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09.10.2012

03:40 Uhr

Demonstrationen vor Staatsbesuch

Anfeindungen gegen Merkel in Athen

Vor Merkels heutigem Besuch in Athen gab es heftige Proteste. Auf Transparenten griffen Demonstranten die deutsche Regierungschefin scharf an. Darüberhinaus sollen Hacker griechische Internet-Seiten attackiert haben.

Tausende Griechen protestieren gegen Merkel-Besuch

Video: Tausende Griechen protestieren gegen Merkel-Besuch

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AthenTausende Griechen haben am Montagabend in Athen gegen den Sparkurs und den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) protestiert. Einzelne Demonstranten trugen Plakate mit beleidigenden und diffamierenden Aufschriften. „Raus aus unserem Land, du Schlampe“, hieß es auf einem Plakat. „Tochter Hitlers, raus aus Griechenland und kein Viertes Reich“, stand auf einem anderen. Linke Demonstranten trugen ein großes Transparent mit der deutschen Fahne und einem abgeänderten Vers von Berthold Brecht: „Angela weine nicht. Da ist nichts im Schrank, was zu holen wäre.“

„Mit unserer Präsenz wollen wir unsere Politiker dazu bringen, endlich Nein zum endlosen Sparen zu sagen“, sagte eine Demonstrantin der Nachrichtenagentur dpa. „Die Kapitalisten sollen zahlen“, skandierten andere Demonstranten. „Nehmt das Sparprogramm und haut hier ab“, riefen die Demonstranten den Abgeordneten zu.

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Unterdessen wurde bekannt, dass Hacker mehrere Internet-Seiten der griechischen Regierung ins Visier genommen haben. Die Gruppe Anonymous brüstete sich am Montagabend auf Twitter mit den Angriffen und begründete die Cyber-Attacken mit dem angekündigten Großaufgebot der Polizei zur Absicherung des Besuchs von Merkel. Die griechische Regierung erinnere mit diesem Vorgehen an die Praktiken der früheren Militärdiktatur, kritisierte das Hacker-Netzwerk auch in einer auf YouTube veröffentlichten Botschaft.

Das Ausmaß der Hacker-Angriffe blieb zunächst unklar. Am Montagabend konnten mehrere Regierungsseiten im Netz vorübergehend nicht aufgerufen werden. Betroffen waren unter anderem die Homepages der Polizei und des Justizministeriums. Die Polizei teilte mit, sie prüfe derzeit noch, wer hinter den Hackerangriffen stecke.

Für den Merkel-Besuch hat die griechische Regierung große Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Rund 7000 Polizisten werden eingesetzt, um das Zentrum der Hauptstadt abzuriegeln. Für Dienstagmittag sind weitere Proteste geplant - genau zu der Zeit, wenn sich Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras und Merkel treffen sollen.

Die Polizei stellte auch Einheiten zum Schutz der deutschen Botschaft und anderer deutscher Einrichtungen bereit, wie die griechische Presse berichtete. Verdächtige sollten vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen werden.

Die beiden größten Gewerkschaften des Landes haben für Dienstag eine Großdemonstration im Zentrum Athens angekündigt. Auch die Kommunisten und die größte Oppositionspartei im Parlament, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), riefen zu Kundgebungen auf. Man werde „alles mobilisieren, was man auf die Straße bringen kann“, hieß es. Der Chef der Linken, Bernd Riexinger, will an den Protesten teilnehmen, bestätigte ein Parteisprecher. Riexinger plant auch, den Vorsitzenden des linksradikalen Syriza-Bündnisses, Alexis Tsipras, treffen. Vor der deutschen Botschaft will außerdem die nationalpopulistische Partei der „Unabhängigen Griechen“ demonstrieren.

Kommentare (63)

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Pinin

08.10.2012, 18:59 Uhr

Das müßten die Deutschen doch endlich einsehen, dass es einem edlen Volk wie den Griechen nicht zuzumuten ist Steuern zu zahlen und nicht mehr auszugeben als man einnimmt!

Die einfältigen Barbaren aus dem Norden sind doch sowieso nur als Sklaven zu gebrauchen.

Account gelöscht!

08.10.2012, 19:00 Uhr

Griechenland verharrt in den Traditionen; es gibt offensichtlich nichts Neues zu vermelden und die Streiks sind schon Jahrzehnte gelebte Realität.

Micha

08.10.2012, 19:00 Uhr

Die Griechen zeigen ihr wahres Gesicht nun in aller Öffentlichkeit!

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