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19.09.2014

15:14 Uhr

Der Tag nach Schottlands „No“

Merkel begrüßt Referendum „mit einem Lächeln“

Die Reaktionen nach dem Schottland-Referendum reichen von großer Freude bis hin zu abgrundtiefer Enttäuschung. Während Briten und viele EU-Vertreter erleichtert sind, trauern andere ihrem Traum von mehr Freiheit nach.

Glücklich über die Wahl der Schotten: Bundeskanzlerin Angela Merkel. dpa

Glücklich über die Wahl der Schotten: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Schotten haben sich entschieden. Sie wollen Teil des Vereinigten Königreiches bleiben, 55,3 Prozent der abstimmenden Wahlberechtigten stimmten für „No“, also gegen die Unabhängigkeit. Das Referendum wurde weltweit verfolgt, die Reaktionen sind gespalten. Das sind die Reaktionen am Tag nach der Abstimmung.

+++Merkel ringt sich zu einem „Lächeln“ durch+++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ nun nach anfänglicher Zurückhaltung doch noch Zufriedenheit über das schottische „Nein“ erkennen. Merkel begründete ihre Zurückhaltung so: „Ich habe mich vorher nicht eingemischt. Und deshalb sage ich jetzt auch nur: Ich respektiere es.“ Dann fügte sie jedoch hinzu: „Ich sage das mit einem Lächeln.“

+++EVP-Politiker fordert London zu Verbleib in EU auf+++
Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU) sagte im Bayerischen Rundfunk, das Ergebnis des Referendums werde die proeuropäischen Kräfte in Großbritannien stärken. „Die Schotten vertrauen darauf, dass Großbritannien eben nicht die EU verlässt“, so Weber. „Das sollte London im Hinterkopf behalten.“

+++Schweizer Politiker fordert mehr Autonomie für Südtirol+++
Der Obmann der Südtiroler Volkspartei (SVP), Philipp Achammer, erklärte: „Gerade jetzt sollte die Europäische Union bereit sein, eine ernsthafte Debatte über ein wahres „Europa der Regionen“ zu führen.“ Die SVP erwarte von der italienischen Regierung Unterstützung auf dem Weg zu einer größeren Eigenständigkeit Südtirols. Nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit ist Schottland ein europäischer Vorreiter bei der Durchsetzung des Selbstbestimmungsrechts mit demokratischen und friedlichen Mitteln.

Premier David Cameron

„Es hätte mein Herz gebrochen!“

Premier David Cameron: „Es hätte mein Herz gebrochen!“

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+++Nordirischer Toppolitiker: Anomalitäten in UK angehen+++
Peter Robinson, der erste Minister Nordirlands, sieht das Referendum als eine Mahnung an das Vereinigte Königreich. Er spricht von Anomalitäten in Großbritannien, die nun angegangen werden müssten, wobei Nordirland und Wales in diesen Prozess sehr eng einbezogen werden müssten. Ähnliche Abspaltungstendenzen wie in Schottland sehe er für sein Land nicht, so Robinson, es herrsche eine weitgehende Einigkeit zwischen den Parteien, wie das Land regiert werden sollte. Doch das bedeute nicht zwangsläufig, dass alles so ruhig bleibe wie bisher.

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