Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2014

15:20 Uhr

Davos 2014

Wirtschaftsmächte zeigen sich optimistisch

Die Grundstimmung beim Weltwirtschaftsforum ist positiv. Die Eurokrise sei war nicht vollständig überwunden, Europas Volkswirtschaften liefern aber Grund für Optimismus. Entschlossene Reformen seien dennoch notwendig.

Finanzminister Wolfgang Schäuble übte Kritik: Die EU sei immer noch „sehr kompliziert, sehr bürokratisch“. Reuters

Finanzminister Wolfgang Schäuble übte Kritik: Die EU sei immer noch „sehr kompliziert, sehr bürokratisch“.

DavosEuropa hat nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit maßgeblicher deutscher Hilfe den richtigen Weg aus der Finanzkrise eingeschlagen. Allen Untergangszenarien zum Trotz sei es gelungen, den Euro aus einer gefährlichen Vertrauenskrise herauszubringen, sagte Schäuble am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Allerdings mahnte Schäuble - ähnlich wie der britische Premierminister David Cameron - entschlossenere Reformen in der Europäischen Union an. Zahlreiche Wirtschaftsmächte einigten sich auf die Förderung des Handels mit Umwelttechnik.

Schäuble sagte, Europas Volkswirtschaften müssten ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. „Europa muss stark bleiben, denn sonst kann es seine sozialen Ansprüche gegenüber anderen Teilen der Welt nicht erfüllen.“ Zugleich kritisierte er, die EU sei immer noch „sehr kompliziert, sehr bürokratisch“. Die Bundesregierung setze sich für Strukturreformen ein. „Wir brauchen Vertragsänderungen, um das institutionelle Gefüge der Europäischen Union zu verbessern.“ Diese seien jedoch sehr schwierig zu erreichen.

Der Minister würdigte die Bemühungen Griechenlands, seine nach wie vor enormen wirtschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Die Bevölkerung habe schwere Einschnitte zu verkraften. „Ich wollte das nicht in Deutschland durchsetzen müssen“, sagte Schäuble. Die Fortschritte auf dem Weg der Gesundung der griechischen Volkswirtschaft seien nicht zu übersehen. Zur Gefahr eines Scheiterns der Reformbemühungen Athens sagte Schäuble: „Was uns mit Griechenland drohen kann, ist immer noch beherrschbar.“

Der britische Premierminister David Cameron forderte den Abbau der Regulierung durch Brüssel und mehr Wirtschaftsliberalismus. Nur so könne Europa internationale Investoren anlocken und schließlich mehr der dringend benötigten Arbeitsplätze schaffen. Europäische Länder müssten im internationalen Wettbewerb günstige Steuern und flexible Arbeitsmärkte bieten können, um konkurrenzfähig zu sein. Nur so könnten Aufträge zurückgeholt werden, die in Entwicklungs- und Schwellenländer vergeben wurden.

Cameron forderte zugleich, die Förderung von Schiefergas in Europa nicht durch zu strenge Auflagen zu erschweren. Sonst könne Europa hier nicht gegenüber den USA aufholen. Großbritannien habe dafür eigens die Steuern auf Schiefergas verringert. „Wenn die Europäische Union ihren Mitgliedstaaten ungerechtfertigte und voreilige Regeln auferlegt, die die Produktion dieses Gases erschweren, dann werden die Investoren rasch woanders hingehen.“

Mit einer Initiative zum Abbau von Handelshemmnissen wollen zahlreiche Wirtschaftsmächte den Kampf gegen den Klimawandel voranbringen. Sie kündigten am Freitag in Davos an, sich für den weltweiten zollfreien Austausch von Umweltprodukten einzusetzen - darunter Anlagen zur Müllbeseitigung sowie zur Wasseraufbereitung einzusetzen. Der Vorstoß wird von der Europäischen Union, den USA, China, Japan und weiteren Staaten unterstützt. Sie stehen nach eigenen Angaben für 86 Prozent des Welthandels im Bereich der „grünen Wirtschaft“.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Mazi

24.01.2014, 19:01 Uhr

"Wirtschaftsmächte zeigen sich optimistisch"

Geht's noch?

Solche Aussagen in einer Zeit in der sich EU und IWF auf den Einzug von Spareinlagen einrichten?

In einer Zeit in der man in Brüssel derart zofft, dass man den Streit bis nach der Europawahl vertagt.

Hier sollten einige mal kräftig durchgebürstet werden. Solche Sprüche können nur von Leuten fallen, die mit dem Volk nicht mehr in Berührung stehen. Von solchen, "die am Trog immer vorn stehen".

Bedauerlich ist, dass an solchen Zusammenkünften immer nur die geladen werden, die gleiches zu verteidigen haben. Ein Kreis von Frühstücksdirektoren ist hier unter sich!

Niemand

24.01.2014, 20:24 Uhr

Es kann beginnen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die konservativ-industriellen Eliten der Welt endlich Lösungswege für die drängendsten Probleme der Menschheit gefunden haben. Danke Frau Merkel, danke Herr Schäuble (Ihr fishing for compliments war beeindruckend), danke vor allem Herrn Bill Gates. Sie sind die Retter der Welt!
Sie müssen mit niemandem zusammenarbeiten, Sie sind viel zu schlau. Dass Sie gern auch abkupfern, dass Sie sich nur zu gern in fremde, gewärmte Betten legen, wen stört das schon? Ist geistiger Diebstahl eigentlich strafbar? Gewiss dann nicht, wenn Geld resp. Macht alles kaufen kann!
Es ist gut, zu wissen: Sie kontrollieren noch jeden Gedanken. Das macht Mut, lässt allerdings auch das Schlimmste erahnen. Wen Sie in der Existenz vernichten wollen, den haben Sie noch immer vernichtet. Ein Schnipp mit dem Finger und es ist vorbei, Demokratie hin oder her.
Doch an den wahren Verbrechern dieser Welt haben Sie sich noch immer die Zähne ausgebissen. Warum aber, frage ich Sie, warum haben Sie es dann nicht einmal geschafft, Ihre Spitzel in der Nähe von Kriegsverbrechern zu platzieren? Weil diese Kriegsverbrecher es Ihnen gleichtun können?
Weltweit verrecken kleinste Kinder, Jugendliche, Ältere und Alte. Sie bauen Atombomben, maßen sich an, die Spaltung des Atoms kontrollieren zu können, überziehen die ganze Welt mit dieser barbarischen Technologie. Entwicklungsländer eifern Ihnen nach, obwohl die vermutlich nicht einmal die Technologie eines Röhrenfernsehers verstehen. Warum auch verstehen, konsumieren sollen die.
Vorsprung bedeutet Macht. Wirtschaftliche Macht. Das ist es, was Sie antreibt. Rücksichtslose Ausbeutung von Menschen, die Ihnen nicht das Wasser reichen können. Sie haben sich bisher keinen Respekt erworben, lassen Demut vermissen, Ehrfurcht vor dem Leben. Was sind auch schon Ameisen, die nicht erkannt werden? Wesen, auf die getreten werden kann.
Nein, Respekt will verdient sein. Schnöder Mammon ist Ihr Gott, nicht der von Millionen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×