiter. Das Budget soll etwa 4,4 Milliarden Dollar betragen.

Ein beispielloser Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures hatte die Debatte über den Umgang mit Cyber-Bedrohungen neu entfacht. Die USA machen Nordkorea für die Attacke verantwortlich.

Zuvor hatte es bereits Angriffe auf Computernetzwerke des Weißen Hauses gegeben, hinter denen nach US-Einschätzung russische Hacker steckten. 2012 waren mehrere große US-Banken und andere Unternehmen attackiert worden; hier machten amerikanische Behörden den Iran verantwortlich.

Die neue Behörde werde helfen, mit demselben umfassenden Ansatz auf digitale Angriffe zu antworten wie im Kampf gegen Terrorismus, sagte Monaco. „Niemand ist immun“, warnte sie. Von Versicherungsfirmen über Hochschulen bis zur Technologie-Industrie könne es jeden treffen. Die Verantwortlichen arbeiteten mit „zunehmend zerstörerischen und bösartigen Attacken“ jeden Tag daran, Daten zu stehlen, auszuspähen oder zu zerstören.

Da FBI, das Heimatschutzministerium und der Geheimdienst NSA eigene Abteilungen für Cyber-Attacken haben, bedeutet die neue Behörde Kritikern zufolge allerdings vor allem zusätzliche Kosten und mehr Bürokratie. Auch bei der geplanten Cybersicherheits-Konferenz des Weißen Hauses am Freitag soll die Behörde Thema werden. Neben Regierungsvertretern und Strafverfolgern sind Vorsitzende von Unternehmen aus den Bereichen Finanzen, Technologie, Internet und Computersicherheit geladen.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Manfred Zimmer

11.02.2015, 09:01 Uhr

Ist es nicht Beruhigend, dass die Bundesrepublik derartige Verteidigungsstrategien nicht nötig hat. Schließlich stützt sie sich dabei auf "Fachleute" wie Merkel und Profalla. Ihre Arbeitsweise ist schon lange als fahrlässig oder gar vorsätzlich zu bezeichnen.

Frau Elke Schmidt

11.02.2015, 13:25 Uhr

"Was ich selber ganz selbstverständlich tue, traue ich andern auch zu"!
Gott sei Dank können die USA nicht allein mit einem "Pehzeh" umgehen.... Und man kann sicher sein, dass es Gott sei Dank noch viele, bisher nicht erkannte Snowdens gibt! Wozu, werden denn überhaupt noch in Deutschland hochbezahlte Datenschutzbeauftragte beschäftigt? Diese horrenden, Gehälter dieser unnützen Beamten, könnten für die verarmten Rentner und Kinder sinnvoller eingesetzt werden. Auch, kann man damit die Straßen, Schulen, Brücken und Kindergärten sanieren! In jedem Bundesland werden Tausende Datenschutzbeauftragte mit fürstlichen Gehältern und später mit noch fürstlicheren Pensionen beschäftigt, Wozu?-Wo Gegen? Wem nutzt es? Dem Deutschen Volk nicht, denn wir werden seit vielen Jahren sowieso von den USA, England, Frankreich, China, Russland, Israel etc. ausspioniert!

Herr matthias klein

12.02.2015, 18:22 Uhr

wer wird denn gleich in die luft gehen - es hindert uns ja niemand daran, es den amis gleichzutun !!! aber für frau mörkel ist das internet etwas völlig neues, wahrscheinlich weil es in der ddr keine computer gab außer bei der stasi ...
gruss MKultra

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