Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.05.2011

16:35 Uhr

Darmbakterium

Keine EHEC-Fälle in Spanien

VonAnne Grüttner

Die Spanier sehen wegen EHEC keinen Grund zur Besorgnis. In ihrem Land ist auch bisher niemand infiziert. Deutsche Lebensmittelkontrolleure zweifeln jedoch an der Theorie, dass der Erreger aus Deutschland kommt.

Spanien ist unbesorgt, während diese Gurken aus Deutschland nicht verkauft werden konnten. Quelle: dpa

Spanien ist unbesorgt, während diese Gurken aus Deutschland nicht verkauft werden konnten.

Während der EHEC-Erreger in Deutschland für Panik sorgt, lautet die Devise im möglichen Herkunftsland Spanien noch: Kein Grund zur Sorge. "Keine Person in Spanien ist von der Bakterie betroffen", beruhigte Gesundheitsminister Leire Pajín am Freitagmittag gegenüber der Presse. Man habe vorsichtshalber alle nötigen Mechanismen in Bewegung gesetzt, die garantieren dass die Spanier weiterhin ohne Sorgen Gemüse essen können. Einstweilen sei es empfehlenswert, das Gemüse wie immer gut zu putzen und zu schälen, so die Ministerin.

Experten hatten am Donnerstag das gefährliche Durchfallbakterium, das in Deutschland für mindestens zwei Todesfälle verantwortlich gemacht wird, an vier Salatgurken auf dem Hamburger Großmarkt nachgewiesen. Drei dieser Gurken stammten von zwei spanischen Agrarbetrieben in Málaga und Almería. Es handele sich um eine einzige bestimmte Lieferung, es gehe also keinesfalls um die gesamte Gurkenproduktion Spaniens, betonte Leire Pajín.

Das spanische Gesundheitsministerium hatte noch am Donnerstag eine Untersuchung eingeleitet und sich mit den betroffenen Betrieben in Verbindung gesetzt. Eines der Unternehmen, Pepino Bio Frunet in Málaga, fand in eigenen Tests an den Gurken des betroffenen Bauern keine Verunreinigung. Eine Sprecherin von Pepino Bio Frunet berichtete, eine Palette mit 180 Kisten Gurken sei vom Transporter gekippt und auf den Boden gefallen. Davon habe der Großhändler in Hamburg das Unternehmen per Email unterrichtet. Der Erreger könne also in Deutschland an die Gurken gelangt sein.

Expertin im Interview: Was den EHEC-Keim so gefährlich macht

Expertin im Interview

Was den EHEC-Keim so gefährlich macht

Ein aggressiver Escherichia-coli-Stamm geht in Deutschland um. Spanische Gurken scheinen eine Infektionsquelle für den gefährlichen EHEC-Keim zu sein. Was ihn gefährlich macht, erklärt die Biologin Petra Dersch.

Während der Vorsitzende des Bundesverbands des Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller, diese Theorie als "eher unwahrscheinlich" bezeichnete, gehen die Vermutungen der spanischen Regierung in die gleiche Richtung. Es handele sich um einen extrem seltenen Erreger, der "in Spanien keinesfalls üblich ist", erklärte Spaniens Umweltministerin Rosa Aguilar. Es sei durchaus möglich, dass die Kontaminierung mit dem EHEC-Erreger "außerhalb des Herkunftslandes" der Gurken passiert sei. Spanien sei sehr anspruchsvoll in den Qualitäts- und Hygienekontrollen dieser Produkte, sagte die Ministerin.

Man sei nun dabei, den Weg der betroffenen Gurken zurückzuverfolgen und bitte darum, dass die deutschen Behörden das gleiche tun, um herauszufinden wie die Bakterie in die Gurken gelangt sein könne. Spanien ist mit rund 600 000 Tonnen Gurken im Jahr Europas größter Produzent. Das Gemüse stammt größtenteils aus Andalusien, wo die mit Plastikplanen abgedeckten Gewächshäuser große Teile der Landschaft prägen. Die Exporte haben der früher armen und sehr trockenen Region in den letzten Jahrzehnten zu Wohlstand verholfen.

Bakterium: Wie man sich vor EHEC schützen kann

Bakterium

Wie man sich vor EHEC schützen kann

Das EHEC-Bakterium kann lebensgefährlich sein. Aber es ist auch leicht in Schach zu halten - durch Hygiene und Abkochen. Wie man sich gegen den aggressiven Keim schützen kann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×