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02.08.2014

04:06 Uhr

Deutliche Worte von Obama

„Wir haben einige Leute gefoltert“

Ungewöhnlich direkte Worte von Barack Obama: Der US-Präsident räumte die Folter von Terrorverdächtigen nach den Angriffen vom 11. September 2001 ein. Die CIA sprach bisher stets von „erweiterten Verhörmethoden“.

„Wir haben einige Dinge gemacht, die falsch waren“: Obama bezeichnete die Folter von Terrorverdächtigen durch den Geheimdienst CIA als Fehler. ap

„Wir haben einige Dinge gemacht, die falsch waren“: Obama bezeichnete die Folter von Terrorverdächtigen durch den Geheimdienst CIA als Fehler.

WashingtonMit ungewöhnlich deutlichen Worten hat US-Präsident Barack Obama Folter durch die Vereinigten Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingeräumt. "Unmittelbar nach 9/11 haben wir einige Dinge gemacht, die falsch waren", sagte Obama am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Wir haben einige Leute gefoltert. Wir haben einige Dinge gemacht, die unseren Werten widersprochen haben."

Der Präsident betonte allerdings, dass die Geheimdienste nach den Anschlägen des Terrornetzwerks Al-Kaida auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington unter großem Druck gestanden hätten. "Die Leute wussten nicht, ob weitere Attacken unmittelbar bevorstehen", sagte er. Obama warnte davor, im Rückblick "zu frömmlerisch" über die Verfehlungen zu urteilen. Viele Geheimdienstvertreter hätten damals "hart gearbeitet" und seien "echte Patrioten".

Die USA hatten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 unter Obamas Vorgänger George W. Bush ein weltweites System aufgebaut, um mutmaßliche Al-Kaida-Anhänger zu verhören. Die Verdächtigen wurden verschleppt, ohne richterlichen Beschluss an geheimen Orten außerhalb der USA festgehalten und mit brutalen Methoden befragt. Nach seinem Amtsantritt im Januar 2009 beendete Obama das Programm. Der Geheimdienstausschuss des Senats leitete eine Untersuchung ein und nahm im Dezember 2012 einen 6300 Seiten starken Bericht an, der mit dem Geheimdienst CIA hart ins Gericht geht.

USA müssen „Verantwortung übernehmen“

Die US-Regierung könnte schon bald eine freigegebene Fassung des Untersuchungsberichts veröffentlichen. Obama äußerte die Hoffnung, dass dieses schwierige Kapitel der Geschichte der USA dadurch aufgearbeitet werde. "Wenn wir einige dieser verstärkten Verhörtechniken angewandt haben - Techniken, die ich und jeder aufrichtige Mensch für Folter halten würden - dann haben wir eine Grenze überschritten", sagte er. "Das muss verstanden und akzeptiert werden." Die USA müssten "Verantwortung übernehmen", damit sich so etwas in Zukunft nicht wiederhole.

Zugleich räumte er ein, dass die Nervösität und der Druck bei den US-Sicherheitsbehörden damals nach den Anschlägen in New York und Washington sehr groß gewesen seien. „Es ist wichtig, im Nachhinein nicht zu scheinheilig zu sein“, meinte er.

Die CIA selbst spricht stets von „erweiterten Verhörmethoden“. Dazu gehören das berüchtigte „Waterboarding“ (simuliertes Ertränken), Dunkelhaft und der Zwang, in Dauerbeschallung mit Musik oder schmerzhafter Körperstellung auszuharren. Auch Obamas Vorgänger George W. Bush und dessen engen Berater nehmen das Wort Folter bis heute nicht in den Mund.

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