Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.12.2016

10:16 Uhr

David Friedman

Heftige Debatten um Trumps Israel-Botschafter

Trump will einen stärkeren Kurs für Israel fahren als Obama. Der Mann, den er als Botschafter nach Jerusalem schicken will, verkörpert den Wandel in jeder Hinsicht. Das löst selbst Besorgnis bei Israel-Unterstützern aus.

Friedman ist gegen die Zwei-Staaten-Lösung eines israelischen und einen palästinensischen Staates, die friedlich nebeneinander existieren. AP

David Friedman

Friedman ist gegen die Zwei-Staaten-Lösung eines israelischen und einen palästinensischen Staates, die friedlich nebeneinander existieren.

New YorkWenn Donald Trump signalisieren wollte, dass er die Israel-Politik von Noch-Präsident Barack Obama ausradieren will, dann hat er in David Friedman wohl den richtigen Mann gefunden. Der auf Konkursrecht spezialisierte Anwalt und Sohn eines orthodoxen Rabbiners, den Trump als US-Botschafter in Israel ausgewählt hat, ist alles, was Obama nicht ist: Ein entschiedener Unterstützer israelischer Siedlungen in palästinensischen Gebieten, Gegner eines palästinensischen Staates und unermüdlicher Verteidiger der israelischen Regierung.

So weit rechts steht Friedman, dass sogar viele Unterstützer Israels besorgt sind, er könnte Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einem noch stärkeren Falken machen als dieser ohnehin schon ist. Damit würde Frieden mit den Palästinensern in noch größere Ferne rücken.

Israel und die USA: Netanjahu freut sich auf Trump

Israel und die USA

Netanjahu freut sich auf Trump

Benjamin Netanjahu sehnt nach dem jüngsten Uno-Votum gegen sein Land den Amtsantritt von Donald Trump herbei. Gegen den scheidenden US-Präsidenten Obama erhebt Israels Regierungschef harsche Vorwürfe.

Die erhitzte Debatte über Friedman spielt vor dem Hintergrund frischer, starker Spannungen zwischen den USA und Israel. Der Entschluss der scheidenden Obama-Regierung, eine UN-Resolution des Weltsicherheitsrates gegen den israelischen Siedlungsbau nicht mit einem Veto zu blockieren, sondern sich stattdessen zu enthalten, ist in Israel von beiden Parteien zornig verurteilt worden. Und auch Trump reagierte. Via Twitter kündigte er einen Kurswechsel nach seiner Vereidigung am 20. Januar an. Zudem bezeichnete er die UN als „Club“, in den die Leute kämen, um lediglich eine „gute Zeit“ zu haben.

Friedman ist ganz gewiss anders.

US-Präsidenten beider Parteien sind für eine Zwei-Staaten-Lösung eingetreten – einen israelischen und einen palästinensischen Staat, die friedlich Seite an Seite existieren. Netanjahu sagt, dass er dem zustimmt. Friedman nicht. Er hat die Zwei-Staaten-Lösung als eine bloße „Erzählung“ bezeichnet, die aufhören müsse.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×