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11.01.2012

17:00 Uhr

David Cameron

London stemmt sich gegen Schottlands Abspaltungs-Drang

Die Unabhängigkeitsbestrebungen Schottlands haben die britische Regierung alarmiert. Premier Cameron will ein Referendum nicht verhindern. Sein Zugeständnis verband er aber zugleich mit einem eindringlichen Appell.

Britischer Premier David Cameron. dapd

Britischer Premier David Cameron.

LondonIm Streit um einen Volksentscheid über die Unabhängigkeit Schottlands hat Großbritanniens Premierminister David Cameron Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Die Zentralregierung in Westminister wolle in direkte Gespräche mit der Regionalregierung in Edinburgh eintreten, um sich über den Zeitpunkt und die Modalitäten eines Referendums zu verständigen, sagte Cameron am Mittwoch im Parlament in London. Es werde „zu bestimmter Zeit“ auch ein Treffen zwischen Cameron und seinem schottischen Gegenspieler, Ministerpräsident Alex Salmond geben, ergänzte ein Sprecher Camerons.

Einen Tag zuvor hatte Salmond den Herbst 2014 als Zeitpunkt für ein Referendum verkündet. Cameron will dies wesentlich früher, spätestens Mitte 2013 haben. Beide Seiten spekulieren, die Wahrscheinlichkeit, dass die Schotten tatsächlich für die Unabhängigkeit votieren, nehme mit der Zeit zu.

„Ich glaube leidenschaftlich an die Zukunft Großbritanniens“, sagte Cameron im Parlament. „Lasst uns unser Land zusammenhalten.“ Der Premierminister bekam Zustimmung auch vom liberaldemokratischen Koalitionspartner und von der Labour-Opposition.

Vor allem über die Wirtschafts-, Europa und Verteidigungspolitik gibt es Streitigkeiten mit London. Cameron möchte nicht, dass Großbritannien auseinanderdriftet. Die britische Union aus England, Nordirland, Wales und Schottland sei „eine der erfolgreichsten Partnerschaften der Weltgeschichte“, sagte er am vergangenen Wochenende.

Die Schotten wollen vor allem mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit. In Schottland wird fast das gesamte Erdöl Großbritanniens gefördert. Das schottische Öl bringt London im Jahr - je nach Rechenweise - mindestens sechs Milliarden Pfund (rund 7,2 Milliarden Euro) allein an Steuereinnahmen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Euro-Sowjet

11.01.2012, 17:29 Uhr

Wir wollen doch die "Vereinigten Staaten von Europa". Solche Bestrebungen müssen mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Was bilden sich die Schotten denn ein? Freiheitsbestrebungen wären das größte Übel für die kommende EUSSR. Aber wir haben ja schon eine EU-Truppe, die das ganz schnell verhindern kann. Ob in Schottland, in der Bretagne, im Baskenland. Es muss brutal vorgegangen werden - für Demokratie und Freiheit sind kein Platz vorgesehen in der Euro-EUSSR!

Radek

11.01.2012, 17:34 Uhr

Wie du mir, so ich dir. England hat in Kontinentaleuropa immer Spaltungspolitik betrieben, um daraus seinen Vorteil zu ziehen und das seit Jahrhunderten. Jetzt wird es selber gespalten und Schottland separiert sich.
Das ist nichts anderes als eine historische Gesetzmäßigkeit, die nun auf ihr Recht pocht, in Erscheinung treten zu können.

Account gelöscht!

11.01.2012, 17:42 Uhr

Und dann wird van Rompuy einfach mit Putin ausgetauscht, so wie Medwedjew schon Platz gemacht hat in Moskau.

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