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11.11.2011

21:56 Uhr

Demokratiebewegung

20 Regierungsgegner in Syrien getötet

Die syrische Führung geht weiterhin mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten im Land vor. Sicherheitskräfte sollen am Freitag zwanzig Regierungsgegner bei Protesten getötet haben.

Ein Ausschnitt aus einem Film des Shaam News Network auf Youtube zeigt syrische Soldaten, die einen Mann in Homs abführen (Archivfoto). dpa

Ein Ausschnitt aus einem Film des Shaam News Network auf Youtube zeigt syrische Soldaten, die einen Mann in Homs abführen (Archivfoto).

Amman/BeirutUngeachtet der Zusagen zu einem politischen Dialog geht die syrische Führung weiter gewaltsam gegen die Demokratiebewegung vor. Sicherheitskräfte töteten Aktivisten zufolge am Freitag zwanzig Regierungsgegner bei Protesten gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Allein in der Protesthochburg Homs seien neun Zivilisten und ein Deserteur der Armee ums Leben gekommen. Weitere Opfer habe es in Hama gegeben. Im Homs gingen die Einwohner auch am Freitag wieder auf die Straße und forderten Assads Rücktritt. Sie forderten die Arabische Liga in Sprechchören auf, die Mitgliedschaft Syriens auszusetzen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der Regierung in Damaskus Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Syrische Truppen hätten in der Stadt Homs Oppositionelle systematisch gefoltert und getötet. Das erfülle den Tatbestand von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Syrien solle deshalb vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden. An die Arabische Liga appellierte die Organisation, Syrien auszuschließen und bei den Vereinten Nationen Sanktionen zu beantragen. Seit Syrien am 2. November den Plan der Liga zur Befriedung des Landes angenommen habe, hätten Sicherheitskräfte in Homs 104 Zivilisten getötet; zwischen April und August seien es mindestens 587 gewesen.

Die Arabische Liga ist allerdings uneins über das weitere Vorgehen gegen Syrien. Saudi Arabien und einige benachbarte Golfstaaten plädieren für einen härteren Kurs gegen Assad, der ein Verbündeter ihres Rivalen Iran ist. Länder, wie Jemen, Libanon und Algerien sind dem Vernehmen nach gegen eine zu harte Anti-Assad-Position.

Unterdessen sterben in Syrien immer mehr Menschen durch die gewaltsamen Aktionen des Militärs. Jüngsten Angaben der UN zufolge kamen seit Beginn der Erhebung gegen Assad vor sieben Monaten 3500 Menschen zu Tode. Die syrischen Behörden machen bewaffnete Banden für die Gewalt verantwortlich. Rund 1100 Angehörige der Sicherheitskräfte seien ums Leben gekommen. Neben den überwiegend friedlichen Protesten von Demonstranten kommt es auch immer wieder zu Gefechten zwischen Soldaten und Deserteuren der Armee. 

Von

rtr

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