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12.06.2013

15:56 Uhr

Demonstationen in Moskau

„Putin – die Schande Russlands“

Mit lauten Sprechchören gegen den Präsidenten gehen in Moskau abermals Tausende Kremlgegner auf die Straße. Am Nationalfeiertag fordert die Menge die Freilassung politischer Gefangener.

Die Demonstranten halten Schilder von politischen Gefangenen hoch und fordern ihre Freilassung. dpa

Die Demonstranten halten Schilder von politischen Gefangenen hoch und fordern ihre Freilassung.

MoskauTausende Demonstranten haben bei einem Protestmarsch durch Moskau von Kremlchef Wladimir Putin Freiheit für inhaftierte Regierungsgegner verlangt. Am russischen Nationalfeiertag versammelten sich vor allem Vertreter linker Gruppen sowie Liberale im Zentrum der russischen Hauptstadt. Die Organisatoren sprachen bei sommerlichem Wetter von 30 000 Teilnehmern an der genehmigten Kundgebung, die Polizei hingegen von 6000. Tausende Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

An der Spitze der Demonstrationszugs unter dem Motto „Für unsere und Eure Freiheit“ gingen der prominente Blogger Alexej Nawalny, der im September bei der Bürgermeisterwahl in Moskau antreten will, sowie andere Oppositionsführer wie Michail Kassjanow, Wladimir Ryschkow und Ilja Jaschin. Die Teilnehmer trugen Fotos prominenter inhaftierter Regierungsgegner wie der Frauen der Punkband Pussy Riot.

Präsident Putin betonte unterdessen in seiner Feiertagsansprache im Kreml, Demokratie, Menschenrechte sowie Rechtsstaatlichkeit seien untrennbar mit der Entwicklung des Landes verbunden. „Diese Werte haben Priorität für uns“, sagte Putin einer Mitteilung zufolge. Der 12. Juni zum Gedenken an die Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1990 ist als „Tag Russlands“ ein politischer Feiertag.

„Putin ist ein Dieb“ und „Putin - die Schande Russlands“, riefen hingegen die Demonstranten. Auch Schwule und Lesben marschierten mit Regenbogenfahnen in einem eigenen Block mit, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Die Staatsduma hatte am Vortag ein umstrittenes Verbot von „Homosexuellen-Propaganda“ beschlossen, das auch das Zeigen der Regenbogenfahne verbietet.

Größere Zwischenfälle gab es zunächst nicht. Die Polizei nahm neun Menschen fest. Sie hatten Fahnen der außerparlamentarischen Linken Front geschwenkt, der nach einem umstrittenen Gerichtsbeschluss bis zum 19. Juli alle Aktivitäten untersagt sind.

Die nächste Großdemonstration der Opposition werde wohl nicht vor Herbst stattfinden, sagte Organisator Pjotr Zarkow der Agentur Interfax. Viele Russen verbringen den Sommer auf dem Land.

Von

dpa

Kommentare (4)

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undertaker

12.06.2013, 16:19 Uhr

Moskau hat über 12 Millionen Einwohner, was sind dagegen ein paar tausend Demonstranten ? Wäre aufrichtiger mal einen Bericht über die 12 Millionen zu schreiben, die nicht demonstrieren und zuhause bleiben bzw. für Putin sind; schließlich wurde er mit über 60 Prozent wiedergewählt !

Vicario

12.06.2013, 18:01 Uhr

Zitat : Putin betonte unterdessen in seiner Feiertagsansprache im Kreml, Demokratie, Menschenrechte sowie Rechtsstaatlichkeit seien untrennbar mit der Entwicklung des Landes verbunden. „Diese Werte haben Priorität für uns“, sagte Putin einer Mitteilung zufolge.

- Übersetzt heißt es , dass Putin sein Land in eine Sackgasse steuert : die Russische Föderation unter Diktator Putin wird genau dort enden, wo die UdSSR unter der Diktatur der Kommunisten geendet hat : das Reich wird zerfallen und es werden nochmals 15-20 neue Staate entstehen.
Ob dieser Prozess so enden wird wie in Ex-Jugoslawien hängt davon ab, wie einsichtig der neue KGB-Zar ist und WANN er erkennt, dass seine Zeit sowie die Zeit der Jüdisch-amerikanischen Oligarchie vorbei sei !

Je länger Putin schützend die Hand über diese Oligarchie hält und sich an der Macht klammert, um so brutaler wird das darunter leidende Russische Volk diesen Zustand wegfegen.

Die Russen satteln langsam, mögen aber sehr schnell fahren !

bjarki

12.06.2013, 18:16 Uhr

@undertaker des KGB: Schwach, wie sich der Kreml heutzutage verteidigt, Genosse Gospodin undertaker sollte ersetzt werden.

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