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27.08.2013

15:25 Uhr

Cyberattacke

China: Größter Angriff auf sein Internet

China erlitt nach eigenen Angaben den bislang größten Angriff auf seine Internet-Infrastruktur. Die Cyberattacke ereignete sich offenbar am Sonntag und legte die Server des Landes für zwei Stunden lahm.

Anfang Juni vereinbarten US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping bei ihrem ersten Treffen, den Kampf gegen Internetkriminalität zu verstärken. Jetzt erlitt die chinesische Internet-Infrastruktur den größten Angriff bislang. ap

Anfang Juni vereinbarten US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping bei ihrem ersten Treffen, den Kampf gegen Internetkriminalität zu verstärken. Jetzt erlitt die chinesische Internet-Infrastruktur den größten Angriff bislang.

PekingChina ist nach eigenen Angaben Opfer des bislang größten Angriffs auf seine Internet-Infrastruktur geworden. Die massive Cyberattacke habe am Sonntag Server des Landes für zwei Stunden gestört oder lahmgelegt, teilte das chinesische Internet-Netzwerk-Informationszentrum CNNIC am Dienstag mit. Dabei habe es sich um sogenannte DDoS-Attacken gehandelt, bei denen Server durch massenhafte, gleichzeitige Anfragen überlastet werden.

Betroffen seien alle Adressen mit der nationalen Länderdomain .cn gewesen, teilte das halbstaatliche Informationszentrum mit. Zwei Stunden später sei ein weiterer Angriff erfolgt. Einen Verantwortlichen für die Angriffe benannte das Informationszentrum nicht.

Ein kleines Lexikon der NSA-Spähaffäre

Prism

Das ist der Name eines Programms des US-Geheimdiensts NSA, das zum Inbegriff der gesamten Affäre wurde. Die Abkürzung steht für „Planning Tool for Resource Integration, Synchronization and Management“ (etwa „Planungswerkzeug für Quellenintegration, -synchronisierung und -management“). Es ist nicht ganz klar, wie das Programm funktioniert. Nach Snowdens Informationen organisiert „Prism“ den Zugriff auf die Daten der Nutzer großer Internetfirmen und sozialer Netzwerke wie Google und Facebook. Experten glauben, dass US-Dienste damit verdachtsunabhängig große Datenmengen abgreifen und nach Filterbegriffen durchsuchen können.

Tempora

So lautet der Deckname eines Programms des britischen Geheimdienstes GCHQ, das es auf Daten aus Seekabeln abgesehen hat. Durch diese Glasfaserverbindungen fließt der größte Teil der globalen Telefon- und Internetkommunikation. „Tempora“ erlaubt es angeblich, diese Daten in riesigen Pufferspeichern zu sammeln. Den Berichten vom Freitag zufolge könnten Firmen wie der Kabel- und Netzbetreiber Level 3 unter anderem dabei geholfen haben. Mit geeigneter Software kann der GCHQ aus diesen Daten Nachrichten von Verdächtigen heraussuchen oder die Stimmen von Gesuchten identifizieren.

XKeyscore

Der Begriff bezeichnet ein weiteres IT-Programm der NSA. Nach bisherigen Informationen handelt es sich um eine Art zentrale Analyse- und Datenbanksoftware, mit der die NSA Berichte über das gesamte Kommunikationsverhalten von Personen erstellt. Demnach speichert „XKeyscore“ Telefonnummern und E-Mail-Adressen, aber auch Internet-Chats oder Begriffe, die jemand in die Google-Suche eingegeben hat. Auch der Verfassungsschutz räumte ein, das Programm „testweise“ einzusetzen – wobei er betont, es nur zur Analyse von schon im eigenen Haus vorliegenden, nach deutschem Recht erhobenen Daten zu testen und damit weder Informationen zu sammeln noch Daten etwa mit der NSA auszutauschen.

DE-CIX

Der Internetknoten in Frankfurt am Main ist Berichten zufolge ein bevorzugtes Ziel der NSA-Spionage in Deutschland. Es ist eine Art großer Weiche, die den Internetverkehr aus einzelnen Provider- und Datennetzen verknüpft. Gemessen am Datendurchsatz soll DE-CIX laut Betreiber der größte Internetknoten der Welt sein. Unklar ist aber, wie mutmaßliche Spione Zugriff erhalten haben sollen. Betreiber und deutsche Behörden dementierten, dass die NSA Zugang hat. Allerdings gehören Firmen, die nun der Kooperation mit dem GCHQ verdächtigt werden, zu den Kunden.

G-10-Gesetz

Dieses Gesetz regelt den Zugriff der deutschen Nachrichtendienste auf Telekommunikationsdaten. Vollständig heißt es „Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses“. Da dieses in Artikel 10 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich fixiert ist, lautet die Kurzform G-10-Gesetz. Es verpflichtet Post-, Telekom- und Internetanbieter, den Diensten Sendungen zu übergeben und ihnen die die Daten-Überwachung zu ermöglichen. Erlaubt ist das etwa zur Abwehr einer „drohenden Gefahr“ für die demokratische Grundordnung. Genehmigt werden derartige Anträge von einer Kommission aus zehn Bundestagsabgeordneten, der sogenannten G-10-Kommission.

Sogenannte Distributed Denial of Service-Attacken (DDoS) führen zu einer Überlastung von Servern, die zur Folge hat, dass Dienste im Internet langsamer werden oder vorübergehend nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Angreifer dringen dabei nicht in die Systeme selbst ein, um zum Beispiel Informationen zu stehlen.

Washington hat Peking bereits mehrfach für Cyberattacken in den USA verantwortlich gemacht. China wies die Vorwürfe jedoch stets zurück und betonte, es sei selbst Opfer von Internetattacken.

Das Thema Cyber-Spionage ist dabei eine der größten Belastungen im Verhältnis der USA zu China. Erst im Juni hatte das US-Verteidigungsminister erklärt, chinesische Hacker hätten US-Rüstungsfirmen und Regierungsbehörden angegriffen und technische Details von hochmodernen US-Waffensystemen ausgespäht. Anfang Juni vereinbarten US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping bei ihrem ersten Treffen, den Kampf gegen Internetkriminalität zu verstärken.

Von

afp

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