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17.10.2015

10:43 Uhr

Der König und das Geld

Willem-Alexander soll Steuern zahlen

Die Niederländer lieben ihr Königshaus, doch sie murren über die hohen Kosten. Jetzt kriegen König Willem-Alexander und seine Frau Máxima auch noch eine satte Zulage. Und das sogar steuerfrei.

Der niederländische König Willem Alexander zahlt weder Einkommens-, Vermögens- noch Erbschaftssteuer. Das geht zurück auf eine Regelung von vor 200 Jahren. dpa

Steuerfrei

Der niederländische König Willem Alexander zahlt weder Einkommens-, Vermögens- noch Erbschaftssteuer. Das geht zurück auf eine Regelung von vor 200 Jahren.

Den HaagDer niederländische König Willem-Alexander darf sich freuen. Noch in diesem Jahr bekommt er ein kleines Extra von 500 Euro – so wie alle Beamten. Und von 2016 an soll sein Gehalt von jetzt mehr als 800.000 Euro um 43.000 Euro pro Jahr steigen. Das verdankt der Monarch der Regelung, dass sein Einkommen um ebenso viel Prozent steigt wie das anderer Staatsdiener.

Nur gibt es einen feinen Unterschied. Während alle Beamten ganz normal ihre Einkünfte versteuern müssen, ist bei Königs brutto gleich netto. Das gilt auch für Königin Máxima und die Ex-Königin Beatrix, die ebenfalls auf der Lohnliste des Staates stehen.

Doch der Unmut wächst. Im Parlament fordert nun eine breite Koalition von Parteien ein Ende der Steuer-Privilegien. „Ich verstehe ja“, so sagte der sozialdemokratische Abgeordnete Jeroen Rencourt in dieser Woche im Parlament, „dass zu der Position des Königs ein gewisser Status, Lebensstil und ein gewisses Einkommen gehört.“ Aber es könne nicht angehen, dass der König zwar von Lohnerhöhungen für Beamte profitiert, nicht aber auch wie sie Steuern zahlt.

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Davon aber will Ministerpräsident Mark Rutte nichts wissen. Der König habe nun einmal eine besondere Funktion und dazu gehörten Privilegien. Im Übrigen, so fügte er hinzu. „Der König bezahlt sonst ganz normal Steuern.“

Huch, fragten sich Abgeordnete und auch viele Niederländer: Haben wir da etwas nicht mitbekommen? Schließlich zahlt das Staatsoberhaupt weder Einkommens-, noch Vermögens- und Erbschaftssteuer.

Das gilt im Prinzip schon seit Beginn der Monarchie vor 200 Jahren und hatte einen Grund. Das Staatsoberhaupt sollte finanziell von der Regierung unabhängig sein. Daher ist das Vermögen, das „zur Ausübung seiner Funktion notwendig ist“, steuerfrei. Doch die große Frage ist: Um wieviel Geld geht es da eigentlich, und wieviel Steuern zahlt er auf sein Privatvermögen? Die Antwort darauf wird besser gehütet als die Kronjuwelen.

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