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07.04.2016

19:09 Uhr

Dänemark

Vier mutmaßliche IS-Kämpfer nahe Kopenhagen festgenommen

Nach den Anschlägen in Kopenhagen, Paris und Brüssel ist Europa auf der Hut. Dänische Behörden haben nun vier mutmaßliche IS-Kämpfer nahe Kopenhagen festgenommen. In einer Wohnung wurden Waffen und Munition gefunden.

Schlag gegen IS-Terror

Mutmaßliche IS-Kämpfer festgenommen

Schlag gegen IS-Terror: Mutmaßliche IS-Kämpfer festgenommen

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KopenhagenBei einem Großeinsatz hat die dänische Polizei vier mutmaßliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen und Waffen beschlagnahmt. Die vier Verdächtigen, die in Syrien in den Reihen des IS gekämpft haben sollen, seien im Großraum der Hauptstadt Kopenhagen gefasst worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Ihnen drohen bis zu sechs Jahre Haft.

Zur Identität der Festgenommenen wurden keine Angaben gemacht. An einem der durchsuchten Orte seien Waffen und Munition gefunden worden, sagte der Ermittler Poul Kjeldsen bei einer Pressekonferenz.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte die Polizei mit, das Waffenversteck habe sich in der Wohnung eines der festgenommenen Verdächtigen befunden. Er soll Verbindungen zu einer in Kopenhagen aktiven kriminellen Gruppe haben.

Örtliche Medien berichteten, es habe am Donnerstagmorgen zeitgleich mehrere Razzien gegeben. Der öffentlich-rechtliche Radiosender DR meldete, es sei die Wohnung eines 27-Jährigen durchsucht worden, der auf einer Liste mutmaßlicher IS-Mitglieder stehe, die dem britischen Sender Sky News zugespielt worden sei.

Die vielen Namen der Extremistenmiliz IS

Isil

Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ und ist vor allem im Englischen noch häufig zu hören. Sie kommt der Übersetzung des arabischen Namens recht nahe. Dort ist vom Islamischen Staat im Irak und „al-Scham“ die Rede, also Großsyrien unter den Omajaden und später den Abbasiden.

Isis

Die Kurzform von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“.

Isig

Diese Abkürzung benutzt die Bundesanwaltschaft in ihren Pressemitteilungen. Sie steht für den „Islamischen Staat im Irak und Großsyrien“.

IS

So nennt sich die Organisation selbst seit der Ausrufung ihres Kalifats 2014. Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat“. Kritiker lehnen diese Bezeichnung ab, weil sie den Anspruch der Miliz untermauere, einen echten Staat – und noch dazu einen islamischen – geschaffen zu haben. Manche sprechen deshalb vom „sogenannten Islamischen Staat“.

Daesch oder Daisch

Als Alternative ist in den vergangenen Monaten vermehrt die Bezeichnung Daesch oder Daisch in Mode gekommen. Dies ist die arabische Abkürzung für die Bezeichnung „Islamischer Staat im Irak und al-Scham“ (Al Daula al-Islamija fi al-Irak wa al-Scham). In den Ohren von Muttersprachlern klingt sie despektierlich, der IS selbst lehnt sie ab. Das ist ein Grund mehr für Gegner der Extremisten, sie zu verwenden.

Sky News hatte vor einem Monat berichtet, dass er von einem enttäuschten ehemaligen Kämpfer detaillierte geheime Daten von 22.000 mutmaßlichen IS-Mitgliedern erhalten habe.

An den Ermittlungen war neben der Kopenhagener Polizei auch der dänische Inlandsgeheimdienst PET beteiligt. Eine erste Anhörung der Festgenommenen vor Gericht soll am Freitag hinter verschlossenen Türen stattfinden. Nach dänischem Gesetz drohen Angeklagten, die sich für Terrorakte anwerben lassen, Haftstrafen von bis zu sechs Jahren.

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