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14.08.2015

14:30 Uhr

David Hydes ganze Geschichte

Uno-Praktikant plante Zelt-Aktion als PR-Coup

VonSteffen Daniel Meyer

David Hyde hat als unbezahlter Uno-Praktikant in Genf in einem Zelt übernachtet. Angeblich aus Geldmangel – viele Medien berichteten. Jetzt ist klar: Hyde plante die Aktion auch, um auf ein größeres Problem hinzuweisen.

David Hyde: „Kein Gehalt oder Stipendium, keine Zuschüsse für ÖPNV oder Essen, keine Krankenversicherung.“ Patrick Lopreno / Tribune de Geneve

Praktikant im Zelt

David Hyde: „Kein Gehalt oder Stipendium, keine Zuschüsse für ÖPNV oder Essen, keine Krankenversicherung.“

GenfSo kann es gehen: Gerade erst haben wir über den Uno-Praktikanten David Hyde berichtet, der zwei Wochen lang in einem Zelt übernachtet hat, weil er sich keine Wohnung in Genf leisten konnte. Und an diesem Freitag veröffentlicht der 22-jährige Neuseeländer auf dem Online-Portal „The Intercept“ seine ganze Geschichte. Danach wollte er mit der Zelt-Aktion zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen habe er sich eine Wohnung in Genf wirklich nicht leisten können, zum anderen aber habe er auch auf die Situation von unbezahlten Praktikanten aufmerksam machen wollen.

„Für mich war die Scheinheiligkeit schon immer klar: Organisationen wie die Vereinten Nationen haben sich den Menschenrechten und dem Kampf gegen Ungerechtigkeit verschrieben“, schreibt Hyde. „Aber die Praktikums-Politik der Uno scheint die Werte, für die sie angeblich steht, zu konterkarieren.“ Die Uno und ihre Agenturen in Genf stellen jährlich 162 Praktikanten an. Nach einer Studie der „Geneva Interns Association“ waren 68,5 Prozent davon im Jahr 2013 unbezahlt.

Hohe Mieten in Genf: Uno-Praktikant schläft aus Geldmangel im Zelt

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David Hyde hat eine Stelle als Praktikant bei der Uno bekommen – aber nicht genug Geld, um sich eine Wohnung in Genf zu leisten. Der Neuseeländer schlief deswegen in einem Zelt. Bis eine Zeitung ihn aufspürte.

Als er die Zusage für das Praktikum in Genf bekommen habe, habe er sich Wohnungen angeschaut und sei zu dem Schluss gekommen, er könnte sich Genf nicht leisten. „Ich brauchte eine Lösung. Die Antwort war einfach. Ich würde in einem Zelt leben.“ Es sei eine gute Möglichkeit gewesen, mit seinen begrenzten Mitteln in Genf zu leben – „und die Tatsache, dass ein Uno-Praktikant in einem Zelt lebt, könnte das Bewusstsein für das Problem schaffen.“

Er habe seine Situation dann in die Medien sickern lassen, um damit eine „eine kleine Diskussion in Genf loszutreten“. Doch die Meldung machte internationale Schlagzeilen: Medien wie „The Guardian“, „Spiegel Online“, „New York Times“ und auch „Handelsblatt Online“ berichteten darüber. „Wegen der Ausmaße der Geschichte, war ich beunruhigt, dass die Aktion sich auf meine Arbeitskollegen auswirken würde, die mich sehr unterstützt haben.“ Deswegen habe er gekündigt.

Zuvor hatte Hyde schon vor Journalisten eingeräumt, beim Bewerbungsgespräch für den begehrten Praktikantenjob gelogen zu haben: Als er gefragte wurde, ob er sich Genf leisten könne, habe er mit Ja geantwortet – aber nur, weil er bei einem Nein wohl eine Ablehnung kassiert hätte.

Die Mutter des 22-jährigen Neuseeländers lobte die Aktion ihres Sohnes. „Ich bin stolz, dass er seine Karrierechancen beiseite geschoben hat, um eine Sache zu beleuchten, die schon lange ein Thema ist, aber der niemand Beachtung schenkt“, sagte Vicki Hyde dem australischen Medienunternehmen Fairfax Media. Die Uno trete für die Förderung gleicher Rechte und Bezahlung für gleiche Arbeit ein und sollte eine „moralische Führung“ übernehmen. Ein Uno-Sprecher hatte am Dienstag erklärt, die Uno würde Praktikanten gern entlohnen, wegen einer Resolution der Generalversammlung sei dies aber bislang nicht möglich.

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