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08.07.2016

15:59 Uhr

Dallas

Scharfschützen töten fünf Polizisten

Schießerei in Dallas: Heckenschützen töteten fünf Polizisten, ein weiterer mutmaßlicher Täter verschanzte sich in einem Parkhaus und lieferte sich Schusswechsel mit der Polizei. Dann tötete er sich laut einem Bericht selbst.

Fünf Polizisten umgebracht

Dallas: Die Gewalt eskaliert

Fünf Polizisten umgebracht: Dallas: Die Gewalt eskaliert

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DallasNeue Gewalt in den USA: In Dallas sind während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt fünf Beamte erschossen worden. Dies teilte die Polizei der texanischen Großstadt auf Twitter mit. Insgesamt seien elf Polizisten beschossen worden, sagte Polizeichef David Brown. Die Polizei geht von mehreren Scharfschützen aus.

Kurz nach der Veröffentlichung eines Fahndungsfotos gab die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter die Festnahme von zwei Verdächtigen bekannt. Einer habe sich selbst gestellt, der andere sei nach einer Schießerei mit Spezialkräften der Polizei gestellt worden. In der Nähe seines Standortes sei ein verdächtiges Paket gefunden worden, Sprengstoffspezialisten seien nun im Einsatz.

Tote Polizisten in Dallas: Was wir wissen und was nicht

Schüsse

Die ersten Schüsse sind um 20:45 Uhr am Donnerstagabend gefallen.

Opfer

Fünf Polizisten sind ums Leben gekommen. Einer von ihnen arbeitete für das Nahverkehrsunternehmen DART, wie das Unternehmen mitteilte. Mindestens sechs weitere Beamte wurden verletzt.

Täter

Bei den Tätern handelte es sich nach Angaben der Polizei um Heckenschützen. Ein Verdächtiger habe sich in einem mehrstöckigen Parkhaus verschanzt, sagte Brown am frühen Morgen. Die Polizei verhandele mit ihm. Er habe damit gedroht, weitere Polizisten zu töten. Zudem habe er angegeben, dass Bomben im Parkhaus und in der Stadt versteckt seien.

Festnahmen

Ein Verdächtiger habe sich in einem mehrstöckigen Parkhaus verschanzt, sagte Brown am frühen Morgen. Die Polizei verhandele mit ihm. Er habe damit gedroht, weitere Polizisten zu töten. Zudem habe er angegeben, dass Bomben im Parkhaus und in der Stadt versteckt seien. Die Polizei gehe davon aus, dass die Festgenommenen zusammengearbeitet haben, sagte Brown. Die Polizei veröffentlichte auf Twitter das Bild eines Mannes. Dieser stellte sich danach der Polizei.

Unbekannt

Zur Identität der Festgenommenen machte die Polizei keinerlei Angaben. Es ist unklar, ob es weitere Verdächtige gibt. Brown sagte, er sei nicht vollständig überzeugt, dass bereits alle Verdächtigen in Gewahrsam seien. Ob tatsächlich Bomben gelegt wurden, ist unklar. Sprengstoffexperten untersuchten nach Angaben der Polizei ein verdächtiges Paket. Das Motiv für die Tat ist noch unbekannt. Ob der Mann auf dem von der Polizei veröffentlichten Foto zu den Tatverdächtigen zählt, ist nicht klar. Medienberichten zufolge könnte er zu den Mitorganisatoren des Protestmarsches gehören.

Einer der mutmaßlichen Täter verschanzte sich in einem Parkhaus in der Innenstadt und lieferte sich auch in der Nacht immer wieder Schusswechsel mit der Polizei. Nach einem Bericht des Senders CBS tötete er sich schließlich selbst. Der Polizei zufolge soll er zuvor gesagt haben, er habe Weiße umbringen wollen. Außerdem habe er angegeben, allein zu handeln. Drei weitere Personen wurden festgenommen.

Die Luftfahrtbehörde FAA richtete über der Innenstadt von Dallas eine Flugverbotszone ein. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation ist groß: Ein Verdächtiger habe angegeben, in der Stadt im US-Bundesstaat Texas mehrere Bomben gelegt zu haben, erklärte Polizeichef David Brown in der Nacht zum Freitag. Die Polizei forderte die Bürger auf, das Stadtzentrum von Dallas zu meiden, der öffentliche Verkehr wurde unterbrochen, berichtete die „Dallas Morning News.“

Vor der Schießerei hatte es in Dallas wie auch in anderen US-amerikanischen Städten friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben. Auslöser waren zwei erschossene Afroamerikaner innerhalb von zwei Tagen. In Falcon Heights (Minnesota) starb Philando Castile (32) im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. Kurz zuvor hatten in Baton Rouge (Louisiana) zwei Polizisten Alton Sterling (37) auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

Offenbar wurde auch eine Demonstrantin verletzt. Die 37-jährige Shetamia Taylor sei am Bein getroffen worden und werde operiert, sagte ihre Schwester Theresa Williams in der Nacht zu Freitag (Ortszeit).

Kommentare (33)

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Herr Thomas Ungläubig

08.07.2016, 10:41 Uhr

„Wir brauchen Frieden auf unseren Straßen.“

Wie wär's mit Frieden in der Welt?

Die amerikanische Gesellschaft ist durch die fortwährenden Kriegseinsätze derart verroht und das ist das Ergebnis. Sie driftet immer weiter auseinander und infiziert damit auch ihre »Verbündeten«. Rassismus breitet sich wie eine Seuche auch in Europa aus und die Ursachen werden weiter verdrängt. Aber wir haben ja andere Probleme, z.B. Finanzkrise…

Frau Annette Bollmohr

08.07.2016, 10:43 Uhr

Ohne jede Wertung (das Gebot: "Du sollst nicht töten" gilt unbedingt):

So etwas dürfte zwar trotzdem(!!) nicht passieren, aber diese Eskalation kann eigentlich nur als die völlig logische Konsequenz einer perversen Politik angesehen werden.

Jo Black

08.07.2016, 10:46 Uhr

Bürgerkrieg oder Einzelereignis?

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