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02.03.2013

14:33 Uhr

Demonstration in Mansura

Ein Toter und viele Verletzte bei Ausschreitungen in Ägypten

Bei Protesten in Ägypten ist es in der Nacht zu Ausschreitungen gekommen. Eine Person starb, Dutzende wurden verletzt. Laut Innenministerium griffen einige Demonstranten Fahrzeuge der Polizei an.

Demonstrationen in Kairo. In der Nacht kam bei Ausschreitungen in Mansura eine Person zu Tode, viele weitere wurden verletzt. dpa

Demonstrationen in Kairo. In der Nacht kam bei Ausschreitungen in Mansura eine Person zu Tode, viele weitere wurden verletzt.

KairoBei Ausschreitungen in der ägyptischen Provinz sind Dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt worden. In der Stadt Mansura starb in der Nacht ein Zivilist, als er während einer Straßenschlacht vor dem Gouverneursgebäude von einem Polizeitransporter überfahren wurde.

In Port Said setzten Demonstranten ein Gebäude der Polizei in Brand. Das Innenministerium erklärte, in der Hafenstadt seien auch Fahrzeuge der Polizei angegriffen worden, in denen Verdächtige zu Gericht transportiert werden sollten. In dem anschließenden Handgemenge seien vier Angehörige der Sicherheitskräfte und mindestens zwei der Angreifer verletzt worden.

Chronologie: So eskalierte die Lage in Ägypten

22. November 2012

Dem Verfassungsgericht spricht Mursi die Kompetenz ab, über die Rechtmäßigkeit des von Islamisten dominierten Verfassungskomitees zu entscheiden. Zugleich sichert er sich selbst das letzte Wort in praktisch allen politischen Fragen.

23./24. November 2012

Die Empörung unter Mursis politischen Gegnern wächst. Hunderttausende gehen auf die Straße. Auch Ägyptens Richter protestieren, doch Mursi bleibt hart.

28. November 2012

Die zwei höchsten Berufungsgerichte des Landes stellen aus Protest ihre Arbeit ein.

2. Dezember 2012

Unter dem Druck Tausender islamistischer Demonstranten stellt das ägyptische Verfassungsgericht seine Arbeit ein. Anhänger von Mursi umstellen das Gebäude und blockieren die Zugänge. Das Gericht wollte über eine Auflösung der Verfassunggebenden Versammlung entscheiden.

4. Dezember 2012

Mehrere einflussreiche Zeitungen stellen aus Protest ihr Erscheinen ein. Die Gewalt eskaliert erneut, die Polizei setzt Tränengas gegen Zehntausende Demonstranten in Kairo ein.

5. Dezember 2012

Vor dem Präsidentenpalast in Kairo kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Präsidenten. Mindestens fünf Menschen kommen ums Leben, 600 werden verletzt.

6. Dezember 2012

Die Streitkräfte lassen Panzer vor dem Präsidentenpalast auffahren. In einer Rede an die Nation ruft Mursi seine Gegner zum Dialog auf, hält aber am Verfassungsreferendum fest.

15./ 16. Dezember 2012

In zehn Provinzen beginnt die erste Abstimmungsrunde über den Verfassungsentwurf. Die Opposition wirft den Islamisten Manipulation vor und fordert eine Wiederholung.

11. Dezember 2012

Wieder gehen Zehntausende Menschen auf die Straße und protestieren gegen den Verfassungsentwurf. Anhänger der Regierung demonstrieren ihre Unterstützung für die neue Verfassung.

12. Dezember 2012

Die ägyptische Opposition ruft ihre Anhänger auf, bei dem bevorstehenden Referendum über den Verfassungsentwurf mit Nein zu stimmen. Der Richterverband will die Abstimmung nicht überwachen.

Der linke Oppositionspolitiker Hamdien Sabahi schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: „Was in Mansura geschieht, ist eine Prüfung für die Würde jedes Ägypters.“ Die Polizei hatte in Mansura Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt, um Gegner des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi, die vor dem Gouverneursgebäude protestierten, zu vertreiben.

In den vergangenen Tagen hatten in Ägypten Berichte über die Misshandlung minderjähriger Demonstranten in Polizeigewahrsam für Empörung gesorgt.

Von

dpa

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