Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.09.2014

23:52 Uhr

Dementi aus Nato-Staaten

Verwirrung um Waffenlieferungen in die Ukraine

Der Westen kritisiert seit längerem Russlands Beteiligung am Ukraine-Konflikt. Nun sorgt eine Äußerung über angebliche Waffenlieferungen gleich mehrerer Nato-Staaten an Kiew für Aufsehen. Was steckt dahinter?

Panzer der ukrainischen Armee vor Mariupol: Hält die Waffenruhe? AFP

Panzer der ukrainischen Armee vor Mariupol: Hält die Waffenruhe?

Kiew/WashingtonDie ukrainische Regierung hat mit Äußerungen zu Waffenlieferungen einzelner Nato-Staaten international Verwirrung ausgelöst. Die USA sowie Frankreich, Italien, Polen und Norwegen hätten der prowestlichen Führung jetzt eine solche Unterstützung für ihren Kampf gegen die Separatisten im Osten versprochen, sagte der ukrainische Präsidentenberater Juri Luzenko am Sonntag in Kiew. Die USA, Norwegen und auch Polen wiesen die Angaben umgehend zurück.

Zugleich erwies sich die nach monatelangen Kämpfen am Freitag vereinbarte Feuerpause am Wochenende trotz aller Friedensbeteuerungen der Konfliktparteien als brüchig. Die prorussischen Separatisten streben nun eine Abspaltung von der Zentralmacht auf dem Verhandlungsweg an, wie sie am Abend bekanntgaben.

Die Aufständischen würden sich „in sieben bis acht Tagen“ in Minsk mit Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) treffen, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko dem Moskauer Radiosender Kommersant-FM. Thema in der weißrussischen Hauptstadt soll eine Unabhängigkeit der selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk sein. „Der mit Kiew vereinbarte Sonderstatus ist nicht endgültig“, sagte Sachartschenko. Kiew lehnt eine Abspaltung ab.

Keine Entspannung in Sicht

Neue Gefechte im Osten der Ukraine

Keine Entspannung in Sicht: Neue Gefechte im Osten der Ukraine

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Der Separatistenführer Pawel Gubarew sagte, die Aufständischen hätten ihren Plan eines eigenständigen Staates Noworossija (Neurussland) in der Ostukraine nicht aufgegeben. Er forderte offizielle Volksabstimmungen in den Regionen über einen Verbleib im ukrainischen Staatsverband. „Wir kämpfen um ein Noworossija von Lugansk bis Odessa“, sagte Gubarew.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits beim EU-Gipfel Ende August deutsche Waffenlieferungen an Kiew strikt abgelehnt. Nach den jüngsten Äußerungen kam auch ein Dementi aus den USA. „Diese Berichte sind nicht korrekt“, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe eine Reihe ukrainischer Ersuchen um zusätzliche Hilfe für ihre Sicherheit, „und wir prüfen jetzt alle, um zu sehen, wie wir die Ukraine stärker unterstützen können“.

Auch Norwegen und Polen dementierten die ukrainischen Angaben. Aus Rom lag zunächst keine offizielle Stellungnahme vor. In Medienberichten hieß es aber, Italien liefere keine Waffen, dafür aber in Abstimmung mit anderen EU- und/oder Nato-Mitgliedern militärische Ausrüstung wie etwa schusssichere Westen oder Helme.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Fred Meisenkaiser

08.09.2014, 07:10 Uhr

Nach den Worten von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy könnten die Sanktionen wieder rückgängig gemacht werden, falls die Waffenruhe in der Ostukraine hält. „Falls die Waffenruhe Bestand hat und/oder die Friedensverhandlungen beginnen, sind wir bereit, diese Sanktionen rückgängig zu machen“, sagte Van Rompuy am Sonntag dem belgischen Fernsehsender VRT.

Der Westen wird alles tun, um die Waffenruhe zu brechen. Es steht zuviel auf dem Spiel. Und falls alles nichts hilft, wird das Seemanöver im Schwarzen Meer oder die Manöver im Westen der Ukraine am Ende des Monats für zusätzliche Spannungen sorgen.

Was machen die Auswertungen der Flugschreiber von MH-17????
Die US-Trolls versprachen sie für September. Die Flugschreiber wurden von den Aufständischen unversehrt an Malaysia übergeben und sind seither in UK!

Lars Werner

08.09.2014, 08:25 Uhr

Die USA und die EU brauchen den Krieg als Resetknopf ihrer totalen Verschuldung. Passende Artikel sind z.B. im Focus bereits geschrieben worden.
Zum anderen benötigt man die Rohstoffe der Ukraine, Russlands und die Gebiete der ISIS. Deshalb findet dort die Kriege statt. Leider stehen die Menschen den Interessen der USA im Weg und werden weggebombt oder erschossen.

Herr C. Falk

08.09.2014, 08:33 Uhr

Zu MH17 wird es übrhaupt keine Untersuchungergebnisse geben, die zu Schuldzuweisungen fühen könnten.

Da die Sache so hoch gehängt wurde und sofort von interesserter Seite die Separatisten beschuldigt wurden,kann jetzt unmöglich das ukrainische Militär
verantwortlich sein, also wird alles angeblich unaufklärbar sein.

Diese Verschleierungstaktik in der Aufklärung von Ursachen und Folgewirkung ist bezeichnend für den gesamten Konflikt.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×