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21.05.2013

04:07 Uhr

Debatte um Pressefreiheit

US-Regierung ermittelt gegen Journalisten

Weil ein Journalist des Nachrichtensenders Fox geheime Informationen von einem Mitarbeiter des US-Außenministeriums veröffentlichte, bezeichnet die Regierung ihn als kriminellen Verschwörer. Medienvertreter sind empört.

Ein Fernsehstudio von Fox in Los Angeles. ap

Ein Fernsehstudio von Fox in Los Angeles.

WashingtonDie US-Regierung schafft einen weiteren Präzedenzfall im Umgang mit Medien: Sie lässt gegen einen Nordkorea-Experten des Außenministeriums ermitteln und betritt dabei Neuland - indem sie erklärt, ein Journalist habe eine Straftat begangen, weil er geheime Informationen veröffentlicht habe.

Im Zuge der Ermittlungen gegen den Außenamtsberater Stephen Kim erwirkten die Ermittler einem Durchsuchungsbefehl für einige private E-Mails des Chefkorrespondenten von Fox News in Washington, James Rosen. Ermittler hielten auch fest, wann Rosen ins State Department ging und wann er es wieder verließ. Während Kim beschuldigt wird, Geheimnisse einem Nachrichtenmedium enthüllt zu haben, wurde gegen Rosen keine Anklage erhoben. Ein FBI-Beamter bezeichnete Rosen aber als einen Mitverschwörer, der nach Einschätzung der Ermittler eine Straftat begangen habe.

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Der für Nachrichten zuständige Vizedirektor des Fernsehsenders Fox, Michael Clemente, reagierte empört. „Wir sind empört, heute zu erfahren, dass James Rosen als krimineller Mitverschwörer dafür bezeichnet wird, dass er schlicht seinen Job als Reporter gemacht hat“, kritisierte er am Montag. „Das ist tatsächlich äußerst erschreckend. Wir werden unmissverständlich sein Recht verteidigen, als Mitglied von etwas zu arbeiten, was bis jetzt immer eine freie Presse gewesen ist.“

Das Weiße Haus hat sich nicht zu neuen Vorwürfen äußern wollen, wonach die US-Regierung einen weiteren Journalisten ausgespäht haben soll. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, weigerte sich am Montag (Ortszeit) trotz hartnäckiger Fragen der Hauptstadt-Presse, konkret zu dem Fall Stellung zu beziehen und verwies auf eine "laufende Untersuchung".

Obama-Sprecher Carney sagte nun zu dem neuen Fall des Fox-News-Mitarbeiters lediglich, Obama sei überzeugt, dass die USA eine Presse brauchten, die investigativ recherchieren könne. Gleichzeitig sei es aber "wirklich wichtig", dass Informationslecks in der Regierung nicht geduldet würden. Denn diese könnten Menschenleben und die nationale Sicherheit gefährden.

Der Fall um Kim folgt einer Telefondatenerhebung bei der Nachrichtenagentur AP, die nach Angaben von AP-Präsident Gary Pruitt deren Journalisten inzwischen die Recherche erschwert - viele Ansprechpartner wollten ich nur noch zurückhaltend auch bei Routineanfragen äußern.

Kommentare (8)

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Hagbard_Celine

21.05.2013, 04:53 Uhr

Fox ist kein Nachrichtensender sondern ein reinrassiges Propagandamedium von Hr. Rupert Murdoch, der es ja bekanntlich nicht so genau mit dem Gesetz hält.

(Wir erinnern uns an den Skandal der Sun in England: die vielen angehörten Telefonate, seine ex.Mitarbeiter in Regierungskreisen und der bedauernswerte Selbstmord des Informanten der den Skandal aufdeckte).

Account gelöscht!

21.05.2013, 06:15 Uhr

Oh ja, ... Suicid von Informanten! In CA hat ein Reporter die Zusammenarbeit der CIA mit Drogen-Verkäufern nachgewiesen. Dieser Informant war dann sehr schnell seinen Job los und auch sehr bald sooo verzweifelt, daß er sich gleich ZWEI Kugeln in den Kopf schoss. Der Staatsanwalt bestätigte den Suicid.

Account gelöscht!

21.05.2013, 07:55 Uhr

Das hätten sie doch wissen müssen, siehe Bradley Manning.

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