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20.01.2005

18:58 Uhr

Demonstrationen gegen Sparpolitik der Regierung

Hunderttausende französiche Lehrer und Beamte gingen auf die Straße

Nach den Streiks von Beschäftigten von Bahn und Post haben am Donnerstag in Frankreich hunderttausende Lehrer und Beamte gegen die Sparpolitik der Regierung demonstriert.

HB PARIS. An der zentralen Kundgebung in Paris beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaften bis zu 50 000 Menschen. Auch in anderen Großstädten wie Lyon, Marseille und Nantes demonstrierten jeweils mehrere 10 000 Lehrer und andere Angehörige der öffentlichen Dienste für höhere Gehälter und gegen Stellenkürzungen.

Die Streikaktionen gegen die Reformpolitik des konservativen Premierministers Jean-Pierre Raffarin hatten am Dienstag mit Arbeitsniederlegungen der Postbeamten begonnen. Allerdings war nur eine Minderheit der Beamten dem Streikaufruf der Gewerkschaften gefolgt. Der eintägige Streik der Eisenbahner am Mittwoch hatte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt, besonders im Nahverkehr im Großraum Paris.

Bei den Arbeitsniederlegungen ging es auch um den Erhalt der 35- Stunden-Woche, die von der Regierung Raffarin zunehmend aufgelockert wird. Nach Angaben des Bildungsministeriums beteiligten sich 40 bis 50 Prozent der Lehrer an dem Ausstand. Die Gewerkschaften sprachen von 60 Prozent. Der Flughafen von Bordeaux stellte den Betrieb wegen eines Ausstands der Fluglotsen ein. In vielen Krankenhäusern arbeitete nur ein Notdienst.

Bei France Télécom war jeder fünfte Mitarbeiter im Streik. Von den 300 000 Beschäftigten der Strom- und Gasbetriebe, die sich auch gegen eine Privatisierung der Energiewirtschaft wehren, legten nach Gewerkschaftsangaben 40 Prozent die Arbeit nieder. Der Stromkonzern EDF sprach von 16 Prozent.

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